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Predigten zu Psalm 80,9

"Du machtest Raum vor ihm, und er schlug Wurzeln und erfüllte das Land;"

Autor: Charles Haddon Spurgeon (* 19.06.1834; † 31.01.1892) englischer Baptistenpastor
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Die Rechte des Herrn war herrlich, als Er durch Macht und viele Wunder denen die schöne Pflanze aus den Zähnen riss, die sie verderben wollten. Sieben Nationen wurden weggetan, um Platz für den Weinstock des Herrn zu schaffen. Die alten Bäume, welche lange Zeit das Land in Beschlag genommen hatten, wurden mit Stumpf und Stiel ausgerissen. Die Eichen Baschans und die Palmen Jerichos wichen dem auserwählten Weinstock. Er wurde in sicherer Hut an dem durch göttliche Erkenntnis und Weisheit bestimmten Ort eingepflanzt. Klein von Gestalt, sehr abhängig, außerordentlich schwach und mit der Neigung, zu Boden zu sinken, war der Weinstock Israel doch der Auserwählte des Herrn; denn Er wusste, dass Er ihn bei anhaltender Sorgfalt und mit sehr großem Geschick zu einer schönen fruchtbaren Pflanze machen konnte. Das Volk selbst war sehr groß. Sogar die einzelnen Stämme waren so gewaltig, dass sie unter die Mächtigen der Welt gerechnet werden konnten. Das ist ein feines Bild vom Wohlstand Israels in seinen besten Tagen. Zur Zeit Salomos nahm das kleine Land Israel eine hohe Stellung unter den Völkern ein. Es hat auch für die Gemeinde Zeiten gegeben, in denen sie sehr einflussreich war und man ihre Macht in der Nähe und in der Ferne zu spüren bekam. Das waren schöne Zeiten für Israel, und sie hätten angehalten, wäre nicht die Sünde dazwischen gekommen. Wenn die Gemeinde dem Herrn gefällt, bekommt sie einen großen Einfluss, der weit über das hinausgeht, was wir ihrer Zahl entsprechend erwarten dürften. Aber leider: Verlässt der Herr sie, wird sie wertlos, nutzlos und verachtet wie ein verwilderter Weinstock, der von allen Pflanzen das Nutzloseste ist.

Ein unbeschützter Weinstock ist jeder Art von Verletzung preisgegeben: Niemand beachtet ihn, jeder beraubt ihn. So erging es Israel, als es seinen Feinden überantwortet war. Seine grausamen Nachbarn rissen an ihm herum, und marodierende Banden fraßen es wie umherziehende Wildtiere kahl. Ist Gott mit uns, kann uns kein Feind ein Leid antun; ohne Gott ist niemand so schwach, dass er uns nicht schaden könnte. Gottes Zurechtweisung war für Israel wie die Axt und das Feuer für den Weinstock. Seine Gunst bedeutet Leben, aber Sein Zorn gleicht einem Boten des Todes. Ein zorniger Blick des HERRN reicht aus, um alle Weinstöcke Ephraims verderben zu lassen. O Herr, blicke nicht in dieser Weise auf unsere Gemeinden! Züchtige uns, aber nicht im Zorn!

»HERR, Gott der Heerscharen, stelle uns wieder her!« Hier finden wir eine weitere Steigerung bei dem Titel und dem unbeschreiblichen Namen des HERRN; der ICH BIN wird eingeführt. Der Tag des Glaubens wird heller, wenn die Stunden vorübereilen; und seine Gebete werden erfüllter und wirkungsvoller. Keine Katastrophe ist für die Macht Gottes zu groß. Er kann noch im letzten Augenblick retten und braucht auch dafür nur Sein lächelndes Angesicht dem Angefochtenen zuzuwenden. Menschen können mit ihrem Arm wenig ausrichten; aber Gott kann alles mit einem Blick bewirken. Welch Glück wäre es, für ewig im Licht des Angesichts des HERRN zu wohnen!