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Predigten zu Psalm 126,5

"Die mit Tränen säen, werden mit Jubel ernten."

Autor: William MacDonald (* 07.01.1917; † 25.12.2007) US-amerikanischer Prediger der Brüdergemeinden
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"Die mit Tränen säen, werden mit Jubel ernten."

Im Psalm 126 erinnern sich die Kinder Israel an ihre Rückkehr in ihr Land nach der langen Gefangenschaft in Babylon. Es war so, als ob sie träumten, sie waren voller Lachen und Singen. Selbst ihre heidnischen Nachbarn hatten damals von den großen Dingen geredet, die der Herr an Seinem Volk getan hatte.

Und jetzt, wo sie wieder in ihrem Heimatland waren, mussten sie auch die Felder neu bestellen. Aber da gab es Probleme. Sie hatten nur eine begrenzte Menge an Getreide mitgebracht. Das konnten sie jetzt für ihr eigenes Essen nehmen, denn schließlich war ja auf den Feldern nichts gewachsen, was sie ernten konnten. Oder aber sie konnten es als Saatgut einsetzen und es in die Erde säen, in der Hoffnung auf eine reiche Ernte in späterer Zeit. Wenn sie sich dafür entschieden, das meiste als Saatgut zu gebrauchen, dann hiess das, dass sie jetzt sehr bescheiden leben und bis zur Erntezeit viele Opfer bringen mussten. Sie entschieden sich aber für diesen Weg.

Wenn der Bauer dann auf sein Feld ging, die Hand in die Körner tauchte und sie breitwürfig auf das gepflügte Land ausstreute, dann vergoss er manchmal Tränen bei dem Gedanken daran, welche Not er und seine Familie noch erdulden müssten, bis die Zeit der Ernte herankam.

Aber später, als die Felder voller goldener Ähren standen, wurden seine Tränen in Freude verwandelt, wenn er schließlich die gereiften Garben zurück in seine Scheune brachte. Für alle Opfer, die sie gebracht hatten, würden sie jetzt reichlich entschädigt werden.

Wir können hier auch die Verbindung herstellen zu unserer eigenen Haushalterschaft in materiellen Dingen. Der Herr vertraut jedem von uns eine begrenzte Menge Geld an. Das können wir für unsere eigenen Wünsche ausgeben und uns kaufen, wonach unser Herz verlangt. Oder aber wir können sehr sparsam leben und Geld in die Arbeit des Herrn investieren, in Missionsgesellschaften, die im Ausland arbeiten, in christliche Literatur, in Rundfunksendungen, die das Evangelium verbreiten, in unsere Ortsgemeinde und in viele andere Formen der evangelistischen Arbeit. In diesem Fall wird das heißen, dass wir selbst einen bescheidenen Lebensstil haben, damit alles, was über das Lebensnotwendige hinausgeht, in die Arbeit des Herrn fließen kann. Wir kommen dann mit einem eingeschränkten Haushalt aus, damit nicht irgendwo Menschen verloren gehen, nur weil sie nichts vom Evangelium gehört haben.

Aber alle solche Opfer werden gar nicht mehr der Erwähnung wert sein, wenn die Erntezeit kommt, wenn wir im Himmel Männer und Frauen sehen werden, die aufgrund unseres opferbereiten Handelns dort sind. Ein Mensch, der vor der Hölle bewahrt blieb und von jetzt an bis in alle Ewigkeit das Gotteslamm anbetet, der ist doch jedes Opfer wert, das wir hier nur bringen können.


Autor: Frederick Brotherton Meyer (* 08.04.1847; † 28.03.1929) englischer Baptistenpastor

Die mit Tränen säen, werden mit Freuden ernten

Mancher Landmann feuchtet seinen Samen an, ehe er ihn ausstreut. Es ist gut, wenn die Arbeiter des HErrn ihre Ermahnungen und Ansprachen mit ihren Gebeten und ihren Tränen also befeuchten. Es genügt nicht zu säen; das mögen wir beständig und in ausgiebiger Weile tun; aber wir müssen den ausgestreuten Samen auch begleiten mit zartem Erbarmen, mit starkem Geschrei und Tränen, wenn die zweite Hälfte unsers Spruchs soll in Erfüllung gehen, dass wir mit Freuden ernten. Welche herrliche Verheißung liegt in diesen Worten! Du hast vielleicht schon lange geduldig Samen ausgestreut unter Jungen und Alten, und zuweilen bist du dabei so mutlos geworden, dass du alles als hoffnungslos angesehen hast. Wolltest du aber jetzt dich zurückziehen, so würdest du die Ernte, den Lohn aller deiner Arbeit verfehlen. Harre noch ein wenig aus; Gott verbirgt dir jetzt noch die Ernte. Aber solltest du auch über dem Säen sterben, ohne zu ernten, so wirst du doch in jener Welt wieder kommen und deine Garben mit dir bringen.

Wir säen alle mit Tränen, mit Tränen über einen geliebten Absalom, mit Tränen über unsere Mängel und Fehler, mit Tränen über unsere getäuschten Hoffnungen. Aber jede Träne einer dem HErrn geweihten Seele ist ein Saatkorn, das Gott in seine Hut nimmt, und nicht vergeblich sein wird. Er sammelt sorgfältig unsere Tränen in sein Krüglein. Gott behütet das in die Erde gesenkte Saatkorn, und steht für die Ernte gut. Kein Seufzer, keine Träne, kein vom Geist Gottes gewirktes Gebet kann wirklich verloren gehen oder unfruchtbar bleiben. Gleich unserem HErrn werden auch wir, „darum dass unsere Seele gearbeitet hat, unsere Lust sehen, und die Fülle haben.“ „Was im Grab verborgen, – Kalt und schweigend lag, Keimt am Frühlingsmorgen – Lebensvoll zu Tag.“