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Predigten zu Psalm 104,16

"Es werden gesättigt die Bäume Jehovas, die Zedern des Libanon, die er gepflanzt hat,"

Autor: Charles Haddon Spurgeon (* 19.06.1834; † 31.01.1892) englischer Baptistenpastor
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"Die Zedern Libanons, die Er gepflanzt hat."

Libanons Zedern sind ein Sinnbild für das Volk der Christen, denn sie verdanken ihr Leben und Gedeihen ganz dem Herrn, der sie gepflanzt hat. Dies gilt von einem jeden Gotteskind. Es ist nicht von Menschen, noch von sich selbst, sondern von Gott gepflanzt. Die geheimnisvolle Hand des Heiligen Geistes streut den lebendigen Samen in ein Herz, das Er selbst zur Saat zubereitet hat. Jeder wahrhaftige Himmelserbe erkennt den großen Weingärtner als den an, der ihn gepflanzet hat. Außerdem bedürfen die Zedern Libanons keines Menschen, der sie bewässere; sie stehen auf einem hohen Felsen, nie gefeuchtet von Menschenhand; und doch sorgt euer himmlischer Vater für sie. So verhält sich's mit dem Christen, der gelernt hat, seines Glaubens zu leben. Er ist unabhängig von Menschen, sogar von zeitlichen Dingen; er schaut auf den Herrn, seinen Gott, und auf Ihn allein; der erhält ihn beständig durch seine Gnade. Der himmlische Tau ist sein Teil, und Gott von Himmel sein Born. Wiederum werden die Zedern Libanons von keiner sterblichen Macht beschützt. Sie verdanken dem Menschen nicht im geringsten ihre Erhaltung, ihr fröhliches Gedeihen in Sturmessausen und Wetterbrausen. Sie sind Gottes Bäume, erhalten und bewahrt von Ihm, und ganz allein von Ihm. Ganz ebenso ist's mit dem Christen. Er ist keine Treibhaus-Pflanze, die vor aller Unbill der Witterung geschützt wäre; er steht Wind und Wetter ausgesetzt; er hat weder Schutz noch Schirm, ausgenommen allein das, dass die breiten Flügel des ewigen Gottes die Zedern bedecken, die Er gepflanzet hat. Den Zedern gleich, stehen die Gläubigen auch voller Saft und haben Lebenskraft genug, um allezeit zu grünen, selbst mitten im winterlichen Schnee und erstarrenden Frost. Endlich gereicht das fröhliche und kräftige Gedeihen der Zedern und ihr majestätischer Wuchs Gott allein zur Ehre. Der Herr, ja, der Herr allein, ist den Zedern alles geworden, und darum sagt David so schön in einem seiner Psalmen: "Lobet den Herrn, fruchtbare Bäume, und alle Zedern." Es ist nichts im Gläubigen, was den Menschen verherrlichen könnte; er wird gepflanzet, ernährt und beschützt von des Herrn eigner Hand. Von dem Herrn ist's, "dass die Bäume des Herrn voll Safts stehen, die Zedern Libanons, die Er gepflanzet hat." Darum lobe den Herrn, meine Seele, und gib Ihm allein die Ehre!


Autor: Charles Haddon Spurgeon (* 19.06.1834; † 31.01.1892) englischer Baptistenpastor
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"Die Bäume des Herrn stehen voll Safts." Ps. 104, 16

Ohne Saft kann der Baum weder grünen noch blühen. Lebenskraft ist etwas Unerlässliches, etwas Wesentliches für einen Christen. Es muss ein Leben in ihm vorhanden sein, eine belebende Kraft, die Gott der Heilige Geist uns einflösst, sonst können wir keine Bäume des Herrn sein. Der blosse Name, dass wir Christen seien, ist etwas Totes; wir müssen erfüllt werden mit dem Geiste des göttlichen Lebens. Dies Leben ist eine geheimnisvolle Kraft. Wir verstehen nichts davon, wie der Saft seinen Kreislauf in den Pflanzen vollführt, durch welche Kraft er aufsteigt und welche Gewalt ihn wieder abwärts treibt. So ist auch unser inneres Leben ein Geheimnis. Die Wiedergeburt wird durch den Heiligen Geist gewirkt, der in den Menschen eingeht und das neue Leben des Menschen wird; und dies göttliche Leben in einem Menschen ernährt sich dann von dem Fleisch und Blut Christi und wird von der göttlichen Nahrung erhalten, aber wer kann sagen und deuten, woher es kommt und wohin es gehet? Was ist der Saft für ein verborgenes Ding! Die Wurzeln ziehen mit ihren zarten Fasern suchend durch das Erdreich, aber wir können nicht sehen, wie sie die verschiedenen Luftarten und Feuchtigkeiten einsaugen, oder wie sie die erdigen Stoffe in Pflanzenelemente umwandeln; diese Arbeit geschieht im Dunkeln und Verborgenen. Unsre Wurzel ist Christus Jesus, und unser Leben ist verborgen in Ihm; das ist das Geheimnis des Herrn. Die Grundlage des christlichen Lebens ist ein ebenso großes Geheimnis, wie das Leben selbst. Wie ist der Saft in der Zeder so unablässig tätig! Im Christen erweist sich das göttliche Leben allezeit tätig und kräftig, nicht jederzeit reifen die Früchte, aber allezeit schreitet das innere Wachstum voran. Des Gläubigen Gnadentugenden: ist nicht eine jede derselben beständig in Bewegung? und sein Leben höret nimmer auf, in ihm zu walten zu wirken. Er arbeitet nicht immer für Gott, aber sein Herz lebt immer von Gott. Gleich wie der Saft sich in der Bildung der Früchte am Baum offenbart, so geschieht's auch mit den Äußerungen eines gesunden Christenlebens; die Gnade, die in ihm arbeitet, tut sich äußerlich kund in seinem Wandel und seinen Worten. Wenn man mit ihm spricht, so kann er nicht anders, er muss von Jesu reden. Wenn man auf sein Tun achtet, so sieht man, dass er auch mit Jesu gewesen ist.