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Predigten zu Psalm 24,1

"{Von David. Ein Psalm.} Jehovas ist die Erde und ihre Fülle, der Erdkreis und die darauf wohnen."

Autor: Charles Haddon Spurgeon (* 19.06.1834; † 31.01.1892) englischer Baptistenpastor
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Wie sehr unterscheidet sich dies von den törichten Gottesvorstellungen der Juden, die in den Tagen unseres Heilands vorherrschten. Die Juden sagten: »Das Heilige Land gehört Gott, und der Same Abrahams ist Sein einziges Volk.« Doch hatte sie ihr Großer Herrscher schon vor langer Zeit belehrt: »Des HERRN ist die Erde und ihre Fülle.« Das gesamte Erdenrund ist das Eigentum des HERRN.

Im zweiten Vers finden wir den Grund, weswegen die Welt Gott gehört. Er hat sie nämlich erschaffen. Das ist ein Besitzanspruch, dem niemand widersprechen kann. Die Welt ist des HERRN, der sie von Geschlecht zu Geschlecht bewahrt und erhält, nachdem Er ihre Grundlagen gelegt hatte. Bewahrung und Schöpfung sind zwei rechtmäßige Siegel auf der Besitzurkunde des großen Eigentümers aller Dinge. Er, der das Haus erbaute und seine Fundamente errichtete, hat unbestreitbar das erste Recht darauf.

In den Versen 3-6 werden uns die wahren Gläubigen beschrieben. Menschen, die als Pagen im Palast des lebendigen Gottes stehen, werden nicht durch die Rasse, sondern durch den Charakter von anderen unterschieden. Es sind nicht nur Juden, nicht nur Heiden, noch irgendein besonderer Zweig der Menschheit, sondern Menschen, die gereinigt und geeignet gemacht wurden, um auf dem heiligen Berg des HERRN zu wohnen. Um den Schöpfer zu erreichen, muss das Geschöpf hoch hinaufsteigen. Wo sind die gewaltigen Kletterer, die diese alles überragende Höhe ersteigen können? Und nicht allein deren Höhe, auch deren Herrlichkeit? Wessen Augen werden den König in Seiner Schönheit sehen, und wer wird in Seinem Palast wohnen? Er regiert im Himmel in höchster Herrlichkeit. Wem wird erlaubt sein, in Seine königliche Gegenwart zu treten? Gott hat alle geschaffen, aber Er wird nicht alle retten. Es gibt eine Gruppe der Auserwählten, denen die einmalige Ehre zuteil wird, in Seinem erhabenen Haus zu wohnen. Diese edlen Geister verlangen nach der Gemeinschaft mit Gott, und ihr Wunsch wird in Erfüllung gehen. Wer ist es, der den Heiligen anschauen darf und in den Feuerflammen Seiner Herrlichkeit bestehen wird? Gewiss sollte es keiner wagen, mit Gott aufgrund des Gesetzes Gemeinschaft zu pflegen. Doch die Gnade kann uns befähigen, dem Anblick der göttlichen Gegenwart standzuhalten. Ein Werk der Gnade muss im innersten Herzen geschehen sein, sonst ist unsere Frömmigkeit eine Selbsttäuschung. Möge Gott uns schenken, dass die inneren Kräfte der Seele durch den heiligenden Geist gereinigt werden, damit wir Heiligkeit lieben und Sünde hassen. Wer reinen Herzens ist, wird Gott schauen, alle anderen sind blind wie Fledermäuse; stockblinde Augen entstehen durch ein steinhartes Herz. Und Schmutz im Herzen wirft Staub in die Augen.

Wir dürfen aber nicht annehmen, dass die in diesem Psalm nach ihrer inneren und äußeren Heiligkeit beschriebenen Personen durch ihre Werke gerettet wurden. Ihre Werke sind die Beweise ihrer Errettung, durch die sie erkannt werden. Vers 5 zeigt, dass in den Heiligen die Gnade regiert, nichts als die Gnade. Solche Menschen tragen die heilige Amtstracht des Großen Königs, weil Er sie aus freier Liebe damit bekleidet hat.