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Predigten zu Psalm 16,11

"Du wirst mir kundtun den Weg des Lebens; Fülle von Freuden ist vor deinem Angesicht, Lieblichkeiten in deiner Rechten immerdar."

Autor: Martin Luther (* 10.11.1483; † 18.02.1546) theologischer Urheber der Reformation
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Du erhältst mein Erbteil

»Ich bin der HERR, dein Gott.« Er ist nun mein und dein Gott, weil er sich jedes Einzelnen in besonderer Weise annimmt und mich ernährt, mir hilft, mit mir redet und für mich sorgt. So gibt er mir alles, was ich an Leib und Seele nötig habe. Er müht sich um mich wie eine Mutter um ihr Kind und handelt mit mir und lässt mich seine Ratschlüsse wissen, als sei sonst kein weiterer Mensch auf Erden als nur ich. Das hat Augustinus wohl gesehen und verstanden, wenn er sagt: »O Herr, Du regierst alles wunderbar, gehst mit einem jeglichen um, als hättest Du sonst mit niemand zu schaffen, und bringst einen jeden hindurch, sein Leben lang. Einer wird in dieser Stadt als armer Leute Kind geboren und zieht in eine andere Stadt und wird überschwänglich reich. Ein anderer hat genug und zieht in ein anderes Land und wird dort zum Bettler. Dem einen gibt er, dem anderen nimmt er, und er teilt alles so seltsam zu, dass niemand sagen kann, er habe sein Leben nach seinen Anschlägen und Gedanken gestaltet. Immer geht es anders, als wir meinen.«


Autor: Hugh E. Alexanders (* 1884; † 1957) englischer Evangelist, der Anfang des 20. Jahrhunderts in der französischen Schweiz wirkte

Der Sohn empfing das Leben vom Vater und teilt dieses Leben dem Glaubenden mit. Er zeigt ihm den Weg des Lebens, des überfließenden, frischen, kraftvollen Lebens, das sich dauernd erneuert und das immer genügt, das Leben, das wir in Jesus Christus, dem Auferstandenen haben.

Dieses Leben ist ein Weg der Gemeinschaft mit Jesus Christus, ein fröhliches, anmutiges Leben. In dem irdenen Gefäß unseres äußeren Menschen, der von Tag zu Tag abnimmt, besitzen wir diesen großen Schatz – das Leben unseres Retters selber, das nie wirkungslos ist. Seine segensreichen Auswirkungen zeigen sich in uns und um uns her, wenn wir die Gewißheit haben, mit Christus gestorben und auferstanden zu sein. Leidest du unter Mangel an Frucht? Fehlt es dir an göttlicher Freude? Fühlst du dich arm, weil du dich immer um ein und dasselbe drehst und fast den Mut verloren hast? Der Herr zeigt dir einen Ausweg: «Du wirst mir den Weg des Lebens zeigen; vor deinem Angesicht sind Freuden in Fülle.» Dabei ist nicht von Gefühlen die Rede, sondern von Glauben an das, was Gott sagt.

In dem Maß, wie du in Christus heranwächst, wirst du dir immer mehr deiner Mängel und Gebrechen bewußt. Das ist ein sicheres Zeichen, daß Gott an deinem Herzen wirkt und dich heiligen will. Lerne, durch einen Glaubensblick deine alte Natur am Kreuz zu sehen, mit Christus gekreuzigt, und nimm das geistliche Leben in Besitz, das dir die Auferstehung des Christus zusichert. Dieses Leben von oben muß alle Gebiete deines Lebens durchdringen, aus ihm entspringt deine Heiligung und dein Zeugendienst, wie geschrieben steht: «Da ihr ja ... den neuen Menschen angezogen habt, der erneuert wird zur Erkenntnis, nach dem Ebenbild dessen, der ihn geschaffen hat» (Kolosser 3,9-10). Die Macht der Sünde erhielt am Kreuz den Todesstoß. Wer an die Auferstehung Jesu Christi glaubt, hat Anteil an Seinem Sieg und ist errettet von der Macht der Sünde. Darum kannst du nun durch deine Erfahrung den Beweis liefern, daß du in Jesus Christus eine neue Schöpfung bist, und die Freude an der Gegenwart deines auferstandenen Retters wird dein Herz erfüllen.