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Predigten zu Psalm 129,5

"Mögen beschämt werden und zurückweichen alle, die Zion hassen!"

Autor: Charles Haddon Spurgeon (* 19.06.1834; † 31.01.1892) englischer Baptistenpastor
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Es ist nur gerecht, wenn solche, die die Guten hassen, peinigen und verletzen, am Ende umkommen. Wer Recht und Unrecht verwirrt, sollte verwirrt werden, und wer sich von Gott abwendet, von dem sollte sich Gott auch abwenden. Loyale Untertanen wünschen denen nichts Gutes, die sich gegen ihren König verschwören. Wie könnten wir denen Erfolg wünschen, die das zerstören, was uns das Liebste ist? Das gegenwärtige Zeitalter ist so dreist, dass es Menschen, die den Heiland lieb haben, als Fanatiker beschimpft, und wer die Mächte des Bösen hasst, wird als Eiferer bezeichnet. Was uns betrifft, stimmen wir trotz aller Widersacher von Herzen den Wünschen in Vers 5 und 6 zu und würden gern die alte Praxis von Ebal und Garizim wieder beleben, wo die gesegnet werden, die Gott gehorchen, und alle verflucht werden, die sich selbst zum Fluch machten. Die Gemeinde ist so nützlich, so schön, so schuldlos, so voller guter Dinge, dass alle, die ihr Böses tun, der gesamten Menschheit schaden und verdienen, als Feinde des Menschengeschlechts behandelt zu werden. Lest einmal ein Kapitel aus dem Buch der Märtyrer von Fox und achtet darauf, ob ihr nicht Lust hättet, einen Rachepsalm über Bischof Bonner oder die »blutige Maria « zu lesen. Es mag sein, dass einige verdrehte, gefühlsduselige Menschen euch dafür tadeln werden; wenn sie das tun, lest ihnen ebenfalls einen!

In der Erntezeit segnen die Menschen einander im Namen des HERRN; aber im Wandel und Verhalten der Gottlosen ist nichts, was zum Schenken oder Empfangen eines Segensspruches Anlass geben könnte. Überschauen wir das Leben eines Sünders, sind wir eher zum Weinen als zum Freuen geneigt, und wir füh- len uns gedrungen, ihm eher Versagen als Erfolg zu wünschen. Weil wir nicht wagen, fromme Ausdrücke nur als Komplimente auszuteilen, dürfen wir bösen Menschen nicht Gottes Segen wünschen, weil wir uns dadurch zu Teilhabern ihrer schlechten Taten machen. Wenn Verfolger die Heiligen quälen, können wir nicht sagen: »Des HERRN Segen über euch!« Wenn sie die Frommen verleumden und der Lehre vom Kreuz widerstehen, wagen wir nicht, sie im Namen des HERRN zu segnen. Es wäre eine Schande, den Namen des gerechten HERRN zu entehren, indem wir Gottes Segen auf Unrechtstaten legen. Seht, wie die Gottesfürchtigen roh von ihren Feinden »gepflügt« werden, und doch kommt eine Ernte daraus hervor, die Segen trägt und Segen schafft. Die Gottlosen haben zwar für eine Weile Gedeihen und rühmen sich völliger Unangreifbarkeit und meinen, außerhalb der Reichweite des Kummers zu leben, doch bald wird man feststellen, dass sie dahin sind, ohne eine Spur hinterlassen zu haben. Herr, zähle mich zu Deinen Heiligen. Lass mich an ihren Schmerzen teilhaben, wenn ich auch ihre Herrlichkeit genießen darf. In dieser Weise mache ich mir diesen Psalm zu Eigen und erhebe Deinen Namen; denn Deine Angefochtenen sind nicht verloren, und Deine Verfolgten sind nicht verlassen.