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Predigten zu Psalm 74,16

"Dein ist der Tag, dein auch die Nacht; den Mond und die Sonne hast du bereitet."

Autor: Charles Haddon Spurgeon (* 19.06.1834; † 31.01.1892) englischer Baptistenpastor
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"Und die Nacht ist Dein."

Ja, Herr, Du entsagst Deiner Herrschaft nicht, wenn die Sonne untergeht, noch verlässest Du die Welt in diesen langen Winternächten, um sie dem Bösen zur Beute zu überlassen. Deine Augen wachen über uns wie die Sterne, und Deine Arme umschlingen uns wie der Sternengürtel des Tierkreises den Himmel. Der Tau des jungen Morgens und alle Einflüsse des Mondes sind in Deiner Hand, und die Schrecknisse und Unheimlichkeiten der Nacht stehen gleichfalls bei Dir. Das ist mir köstlich, solches zu wissen, wenn ich die Mitternacht durchwache oder von Bangigkeiten hin- und hergeworfen werde auf meinem Lager. Der Mond reift ebenso köstliche Früchte wie die Sonne: möge mich der Herr nach seiner Gnade beider lassen teilhaftig werden. Die Nacht der Trübsal steht ganz unter der Obhut und Regierung des Herrn der Liebe, wie die hellen Sommertage mit ihrer Segensfülle. Jesus ist im Sturme. Seine Liebe hüllt sich in die Nacht wie in einen Mantel, aber dem Glaubensauge ist das dunkle Kleid kaum eine Verhüllung. Von der ersten Nachtwache bis zum Tagesanbruch behütet der Hüter Israels seine Heiligen und waltet und wacht ob den Schatten und Nebeln der Mitternacht über das Heil seiner Kinder. Wir glauben an keine geheimnisvollen höhern Mächte, die, sei es im Guten, sei es im Bösen, mit unserm Gott um die Herrschaft streiten, sondern wir vernehmen die Stimme Jehovahs, die da spricht: "Der ich das Licht mache und schaffe die Finsternis: Ich bin der Herr, der solches alles tut." Düstere Zeiten geistlicher Gleichgültigkeit und öffentlichen Sittenverfalls stehen gleichfalls unter dem Auge göttlicher Vorsehung. Wenn die Altäre der Wahrheit entweiht werden, und man die Wege Gottes verlässt, trauern die Knechte des Herrn tief bekümmert; aber sie dürfen nicht verzweifeln, denn die dunkelsten Zeiten beherrscht der Herr, und wenn Er's befiehlt, nehmen sie ein Ende. Was uns eine Niederlage scheint, ist in seinen Augen stets ein Sieg. "Vater, Dein Name werd' von uns gepriesen; Dein Reich zukomme, Dein Will' werd' bewiesen; Frist unser Leben, Woll'st die Sünd' vergeben; Erlös' uns! Amen."