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Predigten zu Psalm 115,5

"Einen Mund haben sie und reden nicht; Augen haben sie und sehen nicht;"

Autor: Wilhelm Busch (* 27.03.1897; † 20.06.1966) deutscher evangelischer Pfarrer, Prediger und Schriftsteller
Zitate von Wilhelm Busch anzeigen

Im alten Rom gab es ein bösartiges Spottwort: Augur augurera videre non potest, ne rideat = Ein Priester kann den anderen nicht sehen, ohne daß er lachen muß. Ja, wenn ein Priester dem anderen begegnete, dann hatte er Mühe, das Lachen zu verbeißen über den Betrug, den sie dem Volke vormachten. Sie selbst nahmen ja ihre Götter nicht ernst. Wie sollten sie auch! Diese Götter hatten sie sich ja selbst ausgedacht und gemacht. Und so ist es mit allen selbstgemachten Göttern: Man nimmt sie nicht ernst.

Es ist dabei gleichgültig, ob man sie in Gold, Holz oder nur in Gedanken fabriziert. Es gibt viele moderne Menschen, die reden wohl vom „lieben Gott" oder vom „Herrgott". Irgendwo in einer Ecke ihrer Weltanschauung haben sie diesem Gott ein verwahrlostes Altärlein geweiht. Aber — sie nehmen ihn in keiner Weise ernst. Das ist wohl das Furchtbarste, was man sich denken kann, und — nach Aussage des 115. Psalms — der schrecklichste geistliche Tod, wenn man sich selbst Götter macht, die man nicht mehr ernst nimmt.

Doch nun geht es in diesem Psalm weiter: „Aber". Ja, wie ein Aufatmen ist dies „aber", wie ein Jubelruf! Und auch wie ein trotziges und gewisses Bekenntnis. „Aber Israel hoffe auf den Herrn; der ist ihm Hilfe und Schild." Wir haben einen Gott, den wir nicht gemacht haben, sondern der uns geschaffen hat. Wir haben einen Gott, der nicht am Rande unseres Denkens steht, sondern der Kraft, Schutz und Freude unseres Lebens ist. Wir haben einen Gott, den wir ernst nehmen dürfen und der auch uns ganz ernst nimmt. Es ist der geoffenbarte dreieinige Gott, Vater, Sohn und Heiliger Geist. Ihm sei Ehre! Amen.


Autor: Wilhelm Busch (* 27.03.1897; † 20.06.1966) deutscher evangelischer Pfarrer, Prediger und Schriftsteller
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Im alten Rom gab es ein bösartiges Spottwort: Augur augurera videre non potest, ne rideat = Ein Priester kann den anderen nicht sehen, ohne daß er lachen muß. Ja, wenn ein Priester dem anderen begegnete, dann hatte er Mühe, das Lachen zu verbeißen über den Betrug, den sie dem Volke vormachten. Sie selbst nahmen ja ihre Götter nicht ernst. Wie sollten sie auch! Diese Götter hatten sie sich ja selbst ausgedacht und gemacht. Und so ist es mit allen selbstgemachten Göttern: Man nimmt sie nicht ernst.

Es ist dabei gleichgültig, ob man sie in Gold, Holz oder nur in Gedanken fabriziert. Es gibt viele moderne Menschen, die reden wohl vom „lieben Gott" oder vom „Herrgott". Irgendwo in einer Ecke ihrer Weltanschauung haben sie diesem Gott ein verwahrlostes Altärlein geweiht. Aber — sie nehmen ihn in keiner Weise ernst. Das ist wohl das Furchtbarste, was man sich denken kann, und — nach Aussage des 115. Psalms — der schrecklichste geistliche Tod, wenn man sich selbst Götter macht, die man nicht mehr ernst nimmt.

Doch nun geht es in diesem Psalm weiter: „Aber". Ja, wie ein Aufatmen ist dies „aber", wie ein Jubelruf! Und auch wie ein trotziges und gewisses Bekenntnis. „Aber Israel hoffe auf den Herrn; der ist ihm Hilfe und Schild." Wir haben einen Gott, den wir nicht gemacht haben, sondern der uns geschaffen hat. Wir haben einen Gott, der nicht am Rande unseres Denkens steht, sondern der Kraft, Schutz und Freude unseres Lebens ist. Wir haben einen Gott, den wir ernst nehmen dürfen und der auch uns ganz ernst nimmt. Es ist der geoffenbarte dreieinige Gott, Vater, Sohn und Heiliger Geist. Ihm sei Ehre! Amen.