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Predigten zu Psalm 129,1

"{Ein Stufenlied.} Oftmals haben sie mich bedrängt von meiner Jugend an, sage doch Israel,"

Autor: Charles Haddon Spurgeon (* 19.06.1834; † 31.01.1892) englischer Baptistenpastor
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Das Lied beginnt ohne Einleitung. Die Trübsale der Gemeinde wiederholten sich immer wieder, unzählige Male; dieselben Angriffe wurden auf uns so verübt wie auf unsere Väter. Jakob fand schon damals, dass seine Tage wenige und böse waren. Jeder Israelit ist oft gepeinigt worden, und Israel als Ganzes kam von einer Drangsal in die andere. »Oft« sagt Israel nur, weil es nicht angeben kann, wie oft. Es nennt seine Angreifer nur »sie«, weil es unmöglich wäre, ihre Namen aufzuschreiben oder auch nur zu nennen.

Die Folterer zerrissen das Fleisch, wie Pflüger das Feld durchfurchen. Diese wenigen Worte sind überraschend bildhaft. Das angefochtene Volk war sozusagen von seinen Peinigern so grausam ausgepeitscht worden, dass jeder Schlag lange rote Striemen oder gar blutende Wunden auf den Rücken der Israeliten, auf ihren Schultern hinterließ, vergleichbar den Furchen, durch die der Boden von einem Ende des Feldes bis zum anderen aufgebrochen wird. Viele Herzen sind in einer solchen Lage, weil sie von solchen gemartert und schwer verletzt wurden, die mit der Geißel der Zunge zuschlugen. Sie wurden so zugerichtet, dass ihr ganzes Wesen schweren Schaden erlitt, weil die Verleumdungen unerträglich waren. Die wahre Gemeinde hatte zu aller Zeit Gemeinschaft mit ihrem Herrn in Seiner grausamen Geißelung gehabt. Seine Leiden waren eine Weissagung in Bezug auf das, was sie von da an zu ertragen berufen sein sollte, und die Vorhersage hat sich erfüllt. Zion ist in diesem Sinn wie ein Acker gepflügt worden. Latimer hat zu Recht gesagt, es gebe auf der Welt keinen eifrigeren Pflüger als den Teufel. Mögen viele auch kurze Furchen pflügen, er tue es nicht. Mögen viele auch zurückschrecken und sich drücken, er sei gründlich, in allem, was er tut. Mögen viele bei Sonnenuntergang die Arbeit beenden, er tue es nie. Er und seine Kinder pflügten wie geübte Pflüger, doch zögen sie es vor, ihr heimtückisches Werk hinter dem Rücken der Heiligen zu treiben, weil sie genauso feige wie grausam sind.

Die Menschen mögen sein, wie sie wollen, der HERR bleibt gerecht; Er wird daher Seinen Bund mit Seinem Volk halten und den Unterdrückern nach Gerechtigkeit vergelten. Dann kehrt sich die Sache um, dann kommt der Wendepunkt im Elend Israels. Der HERR hat die langen Furchen der Gottlosen ertragen, dann aber wird Er sie ganz sicher aufhören lassen zu pflügen, bevor Er mit ihnen abrechnet. Früher oder später wird der gerechte Gott eingreifen, und wenn Er das tut, wird Er es sehr gründlich tun. Er löst den Strick der Gottlosen nicht auf, den sie bei ihrem Werk des Hasses verwendeten, sondern Er schneidet ihn durch. Nie hat Gott ein Volk benutzt, um Sein Israel zu züchtigen, ohne dieses Volk zu vernichten, nachdem die Züchtigung zu Ende war. Er hasst alle, die Sein Volk antasten, obwohl Er zulässt, dass ihr Hass für eine Weile triumphiert, um Seinen Absichten zu dienen. Wenn jemand will, dass sein Strick durchschnitten werden soll, der gehe hin und pflüge Gottes Ackerfeld mit Verfolgungen. Der kürzeste Weg zum Untergang ist es, sich mit den Heiligen einzulassen. Die göttliche Warnung lautet: »Wer euch antastet, tastet Meinen Augapfel an.«