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Predigten zu Offenbarung 4,8

"Und die vier lebendigen Wesen hatten, ein jedes von ihnen für sich, je sechs Flügel; ringsum und inwendig sind sie voller Augen, und sie hören Tag und Nacht nicht auf zu sagen: Heilig, heilig, heilig, Herr, Gott, Allmächtiger, der da war und der da ist und der da kommt!"

Autor: William MacDonald (* 07.01.1917; † 25.12.2007) US-amerikanischer Prediger der Brüdergemeinden
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"Heilig, heilig, heilig, Herr, Gott, Allmächtiger, der da war und der da ist und der da kommt!"

Wenn wir von der Heiligkeit Gottes sprechen, meinen wir damit, dass Er geistlich und moralisch vollkommen ist in Seinen Gedanken, Taten, Beweggründen und in jeder anderen Beziehung. Er ist absolut frei von Sünde und Unreinheit. Er kann nichts anderes sein als rein. Das Zeugnis der Schrift über Seine Heiligkeit ist überreich. Hier sind einige Beispiele: "Denn ich, der Herr, euer Gott, bin heilig" (3. Mose 19,2). "Keiner ist so heilig wie der Herr" (1. Samuel 2,2). "O Herr, mein Gott, mein Heiliger... Du hast zu reine Augen, um Böses mitansehen zu können, und Verderben vermagst du nicht anzuschauen" (Habakuk 1,12.13). "Denn Gott kann nicht versucht werden vom Bösen, und selbst versucht er niemand" (Jakobus 1,13). "Dass Gott Licht ist, und gar keine Finsternis in ihm ist" (1. Johannes 1,5b). "Denn du allein bist heilig" (Offenbarung 15,4).

Selbst die Sterne sind nicht rein in Seinen Augen (s. Hiob 25,5). Das Priestertum und das Opfersystem des Alten Testaments lehrten unter anderem die Heiligkeit Gottes. Sie machten deutlich, dass die Sünde Gott und Menschen getrennt hatte und dass es irgendein Mittel geben musste, um diese Kluft zu überbrücken, und dass man einem heiligen Gott nur auf der Grundlage des Blutes eines Opfers nahen konnte.

Die Heiligkeit Gottes zeigte sich auch in einzigartiger Weise am Kreuz. Als Er herabschaute und Seinen Sohn unsere Sünden tragen sah, verließ Gott Seinen Geliebten in diesen drei furchtbaren Stunden der Finsternis. Die Anwendung dieser Wahrheiten auf uns ist klar. Der Wille Gottes ist, dass wir heilig sein sollen. "Denn dies ist Gottes Wille: eure Heiligkeit" (1. Thessalonicher 4,3). "Wie der, welcher euch berufen hat, heilig ist, seid auch ihr heilig in allem Wandel" (1. Petrus 1,15).

Wenn wir an die Heiligkeit Gottes denken, sollte das in uns auch ein tiefes Gefühl ehrfürchtiger Scheu bewirken, wie Er einst zu Mose sagte: "Zieh deine Sandalen von deinen Füßen, denn die Stätte, auf der du stehst, ist heiliger Boden" (2. Mose 3,5).

Thomas Binney (1798-1874, englischer Prediger und Dichter) staunte über die Heiligkeit, die das Stehen in der Gegenwart Gottes verlangt:

Ewiges Licht! Ewiges Licht! Wie rein muss die Seele sein, Dass sie, Deinem prüfenden Blick ausgesetzt, nicht vergeht, sondern mit friedvoller Freude Leben und Dich anschauen darf.

Unsere Herzen fließen über vor Anbetung, wenn wir uns klarmachen, dass wir die notwendige Reinheit durch den Glauben an den Herrn Jesus bekommen haben.


Autor: Aiden Wilson Tozer (* 21.04.1897; † 12.05.1963) US-amerikanischer evangelischer Pastor und Autor (besser bekannt als A. W. Tozer)
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Erfüllt vom Lob

ist sicher eine irrtümliche Annahme, wenn Menschen denken oder glauben, der Tod würde unsere Haltung und unseren Charakter verwandeln. Was ich meine, ist dies: Wenn wir uns in diesem Leben nicht wirklich wohl dabei fühlen, wenn wir vom Himmel und der himmlischen Freude singen, so bezweifle ich, dass der Tod uns in Enthusiasten verwandelt. Wenn die Anbetung und Verehrung Gottes uns jetzt ermüden, so werden sie uns auch nach unserer Todesstunde ermüden. Ich weiß nicht, ob Gott irgendeinen von uns zwingt, in sein Himmelreich einzutreten. Ich bezweifle, dass Er zu irgendeinem von uns sagen wird: »Du warst nie groß daran interessiert, mich anzubeten, als du auf der Erde lebtest. Doch im Himmel bewirke ich, dass das dein größtes Interesse und deine unaufhörliche Tätigkeit sein wird.« Das kann man anzweifeln? Vielleicht. Doch in dem himmlischen Geschehen, das Johannes in der Offenbarung beschreibt, riefen die vier Gestalten: »Heilig, heilig, heilig...!« ohne Ruhe Tag und Nacht. Ich befürchte, dass die meisten derer, die sich hier unten auf der Erde zu Gott bekennen, sich viel zu oft ausruhen bei ihrem Bemühen, den lebendigen Gott zu lobpreisen und zu verherrlichen.