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Predigten zu Psalm 25,16

"Wende dich zu mir und sei mir gnädig, denn einsam und elend bin ich."

Autor: Charles Haddon Spurgeon (* 19.06.1834; † 31.01.1892) englischer Baptistenpastor
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Davids Augen waren auf Gott gerichtet, aber er fürchtete, der Herr habe Sein Angesicht im Zorn von ihm abgewandt. Der Unglaube meint oft, Gott habe uns den Rücken zugekehrt. Wenn wir uns aber zu Ihm umwenden, brauchen wir nicht zu fürchten, dass Er sich von uns abkehrt, sondern können mutig rufen: »Wende Dich zu mir!« Der Grund der Mühsal liegt immer in uns selbst, und wenn dieser beseitigt ist, steht einem vollen Genuss der Gemeinschaft mit Gott nichts im Wege. Wenn das Herz in die Enge getrieben ist, so bedeutet das wahrlich Kummer. Im vorliegenden Fall war das Herz so sehr von Leid erfüllt wie ein See, der von gewaltigen Fluten überströmt wurde, und das wird als Argument für Errettung angeführt – ein sehr wirkungsvolles Argument. Wenn die dunkelsten Nachtstunden angebrochen sind, dürfen wir das Morgengrauen erwarten; wenn das Meer die tiefste Ebbe erreicht hat, muss die Flut gewiss bald kommen, und wenn unsere Ängste ihre gewaltigsten Ausmaße erreichen, dann dürfen wir hoffnungsvoll rufen: »Führe mich heraus aus meinen Bedrängnissen!«

Beachtet die vielen Trübsale der Heiligen! Hier finden wir nicht weniger als fünf Worte, die das Weh beschreiben: einsam und elend, Enge des Herzens, Bedrängnisse und Mühsal. Aber achtet auch auf den unterwürfigen und gläubigen Geist des wahren Heiligen! Alles, was er bittet, ist dies: »Sieh mein Elend an und meine Mühsal!« Er stellt keine Forderungen, ja, er klagt nicht einmal. Ein Blick Gottes würde ihm genügen, und wird ihm dieser gewährt, so bittet er um nichts mehr. Noch beachtenswerter ist es, wie der Gläubige unter Drangsalen die wahre Quelle allen Unglücks entdeckt und die Axt an die Wurzel legt: »Vergib alle meine Sünden!« ist der Schrei einer Seele, die mehr unter der Sünde als unter den Schmerzen leidet und eher Vergebung als Heilung begehrt. Gesegnet ist der Mensch, dem Sünden unerträglicher als Krankheiten sind. Es wird nicht lange dauern, und der Herr wird sowohl seine Ungerechtigkeiten vergeben als auch die Krankheiten heilen. Die Menschen sind träge, die innige Verbindung von Sünde und Schmerz zu erkennen, nur ein von der Gnade belehrtes Herz weiß darum. Der Schmerz hat den Psalmisten Mitleid gelehrt und ihn in Gemeinschaft mit dem bedrängten Volk Gottes gebracht; darum erwähnt er es in seinen Gebeten: »Israel«, der angefochtene, ringende und überwindende Held, ist ein passender Repräsentant aller Heiligen; Israel – in Ägypten, in der Wüste, in den Kriegen Kanaans, in der Gefangenschaft – ist ein passendes Bild für die kämpfende Gemeinde auf Erden. Jesus ist der Erlöser sowohl von Schmerzen als auch von Sünden, Er ist der vollkommene Erlöser, und Er wird alle Heiligen aus allen Übeln in Sicherheit bringen. Die Erlösung durch das Blut ist vollkommen: O Gott, sende Deine Erlösung in Macht. Amen, ja, Amen!