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Predigten zu Psalm 34,2

"In Jehova soll sich rühmen meine Seele; hören werden es die Sanftmütigen und sich freuen."

Autor: Christoph Blumhardt (* 01.06.1842; † 02.08.1919) deutscher evangelischer Theologe, Pfarrer und Kirchenlieddichter
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Wenn David eine Errettung erfahren hat, so will er sie nie vergessen und will in der Erinnerung derselben allezeit verbleiben. Auf diese Weise konnte er dazu kommen, allezeit den HErrn zu loben - auch in der Trübsal und in schwerer Anfechtung. Da erinnerte er sich immer des Guten zurück, das er schon erfahren hatte;

und das war ihm ein Angeld über alle trüben Zeiten hinüber. Wenn es uns also seltsam vorkommen will, daß David allezeit Gott zu loben gestimmt gewesen sein sollte: so ist es doch sehr erklärlich, daß er's vermochte. Denn er verstand, alle frühere Barmherzigkeit Gottes, die er erfahren hatte, an seiner Seele vorübergehen zu lassen. Daher kam es auch, daß selbst in seinen Klagepsalmen das Lob Gottes nie fehlt und ihm immer ein Halt übrigblieb, über die Not, in der er sich befand, hinüberzuglauben.

Wir sehen's also, wie auch wir immer das Lob Gottes im Munde haben können - selbst wenn uns das Klagen nähersteht! Denn wenn alles noch so sehr durcheinandergeht, so daß wir uns nicht mehr zu raten und zu helfen wissen, dürften wir uns nur die erfahrenen lobenswerten Taten des HErrn vor die Seele stellen - und das Lob würde aufflammen! Kommt aber solch Lob, so können wir schon besser tragen und haben Mut, ja Freudigkeit genug.

Lassen wir's nur nicht, die Treue des HErrn zu preisen, indem wir sagen: „Er hat schon so oft geholfen, Er wird auch diesmal helfen!“ Denn damit loben wir schon den HErrn, und unter diesem Lob kommen wir doch weiter als unter dem Klagen.

Wir sind freilich in der Regel gar zu unverständig und verschließen uns, wenn Not kommt, nur zu schnell den Blick in die Vergangenheit und das Gute, das Gott bisher an uns getan hat. Da tun wir, wie wenn wir in unserem Leben nichts als Trauriges erfahren hätten und als ob Gott gar nichts anderes wüßte, als Seine Kinder zu plagen!

0 wir Toren und bösen Leute, daß wir des Guten so leicht vergessen, das Er tut, und an dem es nicht lernen, allezeit den HErrn zu loben und Sein Lob immer im Munde zu haben!


Autor: Wilhelm Busch (* 27.03.1897; † 20.06.1966) deutscher evangelischer Pfarrer, Prediger und Schriftsteller
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Ein Eisenbahnzug fährt aus der Bahnhofshalle. Da geht's zuerst durch ein Gewirr von Schienen und Weichen. Der Blockwärter muss scharf aufpassen, dass die Weichen richtig gestellt sind. Wenn sie bei der Ausfahrt richtig gestellt sind, dann ist viel gewonnen für die Fahrt. Dann geht's schon recht weiter.

Für uns beginnt auch so ein neuer Abschnitt unserer Lebensreise. Da müssen die Weichen am Anfang des Jahres richtig gestellt werden. Dann ist schon viel gewonnen für das neue Jahr.

Unser Bibelwort zeigt uns eine feine Weichenstellung: „Ich will den Herrn loben allezeit." Das gibt die rechte, himmlische Richtung.

„Den Herrn". Ja, darauf kommt alles an, dass Jesus dabei ist im neuen Jahr. Wir wollen doch ganz neu unser Leben in Seine Hand stellen. Wir wollen uns ganz einhüllen lassen in Seine Barmherzigkeit, Güte, Liebe und Gnade. Und wir wollen Ihn den „Herrn" sein lassen. Er soll wirklich alles regieren und beherrschen.

„Ich will den Herrn loben allezeit." Das will doch sagen: Ich will täglich Sein Angesicht suchen. Ich will jeden Tag neu meine schwache Hand in Seine durchgrabene Hand legen.

Und loben will ich Ihn. Ja, loben! Ich will Ihm glauben, dass Er es überaus gut mit mir meint, auch wenn Er mich ganz dunkle, schwere Wege führt. Und darum will ich Ihn loben, auch wenn ich Ihn unter Tränen loben müsste. Amen.


Autor: Wilhelm Busch (* 27.03.1897; † 20.06.1966) deutscher evangelischer Pfarrer, Prediger und Schriftsteller
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Wann soll ein Christ seinen Herrn loben? Die Vernunft sagt: „Natürlich dann, wenn man dazu in Stimmung ist, wenn es sich aus einer allgemeinen fröhlichen Gemütsstimmung ergibt." Oder: „Dann, wenn man eine besondere Durchhilfe des Herrn erfahren hat, dann soll und kann der Christ seinen Herrn loben."

So sagt die Vernunft. David aber ist durch den Heiligen Geist anders belehrt worden: „Ich will den Herrn loben allezeit. Sein Lob soll immerdar in meinem Munde sein." „Allezeit" und „immerdar" sollte ein Christ seinen Herrn loben. Ja, ist denn so etwas möglich? Ist denn das nicht zuviel verlangt? Es gibt doch so viele graue Alltage, wo das Herz gar nicht auf „Lob" gestimmt ist. Es gibt doch so viele dunkle Tage, wo schwere Wolken am Himmel unseres Lebens sind. Es gibt doch Nächte des Leides und der Traurigkeit. Es gibt doch so viel Kampf, Not, Sünde, Tränen, Herzeleid. – Ist es da nicht überspannt, so zu reden: „Ich will den Herrn loben allezeit"?

Nun, David ist durch den Heiligen Geist so belehrt worden. Und wir müssen da achten auf das Wörtlein: „den Herrn“. Der Herr Jesus ist immer und allezeit anbetungswürdig. Er gibt das Wasser des Lebens auch im grauesten Alltag. Er ist der „Stern in allen Nächten" und „der Held in jedem Streit". Es gibt keine Lage, wo wir nicht Jesus loben könnten und sollten. Amen.