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Predigten zu Psalm 81,9

"Es soll kein fremder Gott unter dir sein, und du sollst dich nicht bücken vor einem Gott des Auslandes."

Autor: Charles Haddon Spurgeon (* 19.06.1834; † 31.01.1892) englischer Baptistenpastor
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Wie tief sind alle gefallen, die nicht auf Gott hören wollten! Wir mögen es nicht gern, wenn man uns Vorwürfe macht, und drücken uns am liebsten vor scharfen, schmerzlichen Wahrheiten; und so flüchten wir sogar vor freundlichen Zurechtweisungen des Herrn.

Kein fremder Gott wird in den Zelten Israels geduldet. Wo falsche Götter sind, werden sie bestimmt auch angebetet. Der Mensch ist ein dermaßen verzweifelter Götzendiener, dass ein Götzenbild stets eine starke Versuchung darstellt: Solange das Nest besteht, wollen die Vögel gern dorthin zurück. Kein anderer Gott hat je etwas für die Juden getan, und darum hatten sie keinen Grund, irgendeinen anderen Gott zu verehren. Dasselbe gilt auch für uns. Wir verdanken alles dem Gott und Vater Jesu Christi. Welt, Fleisch und Teufel, niemand von ihnen war uns jemals von Nutzen; sie sind Fremde und Feinde, und es geziemt sich nicht, dass wir uns vor ihnen niederbeugen. »Kinder, hütet euch vor den Götzen!«, ruft der Herr uns zu, und durch die Kraft Seines Geistes können wir jeden falschen Gott aus unserem Herzen entfernen.

Die Sünde beraubt den Menschen seiner Waffen und überlässt ihn nackt seinen Feinden. Unsere Zweifel und Ängste wären längst erledigt, wenn wir unserem Gott mehr die Treue gehalten hätten. Zehntausend Übel, die uns jetzt plagen, wären weit fortgejagt, hätten wir eifriger auf die Heiligung unseres Wandels und unserer Gespräche geachtet. Wir sollten nicht nur bedenken, was die Sünde von unserem gegenwärtigen Kapital nimmt, sondern auch, wie sie uns am Zugewinn hindert. Kurze Überlegung wird uns zeigen, dass Sünde uns immer teuer zu stehen kommt. Entfernen wir uns von Gott, wird unsere innere Verdorbenheit ganz sicher Auflehnung gegen Ihn hervorrufen. Satan wird uns angreifen, die Welt uns Kummer machen und Zweifel uns ärgern; und alles ist unsere eigene Schuld. Als Salomo sich von Gott trennte, erwuchsen ihm Feinde, und so wird es auch uns ergehen. Doch wenn unsere Wege dem Herrn gefallen, wird Er dafür sorgen, dass selbst unsere Feinde mit uns in Frieden leben.

Der Herr kann für ein gehorsames Volk große Dinge tun. Wenn Seine Leute im Licht Seines Angesichts wandeln und unbefleckte Heiligkeit bewahren, werden die von Ihm dargereichten Freuden und Tröstungen alles Begreifen übersteigen. Für sie haben die Freuden des Himmels hier auf Erden schon begonnen. Sie können die Wege des Herrn nur besingen. Für sie hat der Frühling des ewigen Sommers bereits angefangen. Sie sind schon gesegnet, und sie erwarten noch viel Herrlicheres. Auf diesem Hintergrund sehen wir, wie traurig es für ein Kind Gottes ist, sich selbst in die Gefangenschaft der Sünde zu verkaufen und seine Seele einer Hungersnot auszusetzen, indem sie anderen Göttern nachläuft.