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Predigten zu Psalm 44,18

"Nicht ist unser Herz zurückgewichen, noch sind unsere Schritte abgebogen von deinem Pfade;"

Autor: Charles Haddon Spurgeon (* 19.06.1834; † 31.01.1892) englischer Baptistenpastor
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Hier bringt der Psalmist die Tatsache zur Sprache, dass er sich nicht von der Nachfolge des Herrn abgewandt hatte. Wenn wir mitten in tiefem Leid uns in liebendem Gehorsam an Gott festhalten können, so muss es gut um uns bestellt sein. Wahre Treue kann raue Behandlung ertragen. Solche, die Gott folgen, weil sie ihren Willen bekommen, verlassen Ihn, wenn sich Verfolgung aufmacht; der ernsthafte Gläubige aber ist anders; er wird seinen Gott nicht vergessen, selbst wenn es zum Schlimmsten kommt.

Es war ein Zeichen der Gesundheit des Volkes, dass der Dichterprophet dessen Aufrichtigkeit vor Gott, sowohl im Herzen als auch im Handeln, bestätigen konnte. Sehr viel häufiger hatte die Sache ganz anders ausgesehen; denn die Stämme waren alle nur allzu leicht geneigt, andere Götter aufzustellen und den Fels ihrer Rettung zu verlassen. – Das Volk wird als in dichte Dunkelheit von Tod und Verzweiflung gehüllt beschrieben, so, als sei es in Hoffnungslosigkeit begraben. Doch konnte es für sich in Anspruch nehmen, dass es sich immer noch bewusst an seinen Gott erinnerte, und das ist ein herrlicher Anspruch. Besser tot sein, als vom Glauben abzuweichen. Wer treu zu Gott hält, wird nie erleben, dass Er trügerisch gegen ihn handelt. Die Überlegung war, dass der Herr doch von der ernsthaften Nachfolge Seines Volkes wusste; darum kam die Heimsuchung nicht der Sünde wegen. Also musste die Anfechtung offenbar aus einem anderen Grund entstanden sein.

»Um Deinetwillen«, nicht wegen unserer Vergehen, sondern weil wir Dir gehorsam waren. Die Drangsale kamen über diese Beter, weil sie treu zu ihrem Gott hielten. Die Verfolgung hörte nicht auf, sie zu Tode zu hetzen; sie fanden nirgendwo Erleichterung und keine Tür zum Entkommen; und all das wegen ihres Gottes, weil sie ihren Bundesgott und König nicht verlassen wollten. In diesem Abschnitt hören wir deutlich das Schreien der Märtyrer. Vom Piedmont und von Smithfield, von der Bartholomäusnacht und von den Metzeleien in Claverhouse steigt dieser Appell zum Himmel empor; denn die Seelen unter dem Altar fahren fort, feierlich nach Rache zu rufen. Die Gemeinde wird nicht lange in dieser Weise flehen. Ihre Schande wird ihr vergolten werden, und ihr Triumph wird kommen wie die Morgenröte. Warum hast Du, Herr, das Weh Deiner Kinder vergessen? Diese Frage ist viel leichter gestellt als beantwortet. Mitten in der Verfolgung ist schwerlich der Grund einzusehen, warum wir so bitteren Leiden ausgesetzt sind. – Vers 27 bringt die Zusammenfassung: Gottes Gunst zeigt sich in der Erlösung, und der Grund dafür ist Gottes Güte. Das gilt auch für die treuen Leidenden, die ihren Gott nicht verlassen hatten. Um Gottes Güte zu bitten, ist stets das Sicherste, und nie wird ein Mensch etwas Besseres finden. Hier endet dieser bemerkenswerte Psalm; aber seine Kraft ist im Himmel nicht zu Ende, sie bringt dem versuchten Gottesvolk Befreiung.