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Predigten zu Psalm 40,7

"Da sprach ich: Siehe, ich komme; in der Rolle des Buches steht von mir geschrieben."

Autor: Charles Haddon Spurgeon (* 19.06.1834; † 31.01.1892) englischer Baptistenpastor
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Unser Herr war schnell bereit, zu hören und Seines Vaters Willen auszuführen. Daraus lernen wir, dass der HERR den Gehorsam des Herzens weit höher schätzt als imposante Darbietungen ritualistischer Gottesdienste und dass die Sühnung unserer Sünden nicht das Ergebnis sorgfältig durchdachter Zeremonien ist, sondern uns zuteil wurde, weil unser Großer Stellvertreter dem Willen des HERRN gehorsam war.

Seht doch her, ihr Himmel und du Erde und was unter der Erde ist! Setzt euch und betrachtet es mit Fleiß; denn der unsichtbare Gott kommt in Gleichheit des Fleisches der Sünde, und der Unendliche hängt als kleines Kind an der Jungfrau Brust! Immanuel sandte niemanden, sondern kam selbst. Er kam in Seiner ganzen Persönlichkeit, mit allem, was Sein gesamtes göttliches Sein ausmachte, aus den »Palästen von Elfenbein« in die Behausungen des Elends. Er kam genau zur festgesetzten Stunde; Er kam mit der heiligen Bereitwilligkeit, sich selbst als Opfer darzubringen. Denn so war es in dem ewigen Entschluss angeordnet. Die geheimnisvolle Buchrolle der Prädestination, welche die Vorsehung nach und nach entfaltet, enthielt auch, wie der Heiland wusste, einen geschriebenen Bund, nach dem in der Fülle der Zeit der Göttliche zur Erde hinabsteigen sollte, um das zu erfüllen, was Hunderte von Schlachtopfern nicht erreichen konnten. Welch ein Vorrecht ist es, unsere Namen im Buch des Lebens zu finden, und welch eine Ehre ist dies, seit der Name Jesu oben auf der Seite steht! Unser Herr respektierte die alten Bundesabmachungen, und wir lernen daraus, dass wir ebenfalls peinlich genau unser Wort halten sollen. Haben wir etwas versprochen, was im Buch des Gedächtnisses fest- gehalten wird, dann lasst uns nie unsere Verpflichtung versäumen. Nur unser gepriesener Herr konnte den Willen Gottes völlig ausführen. Das Gesetz ist viel zu umfangreich, als dass so armselige Geschöpfe wie wir hoffen könnten, es gänzlich zu erfüllen. Jesus hingegen tat nicht nur des Vaters Willen, sondern fand auch Vergnügen daran, ihn zu tun. Von aller Ewigkeit her hat er danach verlangt, das vor Ihm liegende Werk auszuführen. In Seinem irdischen Leben drängte es Ihn dazu, bis er die Taufe des Todeskampfes erlebte und das Gesetz verherrlichte, und sogar in Gethsemane selbst erwählte Er des Vaters Willen und setzte Seinen eigenen beiseite. Hier liegt das eigentliche Wesen des Gehorsams, in der freudigen Unterwerfung der Seele unter Gott. Und dem Gehorsam unseres Herrn, der unsere Gerechtigkeit ist, mangelte es keineswegs an dieser so bedeutsamen Qualität. Trotz Seines unermesslichen Schmerzes fand der Herr Wohlgefallen an Seinem Werk, wegen der »vor Ihm liegenden Freude erduldete Er das Kreuz und achtete dabei die Schande nicht«. Christus brachte niemals äußerliche, formale Anbetung dar. Sein Herz war immer dabei; Heiligkeit war sein Wesensmerkmal, des Vaters Wille Seine Speise und Sein Trank. Jeder von uns muss darin unserem Herrn gleichen, oder uns fehlt der Beweis dafür, Sein Jünger zu sein. Wo das Herz nicht dabei ist und keine Freude und kein Wohlgefallen an Gottes Gesetz da ist, kann es keine Annahme geben. Möge jeder Leser, der den Herrn liebt, den Retter anbeten für die Freiwilligkeit und die Freude, mit der Er das große Erlösungswerk in Angriff nahm.


Autor: Martin Luther (* 10.11.1483; † 18.02.1546) theologischer Urheber der Reformation
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Siehe, ich komme!

Gleich im ersten Kapitel des Propheten Jesaja verwirft Gott das Vornehmste im Gesetz, was er auch selbst geboten hatte, nämlich die Opfer der Juden. Gewiss, die Darbringung der Opfer war an und für sich nicht böse, denn sie waren ja von Gott eingesetzt. Vielmehr war es die gottlose Haltung, in der man opferte. Denn die Juden warfen das Vertrauen auf die göttliche Barmherzigkeit weg und meinten, sie würden durch ihre Opfer gerecht, indem sie bloße Gesetzeswerke verrichteten. Das aber heißt, Christus seiner Ehre zu berauben und dieselbe unserem Werk zuzuschreiben. Denn die Opfer waren von Gott nicht dazu eingesetzt, dass die Juden durch dieselben gerecht würden. Sie sollten vielmehr Zeichen sein, durch welche die Frommen bezeugten, dass sie den Verheißungen, die auf Christus hinwiesen, glaubten und auf ihn, ihren kommenden Erlöser, warteten. Daran erkennt man, dass Jesaja genau dasselbe gegen die Juden tat, was wir in allen unseren Predigten und Büchern gegen die Widersacher tun. Wir lehren nämlich, dass Versöhnung mit Gott nicht durch irgendwelche Werke oder Verdienste geschieht, die wir getan haben, sondern dadurch, dass er uns umsonst und aus Gnaden verzeiht, die wir auf seine Barmherzigkeit hoffen.