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Predigten zu Psalm 2,7

"Vom Beschluß will ich erzählen: Jehova hat zu mir gesprochen: Du bist mein Sohn, heute habe ich dich gezeugt."

Autor: Charles Haddon Spurgeon (* 19.06.1834; † 31.01.1892) englischer Baptistenpastor
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Dieser Psalm hat etwas von einem Drama; denn nun tritt eine weitere Person als Sprecher auf. Wir haben in die Ratskammer der Bösen und zum Thron Gottes geschaut. Jetzt erblicken wir den Gesalbten, wie Er Seine souveränen Rechte erklärt und die Verschwörer vor ihrem Verderben warnt.

Christus, der Gesalbte selbst, tritt hervor als der auferstandene Erlöser und »als Sohn Gottes eingesetzt dem Geiste der Heiligkeit nach aufgrund der Toten-Auferstehung« (Römer 1,4). Wie der Gesalbte in die zornigen Gesichter der rebellierenden Könige blickt, scheint Er zu sagen: »Wenn dies noch nicht genügt, euch zum Schweigen zu bringen, werde Ich euch die Anordnung des HERRN bekannt geben.« Denn diese Anordnung steht im direkten Widerspruch zu den Anschlägen der Menschen, weil ihr Inhalt die Aufrichtung ebenjener Herrschaft ist, gegen die die Nationen wüten. Die Worte »Du bist Mein Sohn« sind der großartige Beweis für die Göttlichkeit unseres Immanuels. Welch eine Barmherzigkeit, einen göttlichen Erlöser in der Gottheit unseres Herrn zu haben! Lasst uns nicht versuchen, dies zu ergründen; denn diese Wahrheit ist zu groß für uns. Sie ist eine Wahrheit, die wir ehrfürchtig annehmen, aber nicht unehrerbietig ergrübeln dürfen. Bei mächtigen Königen war es Brauch, den Günstlingen zu geben, um was sie auch baten. So braucht Jesus nur zu bitten, und Er hat es. Er erklärt, dass ebendiese Seine Feinde Sein Erbteil sind, und Er proklamiert diese Anordnung ihnen ins Angesicht. Es ist, als riefe der Gesalbte: »Seht her!« Und dabei hält Er in Seiner einst durchbohrten Hand das Zepter seiner Macht: »Er hat Mir nicht nur das Recht gegeben, König zu sein, sondern auch die Macht zum Herrschen.«

Wieder wechselt die Szene. Denen, die sich beraten hatten zu rebellieren, wird jetzt guter Rat gegeben. Sie werden zum Gehorsam ermahnt und dazu, den in Unterwürfigkeit zu küssen und zu lieben, den sie gehasst hatten. »Handelt verständig«, zögert nicht, euer Feldzug kann nicht gelingen; darum seht davon ab und unterwerft euch freiwillig dem, der euch zur Beugung zwingen kann, wenn ihr euch weigert, Sein Joch anzunehmen. Ehrfurcht und Demut beseele euren Gottesdienst! Er ist ein großer Gott, und ihr seid nur schwache Geschöpfe; darum müsst ihr Ihm in Niedrigkeit anbeten. Furcht ohne Freude ist Schrecken, und Freude ohne heilige Furcht ist Vermessenheit. Beachtet die Seligpreisung, mit der der Psalm endet. Haben wir teil an dieser Glückseligkeit? Vertrauen wir Ihm? Unser Glaube mag schwach wie ein Spinnfaden sein, doch wenn er wirklich ist, sind wir in entsprechendem Maß glücklich. Je mehr wir vertrauen, umso völliger erkennen wir unser Gesegnetsein. Wir dürfen daher die Betrachtung über diesen Psalm mit dem Gebet der Apostel schließen: »Herr, mehre unseren Glauben!«


Autor: Frederick Brotherton Meyer (* 08.04.1847; † 28.03.1929) englischer Baptistenpastor

Heute habe ich dich gezeuget

Der Heilige Geist sagt uns (Apostelgesch. 13,33), der Vater habe diese Worte an den Sohn gerichtet, bei seiner Auferstehung. Aus dem Grabe stieg unser HErr empor zu seinem Thron, wo der Hass seiner Feinde Ihm nichts mehr anhaben konnte und Ihn niemals erreichen wird. Der Tod ist die Geburt zu neuem Leben. Jesus war der Erstgeborene aus den Toten; aber auch wir sollen aus der Finsternis geboren werden zum unsterblichen Leben. Es gibt ein Jenseits, und wer einmal einen Blick dorthin getan hat, der gleicht einem, der in die Sonne geschaut, und nachher, wohin er sich auch wenden mag, überall das Bild der Sonne sieht. Sprichst du mit einem solchen von vergänglichen Dingen, so wird er dir sagen, das Vergängliche habe keine Bedeutung ohne das Unvergängliche. Sprichst du mit ihm vom Tode, so wird er ihn eine Geburt nennen; sprichst du mit ihm von der Zeit, so wird er sagen, sie sei nur der Schatten der Ewigkeit.

Ist es nicht wunderbar, dass Gott auch uns gezeugt hat zu einer lebendigen Hoffnung, durch die Auferstehung unsers Herrn Jesu Christi von den Toten, zu einem unverwelklichen Erbe? Wir sind die Kinder der Auferstehung. Mit Jesu stehen wir bereits auf Auferstehungsboden. Unsere Sonne wird nicht mehr untergehen, noch unser Mond den Schein verlieren. Wundere dich jedoch nicht des Hasses der Menschen. Sie werden toben, sich wider Gott auflehnen und mit einander gegen Ihn ratschlagen; das kann nicht anders sein. Auch du magst von deinen Brüdern verletzt und von der Welt gehasst werden. Aber alsdann wird Jesus sich dir nahen, dir neuen Zufluss seines Auferstehungslebens schenken, dich in seiner Hütte bergen, deine müden Knie aufrichten und dein mattes Herz erquicken.