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Predigten zu Psalm 117,1

"Lobet Jehova, alle Nationen! Rühmet ihn, alle Völker!"

Autor: Charles Haddon Spurgeon (* 19.06.1834; † 31.01.1892) englischer Baptistenpastor
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Dies ist eine Ermahnung an die Heiden, den HERRN zu verherrlichen, und ein klarer Beweis dafür, dass sich der Geist des Alten Testaments sehr vom engen und begrenzenden nationalen Eifer unterscheidet, mit dem die Juden zur Zeit des Erdenlebens unseres Herrn so hartnäckig geplagt waren. Niemand konnte erwarten, dass sich die Nationen am Lob des HERRN beteiligten, wenn sie nicht auch an den von Israel genossenen Wohltaten Anteil hatten. Darum ist dieser Psalm ein Hinweis an Israel, dass die Gnade und Barmherzigkeit seines Gottes nicht auf dieses eine Volk beschränkt bleibt, sondern in glücklicheren Zeiten auf alle Menschengeschlechter ausgedehnt werden würde. Davon hatte Mose geweissagt, als er sagte: »Jauchzt, ihr Völker, mit Seinem Volk!« (5Mo 32,43), wie der Text im Hebräischen richtig lautet. Die Nationen sollten zu Seinem Volk werden; Er würde diejenigen »ein Volk« nennen, die kein Volk waren, und diejenigen »Geliebte« nennen, die nicht geliebt waren. Wir wissen und glauben, dass jeder Stamm der Menschen bei dem universalen Lied vertreten sein wird, das zu dem Herrn des Alls aufsteigen wird. Einzelne wurden bereits aus jedem Geschlecht und jedem Stamm und jedem Volk und jeder Sprache durch die Predigt des Evangeliums gesammelt, und sie haben schon von Herzen eingestimmt, wenn die Gnade gerühmt wird, die sie suchte und zur Erkenntnis ihres Heilands brachte. Aber sie bilden nur die Vorhut von einer Menge, die niemand zählen kann, die aber bald kommen wird, um den ganz und gar Herrlichen anzubeten. Wenn du Ihn schon gepriesen hast, tu es wieder und tu es mit mehr Hingabe, indem deine Ehrfurcht und der Eifer, mit dem du den Höchsten erhebst, täglich zunimmt. Er soll nicht nur national von den Herrschern gepriesen werden, sondern vom ganzen Volk. Die Menge des gemeinen Volkes soll den Herrn preisen. Und weil das zweimal gesagt wird, wird dessen Gewissheit bestätigt; denn die Nationen werden den HERRN erheben – alle, ohne Ausnahme. Im Zeitalter der Gnade beten wir keinen neuen Gott an; denn der Gott Abrahams ist unser Gott in Ewigkeit, und Er wird der Gott der ganzen Erde genannt werden.

Der Herr ist uns als Seinen Geschöpfen gnädig und uns als Sündern barmherzig, daher kommt Seine gnadenvolle Freundlichkeit uns sündigen Geschöpfen gegenüber. Diese Gnade hat sich als groß, als machtvoll erwiesen. Die Macht der Gnade Gottes trug den Sieg davon, wie die Wasser der großen Flut über die Erde triumphierten, sie durchbrach alle Grenzen, sie ergoss sich überallhin, wo die verschiedensten Stämme der Menschen wohnten, und das mit unvorstellbarer Macht. Wir können alle in diese dankbare Feststellung einstimmen und in das Lob, das dazu passt. Gott hat Sein Bundesversprechen gehalten, dass in Abrahams Samen alle Geschlechter der Erde gesegnet würden, und Er wird in Ewigkeit jede einzelne Verheißung dieses Bundes all denen aufrechterhalten, die ihr Vertrauen auf Ihn setzen. Das sollte ein Grund zu stetigem dankbaren Lob sein, weshalb der Psalm so endet, wie er begann – mit »Halleluja!«


Autor: Frederick Brotherton Meyer (* 08.04.1847; † 28.03.1929) englischer Baptistenpastor

Lobet den HErrn alle Heiden; preiset Ihn alle Völker

Das ist eine ungewohnte Aufforderung von jüdischen Lippen. Zumeist blickten die Juden mit wenig Teilnahme auf ihre heidnischen Nachbarn, und hegten kaum den Wunsch, dass diese den Namen Jehovahs preisen sollten, es wäre denn, dass sie sich zum Judentum bekehrten. Aber wenn die Liebe Gottes im Herzen mächtig wird, da übersteigt sie die Grenzen der Sitte und des Vorurteils der Rassen; sie wird getragen von dem sehnsüchtigen Verlangen, dass doch die ganze Welt den Heiland kennen und lieben lerne.

„Wenn doch alle Welt den Heiland kennte, Jedes Herz für Ihn dann heiß entbrennte!“

Wir bedürfen alle der befreienden Macht der Liebe Christi, damit wir mit warmen Worten mit denen reden können, die wir gewohnt waren, als außerhalb dem Bereich unsers Einflusses stehend zu betrachten. O dass wir doch jenen leidenschaftlichen Wunsch kenneten, dass Gott von allen gepriesen und geliebt würde! Wären wir doch bereit, für Narren und Enthusiasten zu gelten, wenn wir nur dadurch Lippen, die sonst stumm geblieben wären, zum Lobe Gottes aufschießen könnten! Tun wir alles, was in unseren Kräften steht, um die Völker zum Lobe Gottes zu ermuntern? Es ist eitel Heuchelei, sie zum Preise Gottes aufzufordern, wenn wir niemals, weder durch unser Wort, noch durch unser Gebet gesucht haben, die Gnade und Wahrheit, wie sie in Jesu erschienen ist, unter ihnen bekannt zu machen. Wie viel können wir lernen von dem christlichen Chinesen Lo – Fook, der vor fünfzehn Jahren so tief ergriffen wurde von dem Zustand der armen Leibeigenen in Desserara, dass er sich selbst als Sklave verkaufte, um sie für Jesum zu gewinnen! Als er fünf Jahre darauf starb, waren durch ihn zweihundert dieser Heiden gläubig geworden.