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Predigten zu Psalm 105,1

"Preiset Jehova, rufet an seinen Namen, machet kund unter den Völkern seine Taten!"

Autor: Charles Haddon Spurgeon (* 19.06.1834; † 31.01.1892) englischer Baptistenpastor
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Wir sind jetzt bei den langen Psalmen, wie wir zuvor bei den kurzen waren. Dieser Längenunterschied bei den heiligen Gedichten sollte uns lehren, weder Kürze noch Weitschweifigkeit in unseren Gebeten und Lobliedern zu einem Gesetz zu erheben. Kurze Gebete und einzelne Liedstrophen sind in der Öffentlichkeit oft sehr angebracht; aber es gibt auch Gelegenheiten, bei denen man die ganze Nacht hindurch im Gebet mit Gott ringt oder ein voller Tag nicht auszureichen scheint, um Psalmen zu singen. Der Heilige Geist ist frei in Seinen Wirkungen und nicht an die Regeln üblicher Handhabung gebunden. Unser letzter Psalm besang die Anfangskapitel von 1. Mose, und dieser befasst sich mit dessen letzten Kapiteln und leitet uns hinüber in das zweite und vierte Buch Mose. Die Erinnerung ist am besten beschäftigt, wenn sie sich mit dem befasst, was Gott getan hat. Leider liegt es uns näher, törichte oder böse Dinge zu bedenken, als unseren Geist auf die herrlichen Werke des HERRN zu richten. Behielten wir diese mehr im Gedächtnis, wäre unser Glaube stärker, unsere Dankbarkeit wärmer, unsere Anbetung brennender und unsere Liebe intensiver.

Dies ist die Grundlage allen Handelns Gottes mit den Israeliten: Er war mit ihrem Vater Abraham in einen Bund getreten, und zu diesem Bund stand Er. Die Ermahnung »Gedenkt!« bekommt große Kraft durch die Tatsache, dass Gott sich erinnert hat. Wenn der Herr an Seine Verheißung denkt, sollten wir wahrlich nicht vergessen, auf welch wunderbare Weise Er sie aufrechterhält. Es sollte uns Grund zu tiefster Freude sein, dass der Herr nie und unter keinen Umständen vergisst, was Er in Seinem Bund versprochen hat, und das wird Er auch bis ans Ende der Welt nicht tun. Ach, dächten wir doch so treu daran, wie Er es tut!

Als die Schlachtopfer zerteilt waren und die Feuerfackel zwischen den Teilen hindurchfuhr, machte – oder bestätigte – der Herr den Bund mit dem Erzvater. Das war eine feierliche, ernste Tat, die nicht ohne Blutvergießen und ohne das Zerteilen der Opfertiere geschah. Das weist auf den größeren Bund hin, der durch Jesus Christus unterzeichnet, besiegelt und bestätigt wurde, damit er bis in Ewigkeit Bestand habe. Isaak sah den feierlichen Bundesschluss nicht in einer Vision, doch erneuerte ihn der HERR ihm gegenüber mit einem Eid. Das reichte ihm und muss seinen Glauben an den Allerhöchsten gefestigt haben. Wir haben das Vorrecht, in unserem Herrn Jesus sowohl das besiegelnde Opfer als auch den ewigen Eidschwur Gottes zu sehen, durch den für das gesamte auserwählte Geschlecht jede Verheißung des Bundes »Ja« und »Amen« ist.