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Predigten zu Psalm 129,2

"Oftmals haben sie mich bedrängt von meiner Jugend an; dennoch haben sie mich nicht übermocht."

Autor: Frederick Brotherton Meyer (* 08.04.1847; † 28.03.1929) englischer Baptistenpastor

Sie haben mich oft gedrängt; aber sie haben mich nicht übermocht

Ist es nicht ein Wunder, dass der Satan und die Menschen die Heiligen Gottes, nicht überwältigen können? Nur Gnade ist es – weiter nichts. Weil Gott uns zu seinem Eigentum erwählet und uns um teuren Preis erkauft hat, kann Er es nicht über sich bringen, uns dem Willen unserer Feinde anheim zu geben. Wohl mag Er zulassen, dass die Geißel auf unserem Rücken lange Furchen ziehe, weil der Knecht nicht über seinen Herrn ist; aber an dem für unsere Hinrichtung bestimmten Tage wird Er unsere Stricke entzweischneiden, und uns aus unserer Feinde Hand befreien. Ist es Petrus nicht also widerfahren, und Paulus mehr denn einmal?

Lasset uns denn wandeln mit unserem Gott; die Gemeinschaft mit Ihm sei das tägliche Brot unserer Seele. Wenn wir den steten Umgang mit Ihm pflegen, so brauchen wir nichts zu fürchten, mögen unsere Feinde auch noch so giftige Ränke gegen uns schmieden. Inniger Verkehr mit dem HErrn ist das sichere Mittel, ihnen zu entgehen.

Aber der tägliche Umgang mit Gott ist nur möglich durch das Blut Jesu, durch das wir zu Gott nahen dürfen, und dies kann nur durch beständige Wachsamkeit bis ins Kleinste hinein aufrecht erhalten werden. Seien wir sehr vorsichtig, und hüten wir uns vor allem, was uns dem HErrn gegenüber befangen machen könnte. Wo zwischen Freunden eine innige Liebe besteht, da verursacht sogar ein kalter Blick tiefen Schmerz. Wenn wir am wenigsten geneigt sind, zu beten, so haben wir es am nötigsten; wenn uns die Nähe Jesu nicht recht zum Bewusstsein kommt, so müssen wir desto anhaltender um Zugang zu Ihm ringen. Hat der König schon manchen Tag nicht nach dir gesandt, so warte auf Ihn in seinem Vorhofe.