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Predigten zu Psalm 83,6

"Die Zelte Edoms und die Ismaeliter, Moab und die Hageriter,"

Autor: Charles Haddon Spurgeon (* 19.06.1834; † 31.01.1892) englischer Baptistenpastor
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Die Feinde des Herrn stehen entschlossen und einmütig zu ihren Plänen. Es scheint, als hätten alle zusammen nur ein Herz, und zwar ein brennendes, gegen die Auserwählten und ihren Gott. Indem sie Seine Heiligen angreifen, zielen sie auf den Herrn selbst. Sie schließen einen Bund, besiegeln ihn mit Blut, wodurch sie sich fest verbünden, um mit dem mächtigen Gott Krieg zu führen.

Esau verachtete sein Erstgeburtsrecht, und seine Nachkommen verachten die, die es besitzen. Sie vertauschten ihre auf Felsen gebauten Häuser mit Kriegszelten und marschierten in Israel ein. Den Ismaelitern steckte ein Geist der Rachsucht im Blut. Sie setzten den alten Groll fort zwischen dem Kind der Magd und dem Sohn der Freien. Im Inzest geboren und ein naher Verwandter, hegte Moab bittere Feindschaft gegen Israel. Der gerechte Lot hätte sich nicht träumen lassen, dass seine unheiligen Kindeskinder so unerbittliche Feinde der Nachkommen seines Onkels Abraham werden sollten. Die Hageriter waren vielleicht Nachfahren Hagars von einem zweiten Mann. Wer sie auch gewesen sein mögen, sie warfen ihre Kraft in die falsche Waagschale und versuchten mit aller Macht, Israel zu vernichten. Die Kinder Hagars und alle anderen, die um den Berg Sinai herum wohnen, der in Arabien liegt, sind Nachkommen jener, die Knechtschaft hervorrufen, und darum hassen sie die Nachkommen derer, die die Verheißung empfingen. Gebal war wohl ein naher Nachbar Edoms. Ammon und Amalek, zwei andere Erbfeinde Israels, waren wild und gnadenlos wie wütende Wölfe. Mögen diese Namen im Verzeichnis der Boshaften für alle Zeiten als verabscheuungswürdig festgehal- ten werden. Wie viele gibt es davon! Ihr Name ist Legion; denn es sind wirklich viele. Ach, armes Israel, wie willst du gegen solch eine blutrünstige Liga standhalten? Und das sind noch nicht alle. Ein weiterer Stamm alter Feinde tritt auf den Plan, die Philister, die einst den Simson blendeten und die Bundeslade des Herrn raubten, und nun sind auch noch alte Verbündete zu neuen Feinden geworden. Die Erbauer des Tempels beraten, wie sie ihn niederreißen; es sind die Bewohner von Tyrus. Letztere waren Kaufleute, die nicht danach fragten, wer sie bat, für sie das Schwert zu ziehen, wenn für sie dabei ein Gewinn heraussprang. Wahre Frömmigkeit hat ihren Kummer mit Händlern und Künstlern, und weil sie deren Gewinn beeinträchtigt, haben sie sich gegen sie zusammengeschlossen.

Assyrien war damals eine aufsteigende Macht, eifrig darum bemüht, sich auszudehnen. Darum zeichnete es sich schon früh durch Bosheit aus. Welch ein bunter Haufen war das. Ein Bündnis gegen Israel ist allezeit attraktiv und zieht ganze Völker in seinen Bann. Herodes und Pilatus sind Freunde, und Jesus muss gekreuzigt werden. Rom und Ritualismus machen gemeinsame Sache gegen das Evangelium. Alle diese kamen Moab und Ammon zu Hilfe, den zwei Völkern, die zu den grimmigsten in dem Komplott gehörten. Es stand zehn zu eins gegen Israel, und doch überwand es alle seine Feinde. Israels Name wurde nicht ausgelöscht; aber viele, nein, fast alle ihre Feinde kennt man nur noch dem Namen nach, ihre Macht ist mitsamt ihrer Herrlichkeit dahin.


Autor: Charles Haddon Spurgeon (* 19.06.1834; † 31.01.1892) englischer Baptistenpastor
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Nachdem der Psalmist von dem gesegneten Zustand derer gesprochen hat, die im Hause Gottes wohnen, spricht er nun von denen, die es zu bestimmten Zeiten aufsuchen dürfen, während sie mit ihren getreuen Brüdern auf der Pilgerreise sind. Allerdings verteilt er seinen Segensspruch nicht wahllos, sondern redet nur von solchen, die von Herzen an den heiligen Festen teilnehmen. Der Segen heiliger Anbetung gehört nicht denen, die halbherzig und lustlos mitmachen, sondern denen, die alle ihre Kräfte einsetzen, um Gott anzubeten. Weder Gebet noch Lob, noch das Hören des Wortes wird Menschen wohlgefallen oder ihnen nützen, die ihr Herz nicht mitgebracht haben. Eine Pilgerschar, die ihr Herz zu Hause gelassen hat, gleicht eigentlich einer Leichenkarawane und ist gänzlich untauglich, sich unter lebendige Heilige zu mischen, um den lebendigen Gott anzubeten. Wer Gottes Wege liebt, ist gesegnet. Und sind Seine Wege in unseren Herzen, so sind wir, was wir sein sollten, weshalb wir dann auch Gottes Anerkennung genießen.

Gott gibt Seinen Leuten immer alles, was sie brauchen, während sie die Straßen ziehen, die Er ihnen bestimmt hat. Wo es keine natürlichen Hilfsmittel von hier unten gab, fanden die Pilger damals überreichen Ersatz in den Wassern von oben, und so wird es der gesamten Schar der Auserwählten Gottes ergehen. Wege, die man sonst gemieden hätte, weil ihnen alles fehlte, was man für nötig hält, wurden zu Straßen gemacht, die allen Bedürfnissen der Reisenden in reichem Maß entgegenkamen, weil die großen jährlichen Pilgerzüge diese Richtung nahmen. Ebenso machen den Christen wahre Bekehrung und die Freude an gemeinsamer Anbetung viele Pflichten leicht und freude- voll, die sonst schwierig und mühsam gewesen wären. Anstatt müder zu werden, sammeln sie im Weitergehen immer neue Kräfte. Jeder Einzelne wird froher, die Schar immer größer und der Gesang schöner und voller. Wir wachsen beim Voranschreiten, wenn der Himmel unser Ziel ist. Verbrauchen wir unsere Kräfte auf Gottes Wegen, werden wir feststellen, dass wir zunehmen. Nicht nur in der Versammlung dabei zu sein, sondern vor Gott zu erscheinen, war das Ziel jedes frommen Israeliten. Wollte Gott, dass es heute auch für jeden gilt, der sich unter die versammelten Gläubigen mischt! Bevor wir nicht begreifen, dass Gott gegenwärtig ist, haben wir nichts erreicht. Das bloße Versammeltsein bedeutet nichts. Die Wiederholung der Bitte um Erhörung zeigt, wie sehr es dem Psalmisten um den Segen ging. Welche Gnade ist es, dass wenn wir uns auch nicht mit den Heiligen versammeln können, wir trotzdem mit ihrem Herrn sprechen dürfen!