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Predigten zu Psalm 17,7

"Erweise wunderbar deine Gütigkeiten, der du durch deine Rechte die auf dich Trauenden rettest vor denen, die sich wider sie erheben."

Autor: Charles Haddon Spurgeon (* 19.06.1834; † 31.01.1892) englischer Baptistenpastor
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"Wunderliche Güte."

Wenn wir mit unsern Almosen auch unser Herz hingeben, dann geben wir, wie's Gott gefällt; aber wir müssen uns oft schuldig bekennen in diesem Stück. Nicht so unser Meister und Herr. Seine Liebesbezeugungen sind immer auch gewürzt mit der Liebe seines Herzens. Er schickt uns nicht das kalt gewordene Gericht und die Brocken von der Tafel seines Überflusses, sondern Er gibt uns unser Teil aus der vollen Schüssel seiner Mahlzeit und füllt unsre Vorratskammern zu rechter Zeit mit den duftenden Spezereien seiner inbrünstigen Liebe. Wenn Er das goldne Wappen seiner Gnade an unsre Palmen aufhängt, so begleitet Er die Gabe mit einem so warmen Händedruck, dass die Herzlichkeit, mit der Er gibt, uns nicht minder entzückt, als die Gabe selbst. Er kommt auf seinen Liebeswanderungen zu uns und kehrt in unserm Hause ein; aber Er macht's nicht wie der Vornehm-Stolze, der des armen Mannes Hütte besucht, sondern Er setzt sich zu uns auf die rauhe Bank und verachtet unsre Armut nicht, noch sieht Er unfreundlich auf unser Elend und unsre Schwachheit. Geliebte Freunde, mit welcher Holdseligkeit spricht Er! Welche süssen Lehren der Weisheit triefen von seinen Lippen, welche goldenen Wahrheiten münzt sein gnädiger Mund! Mit welchen Küssen der Liebe und Freundlichkeit umarmt und beseligt Er uns! Hätte Er uns nichts als ein paar geringe Heller geschenkt, so hätte sein freundliches Geben sie vergoldet; aber es ist vielmehr so, dass Er seine reichen Geschenke in goldenen Barken zu uns sendet. Es ist unmöglich, an der Aufrichtigkeit seines Wohlwollens zu zweifeln, denn alle seine Wohltaten sind mit dem Abzeichen eines blutenden Herzens gestempelt. Er gibt reichlich und rückt es niemand auf. Keine Rede davon, dass wir Ihm lästig werden; von einem kühlen Blick für seine armen Pfleglinge keine Spur! sondern Er freut sich innig ob seiner Gnade und drückt uns an seine Brust, während Er sein Leben für uns dargibt. Es ist ein so köstlicher Duft in seiner Narde, wie er nur seinem Gemüt entquillen kann; es ist eine Süssigkeit in seinem Honigseim, wie sie nie darin vorhanden wäre, wenn nicht der tiefste Inhalt seiner herzlichsten Liebe sich damit vermischt hätte. O, seltene Gemeinschaft, die eine so außerordentliche Herzlichkeit hervorruft! Möchten wir doch ihren Segen und ihre Seligkeit unablässig schmecken!


Autor: Charles Haddon Spurgeon (* 19.06.1834; † 31.01.1892) englischer Baptistenpastor
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Gott ist ein Gott der Rettung. Es ist jetzt und zu aller Zeit Seine Gewohnheit, die Gläubigen zu erretten. Der Herr setzt Seine beste, herrlichste Kraft ein; Er gebraucht Seine rechte Hand der Weisheit und der Macht, um alle zu retten, die ihre Zuflucht zu Ihm nehmen, wer sie auch sein mögen. Welch seliger Glaube, der uns des allmächtigen Schutzes des Himmels versichert! Gepriesen seist Du, Gott, der Du so gnädig gegenüber unwürdigen Sterblichen bist, wenn sie nur die Gnade erlangten, auf Dich zu vertrauen! Gott hält Seine rechte Hand zwischen die Heiligen und allem, was ihnen schaden könnte. Gott ist nie um Mittel verlegen; Seine bloße Hand reicht aus. Er wirkt ohne Werkzeuge genauso gut wie mit ihnen.

Kein Körperteil ist kostbarer, empfindlicher und besser behütet als das Auge; und vom Auge wiederum wird kein Teil mehr beschützt als der Augapfel mit der Pupille. Der allweise Schöpfer hat dem Auge eine wohlgeschützte Stellung gegeben. Es wird von schützenden Knochen umgeben, wie Jerusalem von Bergen umringt ist. Dazu hat es der große Schöpfer mit mancherlei Hüllen innerer Bedeckung versehen, neben dem Wall der Augenbrauen mit dem Vorhang der Lider und dem Zaun der Wimpern. Darüber hinaus hat Er jedem Menschen eine so hohe Wertschätzung für sein Auge eingegeben, dass er sehr schnell jede Gefahr erkennt. Kein Glied des Körpers wird so sorgfältig bewacht wie das Sehorgan. Genauso sorgsam, Herr, bewahre mich, der ich mein Vertrauen auf Jesus setze und darum ein Glied Seines Leibes bin.

Je wütender er angegriffen wird, umso dringlicher betet der Psalmist. Sein Auge ist nur auf den Allmächtigen gerichtet, und er ist sich sicher, Gott brauche sich nur von dem Thron Seiner Geduld zu erheben, dann ist alles Werk augenblicklich getan. Mag der Löwe uns anspringen, wenn der HERR dazwischentritt, brauchen wir keinen anderen Schutz. Wenn Gott unserem Feind von Angesicht zu Angesicht begegnet, ist der Kampf schnell vorüber. David stellt das Schwert des Herrn menschlichen Hilfsmitteln gegenüber und ist sich sicher, dass er unter der Schutzherrschaft des Himmels ganz und gar sicher ist. Gottes Angesicht zu schauen und durch dieses Anschauen in Sein Bild verändert zu werden, um an Seiner Gerechtigkeit teilzuhaben, ist mein hohes Ziel; und im Hinblick darauf gebe ich freudig alle gegenwärtigen Vergnügungen auf. Meine Befriedigung liegt in der Zukunft, ich erwarte sie nicht in der Gegenwart. Ich werde eine Weile schlafen, doch werde ich von dem Klang der Posaune erwachen, erwachen zu ewiger Freude; denn ich erwache in Deinem Bild. O, mein Gott und König! Hier unten erleben die Frommen Lichtblicke dieser Herrlichkeit, um ihren heiligen Hunger zu stillen, doch das volle Fest erwartet sie in der oberen Heimat. Verglichen mit dieser tiefen, unveränderlichen und ewigen Fülle an Seligkeit sind die Freuden der Weltkinder wie Glühwürmer im Unterschied zur Sonne oder wie der Tropfen am Eimer im Vergleich zum Ozean.


Autor: Dora Rappard (* 01.09.1842; † 10.10.1923) Schweizer Missionarin und evangelische Kirchenlieddichterin

"Beweise Deine wunderbare Güte, Du Heiland derer, die Dir vertrauen. Behüte mich wie einen Augapfel im Auge; beschirme mich unter dem Schatten Deiner Flügel."

Wie lebendig sind in den Psalmen die Bewegungen der gläubigen Seele ausgedrückt: die Not, auch die Sündennot, das Schreien zu Gott, das Vertrauen auf ihn und dann der Jubel der Errettung! In Zeiten, da die Seele Mühe hat, Worte zu finden zum Gebet, ist es köstlich, diese heiligen Psalmen nicht nur zu lesen, sondern zu bete n. So ist es auch mit unserem heutigen Wort. Wie zart und doch wie kühn ist dieses Flehen! Beweise Deine wunderbare Güte. Wunderbar ist sie; denn ich bin ihrer nicht wert, nur sehr bedürftig. Ich fasse Dich bei Deinem schönsten Namen, Du Heiland derer, die Dir vertrauen. Herr, ich vertraue Dir. Aber weil ich schwach bin, wollest Du mich bewahren. Wie der Augapfel im Auge so kunstvoll behütet ist, wie das Küchlein so sicher beschirmt ist unter dem mütterlichen Flügel, so lass meine Seele geborgen sein in meinem Gott.

Er, der dieses Gebet seinem Knecht eingegeben hat, will es gewiss gern erfüllen auch an dir. Halte ihm nur stille. Schmiege dich an ihn im Glauben, und unter dem Schatten seiner Gnade gehe froh und still an dein Tagewerk.

Ich traue Deinen Wunderwegen; Sie enden sich in Lieb' und Segen. Genug, wenn ich Dich bei mir hab.