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Predigten zu Psalm 122,6

"Bittet um die Wohlfahrt Jerusalems! Es gehe wohl denen, die dich lieben!"

Autor: Charles Haddon Spurgeon (* 19.06.1834; † 31.01.1892) englischer Baptistenpastor
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Jerusalems Name bedeutet »Frieden«. Betet, dass die Bedingungen dort diesen Namen rechtfertigen. Wohnung des Friedens, Friede sei mit dir! Es gab wirklich Grund genug zum Jubeln bei dem Gedanken, zum Haus des Herrn hinaufzugehen, weil dort die Bundeslade, der Thron Gottes, im Zentrum eines Gebietes des Friedens stand; und Israel tat gut daran, um Beständigkeit dieses Friedens zu bitten. In der Gemeinde sollte der Friede ersehnt, erwartet, gefördert und genossen werden. Wenn wir auch nicht sagen dürfen: »Frieden um jeden Preis!«, so dürfen wir gewisslich sagen: »Frieden um den höchsten Preis!« Wer täglich durch Schreckensmeldungen aufgescheucht wird, freut sich, wenn er in heiliger Gemeinschaft einen Ruheort gefunden hat, um darin zu bleiben. In der Gemeinde ist eine wesentliche Voraussetzung für erfolgreiche Arbeit der innere Frieden; Streit, Argwohn, Parteigeist und Trennung wirken tödlich. Wer den Frieden in der Gemeinde zerstört, verdient es, darunter zu leiden, und wer ihn erhält, gewinnt daraus großen Segen. Der Friede in der Gemeinde sollte unser tägliches Gebet sein, und wenn wir so beten, bringen wir auf uns selbst Frieden herab.

Es gereicht ganz Israel zum Vorteil, wenn in Jerusalem Frieden herrscht. Es ist für jeden Christen, ja, für jeden Menschen gut, wenn es in der Gemeinde Frieden und Wachstum gibt. In diesem Punkt unterstützt unsere Humanität und unsere gewöhnliche Menschenfreundlichkeit unser gläubiges Gebet. Von einer blühenden Gemeinde werden sicher unsere Kinder, unsere Nachbarn und alle unsere Landsleute gesegnet. Außerdem können wir gar nicht anders, als für etwas zu beten, womit un- sere liebsten Verwandten und besten Freunde beschäftigt sind; wofür sie sich einsetzen, dafür müssen und wollen wir beten. David betet wegen Zion für Jerusalem, und wir beten für die Gemeinde, damit sie alles rings um sie her salzt und würzt. Die Gegenwart des HERRN, unseres Gottes, macht uns jeden Ort lieb und wert, an dem sich Seine Herrlichkeit offenbart. Wir haben allen Grund, Gutes für solche zu suchen, in deren Mauern Gott wohnt, der allein gut ist. Wir sollen für die Sache Gottes leben und müssen bereit sein, für sie zu sterben. Zuerst lieben wir sie (Vers 6), dann wirken wir für sie, zuerst sehen wir ihr Gutes, dann suchen wir es. Können wir nichts anderes tun, so können wir doch für sie betend eintreten. Unsere Bundesbeziehungen zu dem HERRN, unserem Gott, binden uns, für Sein Volk zu beten – es ist »das Haus des HERRN, unseres Gottes«. Wenn wir Gott ehren, begehren wir das Wohl der Gemeinde, die Er sich zur Wohnung erwählt hat. So freut sich der Dichter über die Einladung, sich mit den anderen im Dienst für den Herrn zu vereinen. Er geht mit ihnen und jubelt, und dann wandelt sich seine Freude in Anbetung, und er verwendet sich für die Stadt des Großen Königs. O Gemeinde des lebendigen Gottes, wir wünschen deinen Versammlungen Heil, und mit gebeugten Knien bitten wir, du mögest Frieden und Glückseligkeit haben. Möge unser HERR dies geben! Amen.