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Predigten zu Psalm 116,1

"Ich liebe Jehova; denn er hörte meine Stimme, mein Flehen;"

Autor: Charles Haddon Spurgeon (* 19.06.1834; † 31.01.1892) englischer Baptistenpastor
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Jeder Gläubige sollte ohne das geringste Zögern erklären können: »Ich liebe den HERRN.« Das wurde unter dem Gesetz gefordert, wurde aber nie in den Herzen der Menschen zustande gebracht, außer durch Gottes Gnade und nach den Grundsätzen der Evangelien. Es ist etwas Großes zu sagen: »Ich liebe den HERRN«; denn die schönste aller Gnaden und der sicherste Beweis der Errettung ist die Liebe. Gott erweist uns große Güte, indem Er sich herabneigt, um sich von so erbärmlichen Geschöpfen, wie wir sind, lieben zu lassen, und es ist ein sicherer Beweis, dass Er an unseren Herzen gewirkt hat, wenn wir sagen können: »Herr, Du weißt alles, Du erkennst, dass ich Dich lieb habe.« Der Psalmist weiß nicht nur, dass er Gott liebt, sondern auch, warum er das tut. Wenn Liebe sich mit Gründen rechtfertigen kann, ist sie tief, stark und anhaltend. Wir haben Gründe, überreichlich Gründe, den Herrn zu lieben. Und weil in diesem Fall Prinzip und Hingabe, Vernunft und Gefühl zusammenfallen, bewirken diese eine wunderbare Geisteshaltung. Der Grund des Psalmisten, Gott zu lieben, war die Liebe Gottes, durch die Er sein Gebet erhört hatte.

Der Psalmist war von tödlichen Schmerzen umringt. Kümmernisse hatten den Psalmisten heimgesucht und ihn gefunden, und als er nach Befreiung Ausschau hielt, fand er diese nicht, sondern doppelte Schmerzen. Wenn der gute Mensch nicht zu Gott gehen kann, ruft er zu Ihm. In seiner Not kam sein Glaube zu der Erkenntnis, es sei nutzlos, Menschen anzurufen, und vielleicht erschien es ihm auch fast sinnlos, zu dem HERRN zu schreien; und doch begann er mit seiner ganzen Seele alle Ei- genschaften anzurufen, die den heiligen Namen des HERRN ausmachen, und damit bewies er sein Vertrauen. Indem der HERR Gebete erhört, zeigt Er sowohl Seine Gnade als auch Seine Gerechtigkeit. Es ist eine große Gunst, auf die Gebete eines Sünders zu hören; aber weil der HERR versprochen hat, es zu tun, ist Er nicht ungerecht, wenn Er Seiner Verheißung gedenkt und das Schreien Seines Volkes nicht überhört. Die Verbindung von Gnade und Gerechtigkeit im Handeln Gottes mit Seinen Knechten kann man nur verstehen, wenn man des Sühnopfers unseres Herrn Jesus Christus gedenkt. Am Kreuz sehen wir, wie gnädig und wie gerecht der HERR ist. Der Psalmist beschreibt die Gründe für seine Entscheidung, den HERRN anzurufen, solange er lebt, und niemand kann zu einem anderen Schluss kommen, als dass diese Entscheidung höchst gerechtfertigt ist. Wenn er aus einer so schrecklichen Tiefe durch einen besonderen Eingriff Gottes emporgehoben wurde, ist er zweifellos für ewig verpflichtet, von ganzem Herzen den HERRN anzubeten, dem er so viel verdankt. Möge der Heilige Geist uns helfen, ununterbrochen zu beten und für alles zu danken; denn dies ist der Wille Gottes in Christus Jesus für uns.