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Predigten zu Psalm 119,73

"Deine Hände haben mich gemacht und bereitet; gib mir Einsicht, und ich will deine Gebote lernen."

Autor: Charles Haddon Spurgeon (* 19.06.1834; † 31.01.1892) englischer Baptistenpastor
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Wir sind jetzt zum zehnten Abschnitt gekommen, in dem jede Strophe mit dem Buchstaben Yodh beginnt, die sich aber gewiss nicht mit kleinen Jotas und Häkchen oder anderen Nebensächlichkeiten befassen. Das Thema scheint persönliche Erfahrung zu sein – und wie diese sich positiv auf andere auswirkt. Der Prophet ist in tiefem Kummer; aber er wartet darauf, erlöst und anderen ein Segen zu werden. Weil er andere lehren möchte, bittet er zunächst, selbst belehrt zu werden (Vers 73), er ist davon überzeugt, dass man gern auf ihn hört (Vers 74), und er wiederholt das Zeugnis, welches er bringen will (Vers 75). Er bittet um weitere Erfahrungen (Verse 76-77), um Beschämung der Übermütigen (Vers 78), darum, dass die Frommen sich zu ihm versammeln (Vers 79) und dann wieder für sich selbst, dass er für diesen Zeugnisdienst voll ausgerüstet sei und dabei unterstützt werde (Vers 80). So hört sich das ernste und doch hoffnungsvolle Schreien eines von grausamen Feinden schwer Angefochtenen an, der sich deshalb an Gott als seinen einzigen Freund wendet. Gottesfürchtige Menschen werden ermutigt, wenn sie erfahrenen Gläubigen begegnen. Ein Mensch voller Hoffnung ist ein von Gott Gesandter, wenn jemand in Schwierigkeiten oder Gefahren ist. Haben sich die Hoffnungen eines Gläubigen bestätigt, werden seine Mitstreiter erfreut und auferbaut und gewinnen selbst neue Hoffnung. Es gefällt den Augen, einen Menschen zu sehen, der bezeugt, dass der Herr treu ist. Ja, es ist eine der Freuden der Heiligen, wenn sie mit ihren weiter fortgeschrittenen Brüdern Zwiesprache halten dürfen. Der Psalmist hat zwei Beschreibungen für die Heiligen: Sie sind gottesfürchtig, und sie kennen Gott. Sie besitzen sowohl Ehr- furcht als auch Unterweisung, sie haben sowohl den Geist als auch die Erkenntnis wahrer Frömmigkeit. Wir kennen innige Gläubige, die herzlich sind, aber nicht sehr intelligent, und andererseits wissen wir auch von bestimmten Bekennern, die nur alles im Kopf, jedoch nichts im Herzen haben. Der Psalmist ist ein Mensch, der Ehrfurcht und Verständnis vereint. Wir haben weder Interesse an frommen Dummköpfen noch an intellektuellen Eisbergen. Gehen aber Gottesfurcht und Erkenntnis Hand in Hand, so schaffen sie einen Menschen, der zu jedem guten Werk gründlich zubereitet ist. Wenn ich mir solche Menschen zu Freunden erwähle, darf ich hoffen, einer von ihrer Sorte zu werden. Mögen sie immer bei mir einkehren, sie werden in mir eine verwandte Seele finden.

Wenn das Herz gesund im Gehorsam gegenüber Gott ist, ist alles gut, oder es wird alles gut werden. Wenn unser Herz richtig steht, ist die Hauptsache in Ordnung. Das ist sogar wichtiger, als von guten Menschen geschätzt zu werden. Im Grunde geht es darum: Wenn wir vor Gott nicht aufrichtig sind, ist unser frommer Name nur ein leerer Klang. Wer von Herzen aufrichtig ist, hat keinen Grund, sich zu schämen, und wird auch nie welchen bekommen. Heuchler sollten sich jetzt schon schämen; denn eines Tages werden sie es ohne Ende tun, ihre Herzen sind verdorben, und ihr Name wird verderben. Aber alle, die ihre eigene Schwachheit durch traurige Erfahrungen kennen lernten, wissen, was es heißt, die Dinge zu durchschauen und den Herrn um »Wahrheit im Innern« anzurufen.