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Predigten zu Psalm 136,26

"Preiset den Gott der Himmel! denn seine Güte währt ewiglich."

Autor: Frederick Brotherton Meyer (* 08.04.1847; † 28.03.1929) englischer Baptistenpastor

Seine Güte wäret ewiglich

In diesem Psalm wird uns sechsundzwanzigmal gesagt, dass Gottes Güte ewiglich währet. Der heilige Sänger lässt die Geschichte der Vergangenheit an seinen Augen vorübergehen. Bis zurück zur Schöpfung schweift sein Blick, und durch alle die stürmischen, bewegten Tage, die darauf folgten, entdeckt er doch überall den silbernen Faden der Güte Gottes. O dass auch wir ein solches Auge hätten, dem allezeit die Liebe und Barmherzigkeit Gottes entgegentritt! Im Dämmerlicht des Chaos erglänzt ein Silberstreifen: es ist die Güte Gottes. Wenn Sonne und Mond erscheinen, so strahlt ein noch helleres Licht: es ist seine Güte. Trotz dem Brausen des Meeres und dem Donner der Wogen erklingen die sanften Töne der Barmherzigkeit Gottes. Durch alle die Kriege und die Gräuel der Eroberung Kanaans geleitet der Engel seiner Güte. Ja, die Liebe Gottes, in deren Hand die ganze Welt mit allen ihren Bewohnern liegt, ist tiefer als die dunkelsten Schatten der Sünde, höher als die höchsten Fluten der Übertretungen. Blicke zurück auf dein eigenes Leben und siehe zu, ob du nicht den silbernen Faden der Barmherzigkeit findest, der alle Ereignisse gleich Perlen an einander reiht. Kannst du dir vorstellen, dass solche Barmherzigkeit dich je im Stiche lassen könnte? Sie währet ewiglich. Du magst, wie ein ungeduldiges Kindlein, dich trotzig hin- und herwerfen, aber du kannst aus den Armen der Barmherzigkeit Gottes nicht herausfallen. Lege dich still hinein, diese Güte wird dich wie ein Mutterauge bewachen, sie umgibt dich wie schützende Mutterarme. O, der Liebe, die uns nicht fahren lassen will, der Barmherzigkeit, die weder Anfang noch Ende kennt! O Gott, du hast uns geliebt, du liebst uns heute, und du wirst uns immerdar lieben, wenn die Sonne nicht mehr scheinen, und wenn alles, was jetzt besteht, wie ein Traum vorübergegangen sein wird!