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Predigten zu Psalm 139,19

"Möchtest du, o Gott, den Gesetzlosen töten! und ihr Blutmenschen, weichet von mir! ..."

Autor: Charles Haddon Spurgeon (* 19.06.1834; † 31.01.1892) englischer Baptistenpastor
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Verbrechen, die unter den Augen des Richters geschehen, bleiben vermutlich nicht ungestraft. Wenn Gott durch die Anwesenheit des Bösen betrübt wird, ist selbstverständlich zu erwarten, dass Er sich diese Beleidigung aus den Augen schaffen wird. Gott sieht jedes Übel, und Er wird jedes Übel zerstören. Unter irdischer Herrschaft mögen Sünden wegen Mangel an Beweisen ungestraft bleiben, oder das Gesetz mag wegen der Gleichgültigkeit des Richters nicht angewendet werden; aber das wird bei Gott, dem lebendigen Gott, nie geschehen. Er trägt das Schwert nicht umsonst. Seine Liebe zur Heiligkeit und Sein Hass gegen das Böse sind dergestalt, dass Er mit denen in tödlicher Feindschaft lebt, deren Herz und Leben böse ist. Gott wird nicht für immer gestatten, dass Seine schöne Schöpfung durch die Anwesenheit der Bösen verdorben und besudelt wird. Wenn eins sicher ist, dann dies: Er wird an Seinen Feinden alles Unrecht rächen. Allen Menschen mit Wohlwollen und Liebe zu begegnen, ist unsere Pflicht; doch einen selbstgefälligen Gottlosen zu lieben, wäre ein Verbrechen. Einen Menschen um seinetwillen zu hassen oder wegen des Bösen, das er uns angetan hat, wäre falsch; aber einen Menschen zu hassen, weil er der Feind alles Guten und ein Gegner der Gerechtigkeit ist, wäre nicht mehr und nicht weniger als unsere Pflicht. Je mehr wir Gott lieben, umso unausstehlicher werden uns solche, die Ihm ihre Zuneigung verweigern. Der loyale Untertan darf kein Freund eines Verräters sein. Weil Gott überall ist, kennt Er auch unsere Gefühle gegenüber den Ungläubigen und Gottlosen, und Er weiß, dass wir nicht nur solche Menschen ablehnen, sondern dass ihr bloßer Anblick unseren Augen wehtut.

David ist kein Komplize der Verräter. Er weist sie grundsätzlich ab, und nun spricht er vor Gott aus, dass er auch die geringste Spur von Gemeinschaft mit ihnen verabscheut. Er will von Gott selbst erforscht werden, und zwar gründlich, bis jeder Punkt seines Wesens bekannt und gelesen und verstanden ist; denn er ist sich sicher, dass selbst bei einer solchen Untersuchung keine Verbindung mit gottlosen Menschen entdeckt würde. Er fordert die strengste, bis ins Innerste gehende Erforschung; er muss wirklich ein aufrichtiger Mensch gewesen sein, wenn er sich freiwillig einem solchen Schmelztiegel aussetzt. Doch auch jeder von uns sollte eine solche Durchforschung begehren, weil es ein schreckliches Unglück bedeutet, wenn in unseren Herzen unerkannte und unentdeckte Sünden zurückbleiben. »Sieh nach, ob in meinem Herzen, meinem Leben, eine mir unbekannte böse Haltung ist. Wenn Du so etwas findest, nimm es von mir. Es ist einerlei, wie lieb mir der falsche Weg geworden ist, auch wie sehr mich zu dessen Gunsten meine Vorurteile getrieben haben. Lass es Dir gefallen, mich von allem zu befreien, und zwar gründlich und jetzt gleich, dass ich nichts dulde, was Deinem Geist widerspricht. So wie ich die Wege der Gottlosen hasse, so möchte ich auch alles gottlose Wesen in mir selbst hassen.«