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Predigten zu Psalm 64,8

"Und sie werden zu Fall gebracht, ihre Zunge kommt über sie; alle, die sie sehen, werden den Kopf schütteln. "

Autor: Charles Haddon Spurgeon (* 19.06.1834; † 31.01.1892) englischer Baptistenpastor
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»Die Rache ist Mein, Ich will vergelten«, spricht der Herr. Die Gerechten brauchen die Kunst der Selbstverteidigung oder des Angriffs nicht zu erlernen. Ihre Rache ist in besseren Händen als in den ihren. Ein Pfeil des Herrn reicht aus; denn er verfehlt niemals sein Ziel. Dann wendet sich das Blatt, und Er schlägt Seine Feinde mit ihren eigenen Waffen. Sie wollten die Heiligen überrumpeln, doch siehe da, sie selbst wurden überrascht; sie wollten tödlich verwunden und wurden selbst mit Wunden geschlagen, die niemand heilen kann. Während sie ihren Bogen spannten, hielt der große Herr Seinen Bogen schon bereit und ließ den Pfeil fliegen, als sie noch gar nicht mit einem so schonungslosen Boten der Gerechtigkeit gerechnet hatten.

Aus Angst vor ihrem Untergang werden sich alle früheren Freunde weit von ihnen entfernen, damit sie nicht mit ihnen umkommen. Wer möchte gern nahe bei Herodes sitzen, während ihn die Würmer fressen, oder auf dem Wagen des Pharao sein, wenn die Wogen über ihm zusammenschlagen? Alle, die sich um einen mächtigen Verfolger scharten, sich zu seinen Füßen krümmten, sind die Ersten, die ihn am Tag des Zorns verlassen. Wer will dir in dem brodelnden Feuersee Gesellschaft leisten? Jeder Mensch wird bei den gerechten Gerichten Gottes so mit Schrecken erfüllt sein wie die Kanaaniter beim Untergang des Pharao im Roten Meer. Alle, die beim Sündigen mutig waren, werden zum Zittern gebracht und mit Furcht erfüllt vor dem gerechten Richter stehen. Das wird allgemeines Gesprächsthema sein. So unvorstellbar, so gezielt und so schrecklich wird der Herr die Bösen vernichten, dass man überall davon reden wird. Sie sündigten im Geheimen; aber ihre Bestrafung wird im Angesicht der Sonne vollzogen. Die Gerichte Gottes sind häufig so deutlich und offensichtlich, dass man sie nicht missverstehen kann, und wenn sie überhaupt noch nachdenken, müssen sie die richtigen Lehren daraus ziehen. Manche göttlichen Urteile sind schwer verständlich; aber im Fall der bösartigen Verfolger ist die Sache sehr einfach, und auch völlig Ungebildete können sie verstehen.

Während er Gottes Rechtsprechung bewundert und mit ihrer Ausführung völlig übereinstimmt, wird sich der Gerechte über die Rettung der verletzten Unschuld freuen. Doch seine Freude soll nicht selbstsüchtig oder fleischlich sein, sondern ganz und gar demütig vor dem Herrn. Wenn Gläubige sehen, wie Gott eingreift, wird das ihren Glauben stärken; denn Er, der Seine Drohungen wahr macht, wird auch Seine Verheißungen nicht vergessen. Der Sieg der Unterdrückten wird der Sieg aller Aufrichtigen sein. Das gesamte Heer der Auserwählten wird den Triumph des Guten bejubeln. Während sich die Fremden fürchten, freuen sich die Kinder über die Macht und Gerechtigkeit ihres Vaters. Was die Bösen erschreckt, beglückt die Guten.