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Predigten zu Psalm 59,15

"Sie schweifen umher nach Speise; sie übernachten, wenn sie auch nicht satt sind."

Autor: Charles Haddon Spurgeon (* 19.06.1834; † 31.01.1892) englischer Baptistenpastor
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Hier wird Vers 7 wiederholt, als ob der Sänger seine Feinde verspottet und in dem Bewusstsein der Nutzlosigkeit ihrer Suche schwelgt und ihrer Bosheit, ihrer Enttäuschung, ihrer Wut, ihrer mangelhaften Wachsamkeit und ihrer verschwendeten Anstrengung spottet. Er lacht bei dem Gedanken, dass die ganze Stadt bald wissen würde, wie sie hinters Licht geführt wurden, und wie man überall in Israel die Geschichte von dem Götzenbild im Bett und dem Geflecht von Ziegenhaar erzählen wird. Nichts erregte im Morgenland größeres Vergnügen als Geschichten, in denen ein Listiger überlistet wurde, und durch nichts machte sich ein Mann lächerlicher, als wenn er von einer Frau hereingelegt wurde, wie in diesem Fall Saul und seine schäbigen Günstlinge. Der Krieger-Poet kann sich das Wutgeheul im Rat der Feinde vorstellen, als sie feststellten, dass ihr Opfer ohne Schaden ihrer Hand entronnen war.

Welch ein gesegneter Morgen wird bald für die Gerechten anbrechen, und welch ein Lied werden sie singen! Söhne des Morgens, ihr mögt heute Abend seufzen; doch wird euch die Freude auf den Flügeln der Morgenröte erscheinen. Stimmt jetzt schon eure Harfen; denn das Zeichen, mit der Musik der Ewigkeit zu beginnen, wird bald gegeben werden. Der Morgen kommt, und die Sonne wird nie mehr untergehen. Das Lied gilt Gott allein, und es ist eins, das niemand singen kann als nur solche, die die Gnade ihres Gottes erfahren haben. Im Rückblick auf eine Vergangenheit voller Gnade werden die Heiligen den Herrn von ganzem Herzen preisen und sich Seiner rühmen als der hohen Festung ihrer Sicherheit. Je stärker unsere gegenwärtige Drangsal, umso lauter wird einmal unser Lied sein und umso intensiver unsere dankbare Freude. Hätten wir keine Trübsaltage erlebt, wofür sollten wir rückblickend dankbar sein? Dass Sauls Bluthunde David in der Falle hatten, schaffte eine Gelegenheit göttlichen Eingreifens und darum auch triumphierenden Lobgesangs.

Kraft wurde durch Kraft überwunden, nicht durch die Kühnheit des Helden selbst, sondern allein durch die Macht Gottes. Seht, wie sich der Sänger mit der Allmacht Gottes umgürtet und sie im Glauben sein Eigen nennt! Schön ist das Lied der Erfahrung; aber es gebührt Gott allein. Auch nicht eine verlorene Note ist für den Menschen, für das eigene Ich und für menschliche Helfer bestimmt. In voller Gewissheit beansprucht er den Unendlichen als Besitz und als seinen Schutz und seine Sicherheit. Er sieht Gott in allem, und Ihm gehört alles. Die Gnade wird ihm groß und deutlich und vielfältig erkennbar, und er empfindet seine Unwürdigkeit, doch steht ihm völlig ungestörte Sicherheit zur Verfügung, die niemand überwinden kann. Er fühlt sich nämlich in der göttlichen Bewahrung sicher. O, welch ein wunderschönes Lied! Meine Seele möchte es jetzt singen und alle Hunde der Hölle damit verspotten. Fort mit euch, Feinde meiner Seele! Der Gott meiner Gnade wird euch mir vom Leibe halten!