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Predigten zu Psalm 38,18

"Denn ich tue kund meine Ungerechtigkeit; ich bin bekümmert wegen meiner Sünde."

Autor: Samuel Keller (* 15.03.1856; † 14.11.1924) deutscher protestantischer Theologe und Schriftsteller

"... ich sorge von wegen meiner Sünde."

Wie treffend ist das ausgedrückt. Das waren unsere bittersten Stunden, wo der Gegenstand unserer Sorge unsere Sünde war. Der eine mag nur die gröbere Angst empfunden haben, wenn äußere Not und Demütigung infolge einer Sünde wie ein unheimlicher Scherge des Gerichts von ferne drohten. Blitzschnell flochten sich die angeklagten Gedanken zu einem Netz zusammen, in das man geriet, und schon meinte man das unser Lebensglück zermalmende Urteil zu hören: "Da hiess der König verkaufen ihn und seine Frau und seine Kinder und alles, was er hatte, und bezahlen." Der andere kennt noch eine andere Art der Sorge von wegen seiner Sünde. Ihm wird bisweilen ein Bild seines inneren Werdegangs gezeigt, dass er erschrocken zusammenfährt: "So viel schwarze Flecken sind hinzugekommen; du verdirbst innerlich: die Entartung macht dich hässlich." Das Böse wirkt sich aus; wer will es aufhalten? Jesus! Durch ihn allein ist in die Geschichte unserer Sünde ein Umschwung gekommen. Die Hilfe, die in Jesus besteht, muss genommen werden, dann stirbt die Sündensorge eines schnellen Todes.

So habe ich's schon oft mit dir erlebt, Herr Jesus - so soll's zwischen uns bleiben. Wenn die Sündensorge kommt und will alte oder neue Rechnungen bezahlt haben, dann hast du für mich bezahlt. Im kindlichen Vertrauen auf deine Barmherzigkeit nehme ich auch heute abend das in Anspruch; lass keine unvergebene Sache mit mir schlafen gehen. Amen.