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Predigten zu Psalm 40,1

"Beharrlich habe ich auf Jehova geharrt, und er hat sich zu mir geneigt und mein Schreien gehört."

Autor: Charles Haddon Spurgeon (* 19.06.1834; † 31.01.1892) englischer Baptistenpastor
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Offensichtlich finden wir Jesus hier; und wenn es auch der Sprache keine Gewalt antut, beide, sowohl David als auch seinen Herrn, sowohl Christus als auch Seine Gemeinde hier zu sehen, so mag doch diese Doppelanwendung die Sache selbst verdunkeln, und darum werden wir die Sonne scheinen lassen, selbst wenn dadurch die Sterne verbleichen. Selbst wenn das Neue Testament es nicht so deutlich ausspräche, hätten wir geschlossen, dass David in den Versen 7 bis 10 von unserem Herrn redet. Immerhin entzieht der Autor von Hebräer 10,5- 9 allen weiteren Vermutungen den Boden und bestätigt, dass sich dies auf den bezieht, der in die Welt kam, um des Vaters Willen zu tun.

Beharrliches Warten auf Gott war eine spezielle Eigenschaft unseres Herrn Jesus. Nie befand sich in Seinem Herzen Ungeduld, viel weniger auf Seinen Lippen. In jeder Situation, während Seines Ringens in Gethsemane, während Seiner Leiden unter dem grausamen Spott bei Herodes und Pilatus und während Seinen Leiden am Kreuzesstamm, immer wartete Er mit allmächtiger Geduld. Kein Zornesblick, kein Klagewort, keine Rachetat kam von Gottes geduldigem Lamm, Er harrte immerzu aus und war geduldig in vollkommener Geduld, die alle anderen übertraf, die in ihrem Maß Gott in den Drangsalen verherrlicht haben. Der Christus Gottes trägt die Herrscherkrone unter den Leidenden. Wenn der eingeborene Sohn ausharrt, sollten wir dann gereizt und rebellisch reagieren? Weder Jesus, das Haupt, noch irgendein Glied an Seinem Leib wird jemals vergeblich auf den HERRN warten.

Als unser Herr an Seinem Leib den schrecklichen Fluch trug, der der Sünde entsprach, glich Er einem Gefangenen, der in einen tiefen, dunklen, tränenreichen Kerker geworfen wurde, in dessen furchtbarer Finsternis der Gefangene das Geräusch von Wassergüssen und über ihm das Trampeln wilder Feinde vernahm. Lieber Leser, bete in demütiger Dankbarkeit den Heiland an, der um deinetwillen allen Trostes entblößt war, während Ihn jede Art des Elends umgab. Beachte Seine Dankbarkeit, weil Er aus diesen schrecklichen Mühen und Leiden herausgeholt wurde; wenn auch du die göttliche Hilfe erfahren hast, unterlass es nicht, in Sein Danklied einzustimmen. Das Werk des Erlösers ist getan. Er ruht nun auf dem festen Boden Seines vollendeten Werkes; Er kann niemals wieder leiden; Er regiert nun für alle Ewigkeit.

Dieser Abschnitt lenkt unsere Aufmerksamkeit besonders auf die Wunder, die mit dem Kreuz zusammenhängen und von ihm herabstrahlen. Die vollbrachte Erlösung hat vieles zustande gebracht und umfasst eine Menge von Zielen. Was die Versöhnung bewirkt hat, ist unermesslich, der Einfluss des Kreuzes reicht weiter als die Strahlen der Sonne. Unzählige Wunder der Gnade gehen vom Kreuz aus: Sohnschaft, Vergebung, Rechtfertigung und die lange Reihe göttlicher Wunder der Liebe, alles hat dort seinen Ursprung. Beachtet, dass unser Herr den HERRN »unseren Gott« nennt. Der Mensch Jesus Christus beansprucht für sich und uns eine Beziehung mit dem HERRN. Möge unser Anrecht an unserem Gott uns allezeit kostbar sein!