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Predigten zu Psalm 52,9

"Ich werde dich preisen ewiglich, weil du es getan hast; und auf deinen Namen werde ich harren, denn er ist gut, vor deinen Frommen."

Autor: Watchman Nee (* 04.11.1903; † 30.05.1972) chinesischer Prediger
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"Ich werde dich preisen ewiglich, weil du es getan hast; und auf deinen Namen werde ich harren, denn er ist gut."

Das härteste Prüfungsmittel ist das Warten. Nur dann, wenn wir gelernt haben, auf Gott zu harren, werden wir in etwas hineingenommen, was wirklich von ihm gewirkt ist. Zehn Jahre lang hatte Abraham an die Geburt eines Sohnes geglaubt, dann meinte er, nicht mehr warten zu können. Er wusste, dass er nach Gottes Absicht einen Erben haben sollte, und so trachtete er nun danach, einen herbeizuschaffen. Das Ergebnis war Ismael. Nicht Abrahams Beweggrund war falsch, wohl aber sein Ausgangspunkt. Er fühlte sich noch imstande, ein Kind hervorzubringen, was auch der Fall war, und er tat es. Mit sechsundachtzig Jahren besass er noch diese Fähigkeit.

Es folgte eine weitere lange Wartezeit, und dann, mit hundert Jahren, vermochte Abraham auch dies nicht mehr; sein Leib war "erstorben" (Römer 4,19). Zu einem solchen Menschen, der an sich nicht mehr die Kraft hatte, Gottes Verheißung zu verwirklichen, kam das wunderbare Gnadengeschenk in der Person Isaaks. Das war ganz und gar Gottes Tat, und es lohnte sich, darauf gewartet zu haben. Gott sein eigenes Werk durch uns tun lassen, und sei es nur einmal, ist besser als ein ganzes Leben menschlichen Bemühens.


Autor: Frederick Brotherton Meyer (* 08.04.1847; † 28.03.1929) englischer Baptistenpastor

Ich werde bleiben wie ein grüner Ölbaum im Hause Gottes

In seinem immerdar grünen Kleide, ist der Ölbaum zu jeder Zeit ein lieblicher Anblick. Sollten wir nicht darnach trachten, ihm ähnlich zu werden? Was dazugehört, wird uns hier auf dreifache Weise gezeigt:

1. Vertrauen auf Gottes Güte

Ja, das Vertrauen, auch dann, wenn das Lebenslicht nur noch trübe brennt, wenn das Herz so einsam geworden ist, wie Hiobs nach dem Zusammenbruch seines irdischen Glückes; – das Vertrauen, dass Gottes Güte nicht gar aus ist, dass seine Barmherzigkeit noch kein Ende hat; – das Vertrauen, dass alles zu unserem besten dient, wenn es noch so böse scheint – das bewahrt das Herz vor dem verdorren.

2. Danksagung

„Ich will dir danksagen ewiglich.“ Wir haben immer Ursache, Gott für etwas zu danken. Als jemand jene alte Sklavin bedauerte, dass sie nur noch zwei Zähne habe, erwiderte sie rasch: „Aber ich danke Gott doch alle Tage, dass sie einander gerade gegenüberstehen.“ Suche mit Paulus, etwas ausfindig zu machen, was dich freut, auch dann, wenn du vor einen Richter gerufen wirst, von dessen Urteil dein Leben abhängen mag: „Es ist mir sehr lieb, König Agrippa, dass ich mich heute vor dir verantworten soll.“

3. Harren auf Gott

Das heißt nicht immer von Ihm oder zu Ihm reden, sondern warten, bis die Nebel sich lichten, bis die Seele ihr Gleichgewicht findet; also kann man ruhig warten. Der Name Gottes ist ein heilsamer Gegenstand der Betrachtung, dabei wird die Seele zugleich emporgehoben und gestillt. Bist du bekümmert, o dann suche ein einsames Plätzchen auf und harre auf Gott! Blicke nicht auf den Sturm und die Wellen, sondern auf das Angesicht Jesu. Der Name Gottes steht geschrieben auf seinen lieben Zügen; der Himmel strahlt dir entgegen aus diesen treuen, liebevollen Augen. Das Haus Gottes ist der sicherste Bergungsort für seine Ölbäume.