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Predigten zu Psalm 78,42

"Sie gedachten nicht an seine Hand, an den Tag, da er sie von dem Bedränger erlöste,"

Autor: Charles Haddon Spurgeon (* 19.06.1834; † 31.01.1892) englischer Baptistenpastor
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Solche göttlichen Machterweise wie die, durch welche die Ägypter in Verwunderung versetzt wurden, bedürfen mehr als gewöhnliche Anstrengungen, um von der Tafel des Gedächtnisses gelöscht zu werden. Die Fähigkeit des Gedächtnisses ist sowohl beim Vergessen als auch beim Behalten von erstaunlicher Natur. Die Sünde missbraucht die menschlichen Kräfte und bestärkt sie nur auf falschen Wegen und macht sie praktisch tot für gerechte Ziele.

Die Plagen waren das Zeichen für die Gegenwart des HERRN und Seines Hasses auf die Götzen; diese eindrücklichen Machttaten wurden vor aller Augen ausgeführt, damit sie von allen weit und breit als Zeichen verstanden würden. Im ganzen Land geschahen diese Wunder, nicht nur in den Städten, sondern auch auf dem flachen Land, auch in den erlesensten und geschichtsträchtigsten Regionen dieses stolzen Volkes. Die Israeliten hätten das nicht vergessen sollen; denn sie waren das bevorzugte Volk, für das diese bemerkenswerten Taten geschahen. Der Unterschied war überwältigend und hätte von dem Volk nie vergessen werden dürfen. Die Wölfe waren zuhauf erschlagen und die Schafe sorgsam gesammelt und triumphal befreit worden. Das Blatt hatte sich gewendet, die armen Knechte waren jetzt geehrte Leute, während ihre Unterdrücker vor ihren Augen gedemütigt wurden. Israel zog als Gesamtheit aus; wie eine Schafherde, in sich wehrlos, waren sie unter ihrem großen Hirten in völliger Sicherheit. Sie verließen Ägypten so leicht, wie eine Herde die eine Weide mit einer anderen tauscht. Selbst kannten sie den Weg nicht, weder durch Einsicht noch durch Erfahrung, und doch wurden sie recht geführt; denn der allweise Gott kannte jeden Fleck in der Wüste. Der Herr führte Seine Auserwählten zum Meer, durch das Meer und weiter dem heiligen Land entgegen, während ihre früheren Zwingherren zu verängstigten Geistes waren und auch keine Kraft mehr besaßen, sie zu belästigen. Nach dem ersten kleinen Schrecken, der verständlich ist, weil sie ihre alten Zwingherren ihnen nachjagen sahen, fassten sie Mut und gingen tapfer ins Meer und danach in die Wüste, wo niemand wohnen konnte. Die Ägypter waren dahin, dahin für ewig, niemals sollten sie die Flüchtlinge wieder beunruhigen. Dieser furchtbare Schlag bewahrte die Stämme vierzig Jahre lang sicher vor jedem weiteren Versuch, sie zurückzutreiben. Ägypten befand diesen Stein für zu schwer und war froh, ihn los zu sein. Sollte der Herr nicht gepriesen sein, der Sein auserwähltes Volk so wirkungsvoll befreit hatte? Welch eine großartige Geschichte haben wir betrachtet! Die größten Meister heiliger Gesänge täten gut daran, »Israel in Ägypten« zu einem bevorzugten Thema für ihren Genius zu erwählen, und jeder Gläubige sollte über jede Einzelheit dieses erstaunlichen Geschehens nachsinnen! Es ist wundersam, dass die bevorzugte Nation dies gar so wenig bedenkt, und doch ist die menschliche Natur so beschaffen. Leider! Arme Menschen! Vielmehr leider: Niederträchtiges Herz!