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Predigten zu Psalm 148,8

"Feuer und Hagel, Schnee und Nebel, du Sturmwind, der du ausrichtest sein Wort;"

Autor: Frederick Brotherton Meyer (* 08.04.1847; † 28.03.1929) englischer Baptistenpastor

Sturmwinde, die sein Wort ausrichten

Der Orkan, der durch die Wälder braust, reißt die dürren Zweige von den Bäumen, und macht dadurch den neuen Schossen des Frühlings Bahn; wenn er durch die engen Gässchen und Höfe unserer großen Städte fährt, so bläst er damit die Fieberkeime hinweg und reinigt die Luft. Fürchte ihn nicht, wenn du ihm begegnest, auf seinem Sturmeslauf über den Ozean, wo er die mächtigen Wogen aufwirbelt; er ist der starke Diener deines Vaters und hat einen Auftrag von Ihm auszurichten.

Nicht selten wird unser Leben von Sturmwinden durchweht. Alles war so still und friedlich gewesen; der milde Südwind hatte uns so sanft dem Hafen zugetrieben, wie wir wähnten. Da brach plötzlich der heftige Boreas los, trieb uns nach einer ganz anderen Richtung und drohte uns zu verderben. Auch unter solchen Umständen wage nur, dem HErrn zu vertrauen. Jener stürmische Wind kann dich nicht trennen von Gott; denn während es um dich tobt und wütet, werden Engel sich dir nahen, Gottes Fürsorge wird dich umgeben; seine Absicht, dich vorwärts zu bringen, wird erreicht werden – wie damals der Apostel nach Rom gebracht wurde, und dort Gelegenheit fand, für seinen HErrn zu zeugen (Apstg. 27).

Es ist sehr wichtig, stets darauf bedacht zu sein, nicht gegen den Wind anzukämpfen; lass ihn dich vorwärts treiben. Überlasse deinen Willen dem Willen Gottes, und wenn dieser dich auch scheinbar auf fremde Bahnen treibt, so wage doch zu glauben, dass Gott dir damit den besten und kürzesten Weg vorgezeichnet hat, dich zu dem erwünschten Hafen zu führen. Weder Feuer, noch Hagel, noch Sturmwind wird uns erschrecken, wenn wir Gott dahinter sehen.

Es bleibt mein Herz in stiller Ruh', ob Stürme es umringen, Jehovahs Flügel deckt mich zu, wie sollt ich denn nicht singen?