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Predigten zu Psalm 29,3

"Die Stimme Jehovas ist auf den Wassern; der Gott der Herrlichkeit donnert, Jehova auf großen Wassern."

Autor: Adolf Schlatter (* 16.08.1852; † 19.05.1938) schweizer evangelischer Theologe und Professor fürs Neues Testament
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Das Wetter fährt daher und der Psalmist gibt ihm die denkbar größte Stärke. Sturm und Blitz zersplittern die Zedern. Der Felsblock stürzt ins Tal. Das Laub wird von den Bäumen gerissen und die Gazelle erschrickt, wenn der Donner über ihr kracht, so, daß sie ihr Junges von sich wirft. Aber über dem Bereich, in dem das Wetter tobt, steht ein höherer Raum, in dem sich die Himmlischen befinden. Sie wenden ihren Blick nicht von der Erde weg, über die der Sturm dahinfährt; denn es ist Gottes Stimme, die durch das Land hin schallt, und ihr Ruf schafft das Ungewitter. Deshalb sind die Himmlischen seine Zeugen. Sie werden aber von ihm nicht geängstigt, sondern begleiten den Sturm mit ihrer Anbetung und preisen Gottes Stärke und Ruhm. Und Israel? Der Libanon schwankt und die Wüste Kades gerät in wirbelnde Erregung; aber die Mauern Jerusalems fallen nicht. Die Gazelle erschrickt und gebiert, nicht die Töchter Zions. Auch wenn Gottes Sturm über das Land dahinfegt, gibt er seinem Volk Kraft und setzt es in seinen Frieden. Das ist die Unterweisung des Geistes dann, wenn Gottes Gewitter über die Erde ziehen. Es gibt keine Entfaltung seiner Macht, auch wenn er den Pharao verhärtet und in das Meer stürzt und Jerusalem verfinstert, daß es für Jesus das Kreuz errichtet, aus der nicht die Anbetung der Himmlischen entstünde und bei der nicht seine Hand sein Volk deckte und schirmte. Es weiß ja, wem die Stimme gehört, die so mächtig ruft. Was dieser Psalm ausspricht, hat die Weissagung des Johannes im Blick auf den kommenden Sturm, der durch die Völker fahren wird, mit verstärkter Deutlichkeit gesagt.

Mein Auge sieht nicht alles, großer Herr und Gott, was du als deine Welt aufgebaut hast. Die Anbetung der Himmlischen vernehmen wir nicht und sehen nicht hinein in die Stätte deiner Herrlichkeit. Ueber unseren irdischen Boden fahren die Stürme dahin, die die menschliche Größe beugen und die Furcht vor dir erwecken. Sie rufen uns aber auch auf zum Glauben an dich. Deine Macht, die die starke Zeder zerbricht, ist der Fels, auf dem wir glaubend ruhen. Amen.