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Predigten zu Psalm 118,22

"Der Stein, den die Bauleute verworfen haben, ist zum Eckstein geworden."

Autor: Charles Haddon Spurgeon (* 19.06.1834; † 31.01.1892) englischer Baptistenpastor
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Der Psalmist war von den Mächtigen verworfen; aber Gott hatte ihm den Platz höchster Ehre und größter Nützlichkeit gegeben, indem Er ihn zum wichtigsten Eckstein seines Staates machte. Bei so vielen Menschen, deren früheres Leben voller Kämpfe war, hat es dem Herrn gefallen, Seine göttlichen Ratschlüsse auf ähnliche Weise zu vollenden. Doch der Text ist auf niemand so gut anwendbar wie auf den Herrn Jesus selbst. Er ist der lebendige Stein, der erprobte Stein, der auserwählte und kostbare, den Gott selbst von Ewigkeit her ausersehen hatte. Die jüdischen Baumeister, die Schriftgelehrten, Priester, Pharisäer und Herodianer verachteten und verwarfen Ihn. Sie konnten nichts Ausgezeichnetes an Ihm erkennen, auf das sie hätten bauen mögen. Auch war Er nicht in ihrem Konzept von einer nationalen Gemeinde unterzubringen; Er war eben aus einem anderen Steinbruch als sie selbst und entsprach weder ihren Vorstellungen noch ihrem Geschmack. Darum warfen sie Ihn fort und überschütteten Ihn mit Verachtung. Sie hielten Ihn für nichts, obwohl Er der Herr über alles ist. Indem Gott, der HERR, Ihn von den Toten auferweckte, erhob Er Ihn zum Haupt der Gemeinde, als deren Krone der Schönheit und Herrlichkeit. Seither wurde Er zur Zuversicht der Heiden, selbst derer, die fern, jenseits der Meere wohnen. Dadurch vereinte Er die beiden Wände der Juden und der Heiden zu einem prächtigen Tempel, in dem Er der verbindende Eckstein ist, der aus beiden eins macht. Darüber nachzudenken, macht das Herz froh.

Jesus hat in allem den Vorrang; Er ist der erste und wichtigste Stein im ganzen Hause Gottes. Bei uns wird beim Bau eines öf- fentlichen Gebäudes mit großer Feierlichkeit ein besonderer Stein als Grundstein gelegt, in dem man irgendwelche ausgewählte Kostbarkeiten unterbringt, die an diese Grundsteinlegung erinnern sollen. Von da an wird dieser Grundstein für besonders wertvoll erachtet, weil sich freudige Erinnerungen an ihn knüpfen. All das gilt in außergewöhnlicher Weise für unseren gepriesenen Herrn. Gott selbst legte Ihn dahin, wo Er ist, und verbarg in Ihm all die kostbaren Dinge Seines ewigen Bundes. Und da wird Er auch immer bleiben als die Grundlage aller unserer Hoffnungen, als der freudige Inhalt all unseres Rühmens und als das einigende Band all unserer Gemeinschaft. Er ist »das Haupt über alles [in] der Gemeinde«. Und durch Ihn wird die Gemeinde zusammengehalten und wächst zu einem heiligen Tempel im Herrn. Die Bauleute verwerfen Ihn immer noch; selbst bis zum heutigen Tag neigen die offiziellen Lehrer des Evangeliums dazu, lieber alle möglichen Philosophien anzunehmen, als bei dem einfachen Evangelium zu bleiben, in dem Christus Wirklichkeit ist. Trotzdem nimmt Er Seine wahre Stellung inmitten Seines Volkes ein, und die törichten Bauleute werden zu ihrem äußersten Entsetzen sehen, wie diese Wahrheit überall die Oberhand gewinnt. Wer den auserwählten Stein verwirft, wird über ihn fallen und zuschanden werden; denn es wird nicht mehr lange dauern bis zu Seinem Zweiten Kommen, wenn Er wie ein Stein vom Himmel auf sie fallen und sie zu Staub zermalmen wird.