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Predigten zu Psalm 45,1

"Es wallt mein Herz von gutem Worte. Ich sage: Meine Gedichte dem Könige! Meine Zunge sei der Griffel eines fertigen Schreibers!"

Autor: Charles Haddon Spurgeon (* 19.06.1834; † 31.01.1892) englischer Baptistenpastor
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Geistliche Augen, die richtig sehen können, erkennen hier Jesus allein. Dies ist kein Hochzeitslied irdischer Brautleute, sondern der Gesang des himmlischen Bräutigams und Seiner auserwählten Braut.

Als wäre der Große König selbst dem Psalmisten plötzlich erschienen, wendet sich dieser, um, in Bewunderung zerflossen, den Herrn anzureden. Als Person, aber besonders in Geist und Wesen ist der König der Heiligen mit niemand an Schönheit zu vergleichen. Im Hebräischen steht es doppelt: »Schön, schön bist Du.« Jesus ist so überaus schön, dass die Worte verdoppelt werden müssen, ihr Inhalt bis ins Letzte beansprucht und ausgeschöpft werden muss, wenn man Ihn beschreiben will. Anmut der Person und Anmut der Rede erreichen in Ihm ihren Höhepunkt. Anmut ist in reichem Maß über Christus ausgegossen; denn es gefiel dem Vater, in Ihm die Fülle wohnen zu lassen, und nun fließt diese Anmut in reichem Überfluss von Seinen Lippen, um Sein Volk zu erfreuen und es reich zu machen. Christus ist gesegnet, von Gott gesegnet, gesegnet in Ewigkeit, und das ist für uns einer der großen Gründe für Seine Schönheit und die Quelle der Worte der Anmut, die Seinen Lippen entströmen. Diese einzigartigen Gaben wurden dem Menschen Christus Jesus von Seinem Vater verliehen, und durch sie kann Sein Volk mit geistlichen Segnungen in Gemeinschaft mit Ihm selbst gesegnet werden. Wen Gott segnet, den sollten auch wir segnen, und das umso mehr, als uns alle Seine Segnungen zuteil wurden.

Der Psalmist kann seine Bewunderung nicht zurückhalten. Sein erleuchtetes Auge sieht den königlichen Ehemann der Ge- meinde: Gott, den anbetungswürdigen Gott, den herrschenden Gott, der ewiglich regiert. Gesegnetes Schauen! Blind sind alle Augen, die Gott nicht in Jesus Christus erblicken können! Wir werden niemals die freundliche Erniedrigung unseres Königs zu schätzen wissen, der mit Seiner Gemeinde ein Fleisch geworden ist und sie sich zu Seiner Rechten setzte, bis wir uns ganz und gar Seiner innewohnenden Herrlichkeit und Göttlichkeit rühmen. Welch eine Gnade, dass unser Retter Gott ist; denn wer außer Gott könnte das Werk der Erlösung ausführen? Wie froh können wir sein, dass Er auf einem Thron regiert, der nie vergeht; denn wir brauchen beides, souveräne Gnade und ewige Liebe, um unser Glück sicherzustellen. Könnte Jesus aufhören zu herrschen, würden wir aufhören, Gesegnete zu sein, und wäre Er nicht Gott und darum ewig, träte dieser Fall irgendwann ein. Kein Thron besteht für immer, außer dem, auf dem Gott selbst sitzt. Er ist der rechtmäßige Herrscher über alles Existierende. Seine Herrschaft beruht auf Recht, ihre Gesetze sind Recht, ihre Auswirkungen sind Recht. Unser König ist kein Tyrann. Selbst wenn Er Seine Feinde mit eiserner Rute zerschlägt, tut Er niemandem Unrecht. Seine Rache und Seine Gnade sind in Übereinstimmung mit der Gerechtigkeit. Darum vertrauen wir Ihm ohne Argwohn; Er kann sich nicht irren; keine Anfechtung ist zu schwer, denn Er hat sie gesandt; kein Urteil ist zu hart, denn er hat es gefällt. O, gesegnete Hände Jesu! Die Herrschermacht ist bei euch sicher. Alle Gerechten freuen sich über die Herrschaft des Königs, der in Gerechtigkeit regiert.


Autor: Frederick Brotherton Meyer (* 08.04.1847; † 28.03.1929) englischer Baptistenpastor

Meine Arbeit ist für den König

Dies verleiht der niedrigsten Verrichtung eine Würde. Von diesem Standpunkte aus ermunterten die Apostel die ersten Christen, ob sie wohl meist Sklaven reicher, gottloser Herren waren, ihre Pflichten treulich zu erfüllen. Sie wurden gelehrt, ihr Los als den Willen Gottes anzusehen, ihre Dienste zu verrichten als dem HErrn und nicht den Menschen, seine Anerkennung als ihren höchsten Lohn zu suchen.

Wenn wir die kleinen Überreste fein ausgehauener Steine betrachten, die einst eine Kathedrale schmückten, aber jetzt durch dichte Epheuranken fast ganz überwachsen sind, so empfinden wir es, dass der unbekannte Künstler seine Arbeit für den König getan hat, denn er konnte nicht ahnen, dass sein Werk je so genau besichtigt werden würde. Der Gedanke, der ihn leitete, hat ohne Zweifel die geringe Arbeit zum heiligen Dienste Gottes gestempelt. – Machen wir es uns doch täglich klar, dass alles für Jesus getan werden kann. Essen und trinken wir? So soll dadurch der Leib frisch erhalten werden, Gottes Zwecke auszuführen. Suchen wir Ruhe und Erholung? So geschehe es, damit unsere Triebkraft vermehrt und die Flut der Energie mit frischer Lebendigkeit uns durchströmen könne. Stehen wir in irgend welcher Arbeit, kaufen und verkaufen wir, oder haben wir das Amt zu lehren oder zu predigen? Alles kann von dem einen Zweck beherrscht werden: dass Gottes Wille geschehe, und sein Reich komme.

Ein solches Leben ist jedoch nur dann möglich, wenn das Herz wallt und überfließt von Liebe zu Christo, mit dessen kräftiger Liebe es beständig in Berührung bleiben muss. Nur wenn diese göttliche Glut auf uns übergeht, so werden auch unsere Triebe in heiligen Handlungen sich zeigen; wir werden für den König arbeiten, ehe wir von Ihm reden.