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Predigten zu Psalm 43,1

"Schaffe mir Recht, o Gott, und führe meinen Rechtsstreit wider eine lieblose Nation! Von dem Manne des Trugs und des Unrechts errette mich!"

Autor: Charles Haddon Spurgeon (* 19.06.1834; † 31.01.1892) englischer Baptistenpastor
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»Schaffe mir Recht, o Gott!« »Andere können meine Beweggründe nicht verstehen und sind nicht willens, mich gerecht zu beurteilen. Mein Herz hat reine Absichten, und darum bringe ich meine Sache vor Dich und bin sicher, Du wirst meinen Charakter unparteiisch prüfen und meine Fehler berichtigen.« Ein solcher Anwalt wie der Herr wird ausreichen, einer ganzen Nation lärmender Ankläger antworten zu können. Sind die Menschen gottlos, so wundert es nicht, dass sie ungerecht sind; ist jemand nicht aufrichtig vor Gott selbst, dann kann man nicht erwarten, dass er gerecht mit Seinem Volk umgeht. In Vers 2 finden wir einen Punkt, der die wirkliche Kraft des Betens ausmacht. Wenn wir mehr mit dem Herrn die Gründe erforschten, hätten wir mehr Sieg bei unseren Bitten: »Alle meine Stärke gehört Dir – darum will ich sie nicht von mir aus gegen meine persönlichen Feinde richten. Alle meine Stärke kommt von Dir, darum suche ich bei Dir Hilfe; denn Du kannst sie mir geben. Alle meine Stärke ist in Dir. Darum überlasse ich die Aufgabe, mit meinen Feinden zu streiten, gänzlich Deinen Händen.« Ein Glaube, der solche Dinge Gott überlässt, ist weiser Glaube.

Wir wollen kein Licht, damit wir sündigen können, noch Wahrheit, um dadurch erhoben zu werden, sondern damit sie unsere praktischen Wegweiser zu ganz naher Gemeinschaft mit Gott werden. Nur solches Licht und solche Wahrheit, die Gott sendet, können das bewirken. Gewöhnliches Licht ist nicht hell genug, um uns den Weg zum Himmel zu zeigen, noch könnten uns bloß moralische oder physikalische Wahrheiten auf den Heiligen Berg helfen; aber das Licht des Heiligen Geistes und die Wahrheit, wie sie in Jesus ist, die heben uns hinauf, heiligen uns und machen uns vollkommen; darum haben sie die Fähigkeit, uns in die herrliche Gegenwart Gottes zu leiten. Es ist wunderbar zu sehen, wie die Sehnsucht des Psalmisten, der Unterdrückung der Menschen zu entfliehen, ihn immer dahin bringt, nur noch intensiver nach der Gemeinschaft mit Gott zu trachten.

Dem Psalmisten ging es nicht um den Altar; er dachte nicht wie Heiden oder Ritualisten; seine Seele verlangte nach geistlicher Gemeinschaft, ja, nach der Gemeinschaft mit Gott selbst. Was sind alle gottesdienstlichen Riten, wenn Gott nicht darin ist? Doch wirklich nichts als leere Schalen und trockene Hülsen! Beachtet das heilige Entzücken, mit dem der Psalmist seinen Herrn betrachtet! Er ist nicht nur seine Freude, sondern seine überströmende Freude, nicht nur die Quelle seiner Freude, der Geber der Freude oder der die Freude aufrechterhält, sondern Er ist die Freude selbst. Wenn Gott uns mit Freude erfüllt, sollten wir sie gleich als Lob zu Seinen Füßen ausschütten und all unsere Geschicklichkeit und all unser Talent anwenden, um der göttlichen Herrlichkeit den gebührenden Tribut darzubringen. Dass Gott unser ist und dies im Glauben zu wissen, macht den Himmel aus – hier liegt die Fülle des Segens. »Was bist du so aufgelöst, meine Seele? … Harre auf Gott!«