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Predigten zu Psalm 25,8

"Gütig und gerade ist Jehova, darum unterweist er die Sünder in dem Wege;"

Autor: Charles Haddon Spurgeon (* 19.06.1834; † 31.01.1892) englischer Baptistenpastor
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Dies nun ist genauso wahr wie wunderbar: Durch die Versöhnung tritt Gottes Gerechtigkeit ebenso stark für die Errettung des erlösten Sünders ein wie Seine Gnade. Ja, wie ein guter Mensch natürlicherweise versucht, andere genauso gut zu machen, wie er selbst ist, so wird der HERR, unser Gott, in Seinem Erbarmen Sünder auf den Weg der Heiligung bringen und sie in Sein Bild umgestalten. Somit berechtigt uns die Güte Gottes dazu, anzunehmen, dass Er sündige Menschen zum Eigentum haben will. Wir dürfen nicht aus Gottes Güte ableiten, Er wolle solche Sünder retten, die weiterhin in ihren eigenen Wegen wandeln wollen; aber wir können sicher sein, dass der HERR die Herzen von Übertretern neu machen und sie auf den Weg der Heiligung führen will. Damit dürfen sich alle trösten, die von ihren Sünden erlöst sein möchten. Gott selbst will sich erniedrigen, um die Sünder zu belehren. Welch eine Armenschule ist das, in der Gott Unterricht hält!

»Wer ist nun der Mann, der den HERRN fürchtet?« Diese Frage sollte uns zur Selbstprüfung aufrufen. Die Vorrechte des Evangeliums gelten nicht allen, die sie für sich in Anspruch nehmen. Solche aber, deren Herz richtig steht, werden nicht irregehen – denn ihnen fehlt es nicht an himmlischer Wegweisung. Wo Gott das Herz heiligt, erleuchtet Er den Verstand. Wir alle möchten uns unseren Weg aussuchen; aber welche Gnade ist es, wenn der HERR unsere Wahl lenkt und unseren Willen dazu befreit, das Gute zu wollen! Wenn wir Gottes Willen zu dem unseren machen, lässt Gott uns unseren Willen. Gott bedrängt unseren Willen nicht, sondern lässt uns die Wahl; trotzdem belehrt Er unseren Willen, und so wählen wir, was in Seinen Augen rich- tig ist. Der Wille sollte dem Gesetz untertan sein; da wird uns gesagt, wie wir wählen sollen; aber wir sind so unwissend, dass wir Belehrung nötig haben, und so eigenwillig, dass niemand außer Gott allein uns wirkungsvoll belehren kann. Wer Gott fürchtet, braucht vor sonst niemand Angst zu haben. Er wird in Zufriedenheit leben. Nicht der Überfluss, sondern die Zufriedenheit gibt wahres Wohlsein. Gerade weil wir durch die Gnade gelernt haben, Überfluss und Mangel zu ertragen, fühlt sich der Glaube wohl. Aber wie tief und voll wird das Glück der Seele in Ewigkeit sein! Die Heiligen haben den Schlüssel zu den Hieroglyphen des Himmels; sie können die göttlichen Rätsel lösen. Sie sind in die himmlische Gemeinschaft eingeführt worden; sie haben Worte gehört, die sie nicht einmal ihren nächsten Bekannten weitersagen können.

Das ehrwürdige Alter, die Sicherheit, Gerechtigkeit, Fülle, Freundlichkeit und Erhabenheit des göttlichen Bundes wird ihren Herzen und ihrem Verständnis offenbart, und, vor allem, ihr eigener Anteil daran wird in ihren Seelen durch den Heiligen Geist versiegelt. Es hat Gott wohlgefallen, Seine Liebesabsichten gegenüber Seinem begnadeten Volk zu offenbaren und sie den Gläubigen in dem Buch der Inspiration zu zeigen. Er leitet uns durch seinen Geist in diese Geheimnisse, selbst in das verborgene Geheimnis der Erlösung.


Autor: Hugh E. Alexanders (* 1884; † 1957) englischer Evangelist, der Anfang des 20. Jahrhunderts in der französischen Schweiz wirkte

Gott schuf Himmel und Erde. Durch Sein Wort und Seine Kraft bildete Er das Weltall mit seinen Wundern und Geheimnissen. Er wies den Sternen und den Bergen ihren Platz an. Er gebietet den Meereswellen, sich zu erheben oder zu schweigen.

Und dieser Gott des Grenzenlosen befaßt sich mit dem Begrenzten, mit dem Weg jedes einzelnen Seiner Kinder! «Denn die Grundfesten der Erde gehören dem HERRN, und er hat den Weltkreis auf sie gestellt. Er wird die Füße seiner Getreuen behüten» (1. Samuel 2,8-9). Für den Glaubenden gibt es mitten in der Wüste einen Weg, in öden Gegenden eine Straße und sogar einen durch die tiefen Wasser führenden Pfad. Mitten im Kampf, im heftigsten Ringen, wenn die Welt, das Fleisch und der Teufel sich verbünden, um den Glaubenden zum Wanken zu bringen, bahnt Gott Seinem Kind einen Weg, den, wie geschrieben steht, «das Auge des Habichts nicht erspäht, den auch das stolze Wild nicht betreten hat, auf dem der Löwe nicht geschritten ist» (Hiob 28,7-8).

Wenn Gott es übernimmt, Seinem Kind den Weg zu ebnen und es darauf zu führen, dann gibt es dafür eine Bedingung: «Er lehrt die Demütigen seinen Weg.»

Demütige Menschen kennen sich selbst. Sie wissen, daß sie Sünder sind, und halten sich nicht für besser als die, deren Sünde sie aufdecken. Sie denken daran, was sie von Natur sind. «Seht auf den Felsen, aus dem ihr gehauen, und auf den Brunnenschacht, aus dem ihr gegraben seid!» (Jesaja 51,1). Sie haben nichts, was sie nicht aus Gnade empfangen hätten. Das ist ihre Herzenshaltung, und Gott sieht das Herz an. In ihnen ist keine Spur von Selbstsicherheit, von Vertrauen auf Fleisch oder nichtigen Ruhm; aber zugleich haben sie felsenfeste Überzeugungen. «Er leitet die Demütigen in Gerechtigkeit.» Wahre Demut zeigt sich in Treue; sie festigt sich und wächst durch Übung in der Gerechtigkeit. Nichts Knechtisches ist in ihr; Würde und Festigkeit kennzeichnen den Wandel des demütigen Menschen auf dem Weg der Gerechtigkeit. Der Weg, den Gott ihn führt, ist gepflastert mit Wahrheit und Recht.