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Predigten zu Psalm 70,1

"Eile, Gott, mich zu erretten, Jehova, zu meiner Hilfe!"

Autor: Charles Haddon Spurgeon (* 19.06.1834; † 31.01.1892) englischer Baptistenpastor
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Dies ist eine Abschrift mit etlichen Änderungen von Psalm 40,14-18. Es ist der zweite Psalm, der einen anderen wiederholt. Es ist an uns, in Stunden schrecklichen Kummers Gott zu bitten, Er möge schnell zu unserer Rettung aktiv werden. Wie wir die Worte dieses Psalms zweimal in der Bibel finden, so lasst sie uns auch doppelt im Gedächtnis behalten. Es ist sehr angesagt, Tag für Tag den HERRN um Rettung und Hilfe anzurufen; unsere Schwachheit und unsere vielen Gefahren machen dies zu einer beständigen Notwendigkeit.

Die Feinde des Psalmisten wollten dessen Glauben beschämen, und er fleht ernstlich, sie möchten darin enttäuscht und mit Verwirrung bedeckt werden. Gewiss an jenem angedrohten Tag, wenn nicht schon früher, werden die Gottlosen zu Schande und ewigem Abscheu erwachen. Wenn man sich müht, andere vom rechten Weg abzubringen, wird Gott es ihnen vergelten, indem Er sie von dem Ziel forttreibt, das sie erreichen möchten. Sie sannen darauf, Schande über den Frommen zu bringen; aber es gerät ihnen zur Schande, und diese Schande wird ewig sein. Wie gern spotten die Menschen; auch wenn sie ein sinnloses »Haha, haha!« rufen, was eher Tierlauten als menschlichen Worten gleicht, macht ihnen das nichts, solange es dazu dient, ihre Opfer zu verhöhnen und ihnen wehzutun. Seid sicher, die Feinde Christi und Seiner Leute werden den Lohn ihrer Werke bekommen; ihnen wird mit gleicher Münze zurückgezahlt; sie liebten den Spott, und sie werden damit überschüttet werden, ja, sie werden bis in Ewigkeit zu einer abwertenden Redensart und zum Sprichwort werden.

Der Zorn über die Feinde darf nicht dazu führen, dass wir unsere Freunde vergessen; denn es ist besser, einen einzelnen Bürger Zions zu bewahren, als tausend Feinde umzubringen. Alle wahren Anbeter, selbst wenn sie nur demütige Sucher sind, werden Grund zum Jubeln bekommen. Auch wenn das Suchen im Dunkeln begann, so wird es doch zum Licht führen. Wer die göttliche Gnade geschmeckt hat und dadurch fest mit ihr verbunden ist, gehört eigentlich zu einem bevorzugten Geschlecht und wird nicht nur Freude empfinden, sondern auch in heiliger Beständigkeit und Ausdauer von dieser Freude berichten und die Menschen auffordern, Gott zu verherrlichen. Der Lobgesang »Groß ist Gott!« ist unendlich menschenwürdiger und adelnder als das Hundegebell »Haha, haha!« Psalm 40 singt von den Gedanken Gottes und endet daher auch mit ihnen, doch in Psalm 70 liegt der besondere Nachdruck auf dem »Eile zu mir!«, und darum schließt er mit: »Mein Helfer und mein Retter bist Du«, meine Hilfe in der Not und der mich daraus befreit, »HERR, zögere nicht!« Hier steht »HERR« anstatt »mein Gott«. Uns ist erlaubt, die verschiedenen Namen Gottes zu gebrauchen; denn jeder hat seine eigene Schönheit und Majestät, und wir müssen jeden ehrfürchtig und in Heiligkeit anwenden und dürfen ihn niemals unnütz im Munde führen.