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Predigten zu Psalm 119,141

"Gering bin ich und verachtet; deine Vorschriften habe ich nicht vergessen."

Autor: Martin Luther (* 10.11.1483; † 18.02.1546) theologischer Urheber der Reformation
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Nicht vergessen, wofür man gebetet hat

Aber nun erkenne ich, Gott sei Dank, sehr wohl, dass es kein gutes Gebet war, wenn man vergisst, was man dabei gesprochen hat: Denn ein richtiges Gebet gedenkt sehr wohl von Anfang bis zum Ende an alle Worte und Gedanken, die man beim Gebet gesprochen hat. Genauso muss ein fleißiger Barbier seine Gedanken, seine Sinne und seine Augen sehr genau auf das Schermesser und auf die Haare richten und darf nicht vergessen, was er abschneidet oder frisiert. Wenn er aber dabei gern plaudern oder seine Gedanken und Augen auf andere Dinge richten will, da kann er leicht einem anderen die Nase oder die Kehle abschneiden. Demnach will jedes Werk (zumindest, wenn es gut gemacht sein soll) den ganzen Menschen haben mit all seinen Sinnen und Gliedern, wie man sagt: »Wer an vieles denkt, der denkt an nichts und macht auch nichts, wie es sich gehört.« Wie viel mehr muss dann das Gebet unsere Herzen ganz und gar in Beschlag nehmen, wenn es ein richtiges Gebet sein soll.