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Predigten zu Psalm 104,7

"Vor deinem Schelten flohen sie, vor der Stimme deines Donners eilten sie hinweg -"

Autor: Charles Haddon Spurgeon (* 19.06.1834; † 31.01.1892) englischer Baptistenpastor
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Gott weist den niedrigsten Geschöpfen ihre Nahrung zu und sorgt dafür, dass sie diese auch erhalten. Die göttliche Kraft stellt sich genauso wahrhaftig und anbetungswürdig in der Fütterung der Tiere dar wie in der Versorgung des Menschen. Man betrachte nur einen Grashalm mit gottesfürchtigen Augen, und man erkennt darin Gott am Werk. Die Pflanzen, das Gemüse, ist für die Menschen da, und sie müssen den Boden bearbeiten, wenn sie ernten wollen; doch derselbe Gott, der auch das Gras in freier Wildbahn sprossen lässt, veranlasst es zu wachsen. Der Mensch vergisst das und spricht von seinen Produkten, wo er doch ohne Gott völlig umsonst pflügen und säen würde. Der Herr lässt jeden Halm aufschießen und jede Ähre reifen. Macht nur eure Augen auf, und ihr seht den Herrn durch die Saaten gehen. Sowohl Gras für das Vieh als auch Getreide für die Menschen kommen aus der Erde, und sie zeigen uns, dass es Gottes Plan war, sie uns unter die Füße zu geben. Was besser geeignet erscheint, darunter begraben zu werden, als uns lebendig zu erhalten, wird somit in Wirklichkeit zu einer Stütze unseres Lebens. Je länger wir darüber nachdenken, umso wunderbarer will es uns erscheinen. Wie groß ist ein solcher Gott, der zwischen den Gräbern den Unterhalt unseres Lebens und aus dem einst verfluchten Boden den Segen von Brot und Wein und Öl hervorbringt.

Was hätte unser Psalmist wohl von einigen Bäumen aus dem Yosemite-Tal gesagt? Diese sind es wegen ihrer ernormen Höhe und Dicke des Stammes wahrlich wert, Bäume des HERRN genannt zu werden. So erweist sich die Fürsorge des Herrn als äußerst effektiv und für alles ausreichend. Wenn Bäume gänzlich ohne menschliche Hilfe voll im Saft stehen, können wir versichert sein, dass Gottes Volk, welches aus Vertrauen auf den Herrn lebt, genauso gut erhalten bleibt. Durch Gnade gepflanzt und alles der Fürsorge unseres himmlischen Vaters verdankend, lachen wir über die Furcht zu verdorren; denn niemand, der Ihm vertraut, wird je unbewässert bleiben. Ist der Leser jemals durch einen Wald mit hohen Bäumen gegangen und hat die Ehrfurcht empfunden, die das Herz in diesen erhabenen Kathedralen der Natur erfasst? Dann wird er gemeint haben, jeder Vogel sei heilig, weil er in solch einer geweihten Einsamkeit wohnt. Wer Gott nur in gotischen Bauwerken und unter Orgelklang oder Chorgesang sehen oder vernehmen kann, wird wohl nicht in der Lage sein zu fühlen, was eine schlichte, nicht weltkluge Seele spürt, die »die Stimme des HERRN, der im Garten wandelte« zu hören vermag.