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Predigten zu Psalm 16,10

"Denn meine Seele wirst du dem Scheol nicht lassen, wirst nicht zugeben, daß dein Frommer die Verwesung sehe."

Autor: Wilhelm Busch (* 27.03.1897; † 20.06.1966) deutscher evangelischer Pfarrer, Prediger und Schriftsteller
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Als Abraham einst seine Zelte im Hain Mamre aufgeschlagen hatte, kam abgehetzt ein Bote zu ihm und verkündete: „Mächtige Feinde haben die Stadt Sodom überfallen und alle Einwohner weggeschleppt, darunter auch deinen Neffen Lot." Sofort bewaffnete Abraham 318 Knechte, brach mit ihnen auf, folgte den Feinden in Eilmärschen. Und bei Nacht überfiel er das Lager der Feinde. Die waren so bestürzt, daß sie entsetzt flohen und alle Beute zurückließen (1. Mose 14). Wer wäre da nicht gern der Bote gewesen, der zu den Gefangenen eilte und ihnen verkündete: „Ihr seid frei. Ein Stärkerer hat euren starken Feind besiegt!"? Solch ein Freuden- und Siegesbote will das Osterfest sein. Es gibt einen schauerlichen und starken Feind, der uns alle da vonschleppt: der Tod. Aber hier in der Ostergeschichte steht die ungeheure Sieges- und Freudenkunde: Der Tod ist überwunden! Das ist allerdings eine ungeheuerliche Botschaft. Denn die Macht des Todes ist nicht auszusprechen. Wie unbarmherzig fährt er drein! Und wie respektlos ist der Tod! Er schleppt nicht nur die Alten und Elenden davon. Er fällt den Jüngling in der Blüte. Er reißt dem König die Krone vom Haupt. Er jagt den planenden Großindustriellen von seinen Projekten. Aber nun wird dem alles beherrschenden Tod ein mächtiges „Halt" zugerufen — vom lebendigen Gott. Christus sagt schon im Alten Bund: „Du wirst meine Seele nicht dem Tode lassen." Und Er hat Recht behalten.

Ein junger Soldat schrieb im Krieg in sein Tagebuch: »Gott hat dem Tod eine Grenze gesetzt." Und das ist wahr. In der Auferstehung Jesu ist gleichsam eine Durchbruchsschlacht geschehen durch die Front des Todes. Und hinter dem auferstandenen Herrn her strömen die an Ihn glaubenden Scharen ins ewige Leben. Amen.


Autor: Frederick Brotherton Meyer (* 08.04.1847; † 28.03.1929) englischer Baptistenpastor

Du wirst meine Seele nicht in der Hölle (im Hades) lassen

Diese Stelle ist ewig denkwürdig, dadurch dass der heilige Geist sie (Apostelg. 2) auf die Auferstehung Jesu anwandte. Es war, als ob der Heiland sich auf diese Worte gestützt hätte, als Er im Begriff stand, diese Welt zu verlassen, und in die unsichtbare Welt hinüberzugehen. In den letzten Worten, die Er aussprach, empfahl Er seinen Geist in des Vaters Hände und dann betrat Er seinen Weg in das Land der Schatten. „Der da aufgefahren ist, der ist zuvor hinuntergefahren in die untersten Örter der Erde.“ Petrus schreibt uns, dass Er die Geister im Gefängnis besucht habe. Es ist für uns nicht sowohl wichtig zu erfahren, wo Er hinging; es genügt uns, zu wissen, dass Er dieses Lied unsterblicher Hoffnung sang, auf seinem Wege ins Jenseits. So gewiss Jesus wusste, dass Er des Vaters geliebter Sohn sei, so überzeugt war Er, dass seine Seele nicht im Hades bleiben, und sein Fleisch die Verwesung nicht sehen werde.

So oft du ins Dunkle geführt wirst, und deinen Weg keine Hand breit vor dir siehst, sondern nur vorsichtig Schritt für Schritt weitergehen musst – sei es im Gehorsam gegen dein Gewissen, oder dass dir bisher unbekannte Verhältnisse entgegentreten, vielleicht gar der Tod vor dir steht – so ermuntere dein Herz mit diesem heiligen Psalm. Gott wird niemals eine Seele verlassen, die Ihn unbedingt ehrt und Ihm gehorcht. Sein Pfad führt zum Licht durch das Dunkel, zum Leben durch den Tod, zum Fruchtbringen durch Schmerz und Verlassenheit. Wie einsam steht doch der Weinstock da im Winter! Aber warte nur, bald wird sich der Lebenstrieb zeigen!

„Es geht schnell mit ihr bergab,“ flüsterte die Pflegerin im Sterbezimmer einer gottseligen Frau. „Nein, nein,“ lautete die rasche Antwort der Sterbenden, die diese Worte gehört hatte: „nein, es geht nicht mit mir bergab; ich ruhe in den Armen meines Heilandes.“