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Predigten zu Psalm 144,2

"Meine Güte und meine Burg, meine hohe Feste und mein Erretter; mein Schild und der, auf den ich traue, der mir mein Volk unterwirft!"

Autor: Frederick Brotherton Meyer (* 08.04.1847; † 28.03.1929) englischer Baptistenpastor

Mein

Achte auf dies wiederholte „Mein“. David hatte es gelernt, dass nichts die persönlichen Beziehungen zu Gott ersetzen kann. Er hatte sicherlich in seinem Leben die Erfüllung seiner Wünsche erfahren: im Hause des HErrn bleiben zu dürfen sein Leben lang und dort seine Schönheit zu schauen. Es ist sehr zu befürchten, dass manche der ernstesten und hingebendsten Kinder Gottes, in diesen Tagen großer Tätigkeit, Jesum selbst aus den Augen verlieren, unsere Arbeit für Ihn, unsere Anschauungen über Ihn, unsere Bemühungen, Ihm ähnlich zu werden, trüben so leicht unseren Blick auf Ihn selbst. Allzu selten kommen wir Ihm so nahe, dass wir von Angesicht zu Angesicht mit Ihm reden könnten. Einer, der Ihn viel geliebt hat, singt:

„Jesus, Jesus, liebster Heiland, O vergib, dass tausendmal am Tage Ich, voll Sehnsucht meines Herzens Deinen lieben, teuren Namen sage.“

Im Grunde genommen sind es nicht Gedannken über Jesus, sondern Er selbst ist es, den wir brauchen, und zwar nach den verschiedenen Seiten seines Wesens hin: als Güte, Burg, Schutz, Schild, Sieger! Jesus kann einem jeglichen unserer Bedürfnisse entsprechen, und im Verlaufe unserer Tage werden wir uns wahrscheinlich öfters in solche Lagen versetzt sehen, worin wir stets neue Eigenschaften in Ihm entdecken werden, die wir nicht erkannt hätten, wären wir nicht in diese oder jene schreckliche Not geraten. So oft dies geschieht, wollen wir die Hand ausstrecken und „mein“ rufen. Wir müssen unterscheiden zwischen den Worten erreichen und an eignen. Niemals können wir die gnädige Hilfe Gottes verdienen, weder durch unsere Gebete, noch durch unsere Arbeit; aber wir dürfen sie beanspruchen, sie annehmen und uns aneignen. Lernen wir es doch, unsere Hand auf alle uns in Jesu dargebotenen geistlichen Gaben zu legen und zu sprechen: „Mein! “