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Predigten zu Psalm 122,1

"{Ein Stufenlied. Von David.} Ich freute mich, als sie zu mir sagten: Lasset uns zum Hause Jehovas gehen!"

Autor: Charles Haddon Spurgeon (* 19.06.1834; † 31.01.1892) englischer Baptistenpastor
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Davids Herz lebte in der Anbetung Gottes, und so war er froh, anderen zu begegnen, die ihn einluden, dorthin zu gehen, wo seine Wünsche längst weilten: Es facht die Inbrunst der Inbrünstigen an, wenn sie von anderen zu heiligem Dienst eingeladen werden. Es hieß ja nicht: »Geh!«, sondern: »Wir gehen « im Sinne von: »Lasst uns gehen.« Darum fand das Ohr des Psalmisten doppelte Freude daran. Er freute sich um der anderen willen; froh, dass sie selber gehen wollten, und froh, dass sie den Mut und die Freiheit hatten, andere einzuladen. Er wusste: Das würde ihnen gut tun. Nichts Besseres kann Menschen und ihren Freunden geschehen, als wenn sie den Ort lieben, an dem Gottes Ehre wohnt. Wenn wir uns freuen, von anderen zu unseres Vaters Haus gerufen zu werden, wie viel froher sind wir dann, selbst dorthin gehen zu dürfen. Wir lieben unseren Herrn, und darum lieben wir Sein Haus, und uns plagt ein heißes Verlangen, bald in den ewigen Wohnungen Seiner Herrlichkeit zu sein. Wenn wir uns an dem Gedanken allein freuen, im Haus des Herrn zu sein, sagt das etwas über unser Wesen aus und ist das eine Weissagung in Bezug auf das Glück, das wir eines Tages im Haus des Vaters droben erfahren werden. Welch ein schöner Sabbatpsalm ist das! Bei dem Gedanken an den Tag des Herrn und all dem Heiligen, das damit verbunden ist, jubelt unsere Seele. Wie gut lässt sich das also auch auf die Gemeinde anwenden! Wir sind glücklich, wenn wir so viele Seelen sehen, die bereit sind, sich mit dem Volk Gottes zu vereinen. Der Prediger freut sich besonders, wenn viele nach vorne kommen und ihn um Hilfe bitten, in die Gemeinschaft der Gemeinde einzutreten. Nichts hört sich für ihn schöner an als die demütige Bitte: »Lasst uns in das Haus des HERRN gehen!«

David schaute in einer Vision, wie die Stadt gebaut wurde, wie sie nicht mehr eine kahle Stelle, nur eine Ansammlung von Zelten oder eine Stadt auf dem Papier war – angefangen, aber nicht vollendet. Und Gott sei gedankt, Jerusalem wurde erbaut: Der Herr hat Sein Zion durch Seine herrliche Erscheinung errichtet. Die Gemeinde ist eine dauerhafte und bedeutende Einrichtung, auf einen Felsen gegründet und in Weisheit geordnet. Eine der prächtigsten Eigenschaften der Gemeinde ist die Festigkeit und Geschlossenheit ihrer Einheit: »ein Herr, ein Glaube, eine Taufe«. Eine Gemeinde sollte eins im Glauben und eins im Herzen sein, eins im Zeugnis und eins im Dienst, eins in der Hoffnung und eins in der gegenseitigen Wertschätzung. Wer Trennwände in der Gemeinde errichten will, schadet ihr sehr; sie braucht Zusammenhalt, nicht Trennungen. Es bedeutet keine Freude, in eine Gemeinde zu gehen, die innerlich zerrissen ist. Die Freude heiliger Menschen wird erregt durch die Verbindung in der Liebe, die Einheit im Leben; sie würden sehr traurig, sähen sie, dass die Gemeinde ein in sich zerstrittenes Haus ist. Einige christliche Gemeinschaften scheinen von Zeit zu Zeit in Stücke zu fliegen, und kein gottbegnadeter Mensch möchte dabei sein, wenn sich eine solche Explosion ereignet. Die Stämme ziehen nicht dahin hinauf; denn Streit und Zwietracht haben keine Anziehungskräfte.