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Predigten zu Psalm 84,1

"Wie lieblich sind deine Wohnungen, Jehova der Heerscharen!"

Autor: Charles Haddon Spurgeon (* 19.06.1834; † 31.01.1892) englischer Baptistenpastor
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Der Psalmist sagt uns nicht, wie wunderbar das Heiligtum des HERRN ist, weil er es nicht vermochte. Seine Ausdrucksweise zeigt uns, dass er seine Gefühle nicht ausdrücken konnte. Wunderbar sind die Versammlungen der Heiligen für die Erinnerung, für den Verstand, das Herz, die Augen und die gesamte Seele. Nichts auf Erden bietet uns einen so herzerquicklichen Anblick wie das Zusammenkommen der Gläubigen, um Gott anzubeten. Wer nichts Liebenswertes an den Gottesdiensten im Haus des HERRN findet, ist ein trauriger Heiliger. Das Heiligtum war für den Psalmisten ganz und gar lieblich. Ob es der äußere oder der innere Vorhof war, er liebte jeden Teilbereich. Jede Schnur, jeder Vorhang war ihm teuer. Selbst in der Ferne jubelte er beim Gedanken an das heilige Zelt, wo sich der HERR offenbarte; und er brach in Jubel aus, wenn er sich die heiligen Gottesdienste und die feierlichen Riten in froher Erinnerung ausmalte, wie er sie in vergangenen Zeiten erlebt hatte. Dieses Verlangen war tief und unstillbar – die innerste Seele dieses Menschen sehnte sich nach seinem Gott. Er hatte ein heiliges Heimweh nach Ihm und wurde von tiefer Sehnsucht verzehrt, weil er verhindert war, Gott an dem vorgeschriebenen Ort anzubeten. Der Psalmist sehnte sich danach, wieder an dem Ort zu stehen, welcher der heiligen Verehrung Gottes geweiht war. Echte Untertanen lieben die Höfe ihres Königs. Gott selbst war es, nach dem er schmachtete, nach Ihm, dem einzigen und lebendigen Gott. Das ganze Wesen des Psalmisten hatte an dieser Sehnsucht teil. Selbst das erdkalte Fleisch wurde durch die intensive Bewegung seines feurigen Geistes erwärmt. Wahrlich selten neigt sich das Fleisch in die richtige Richtung; aber in Bezug auf den Sonntagsgottesdienst kommt unser müder Körper manchmal der Sehnsucht des Herzens entgegen, weil er die körperliche Erholung genauso herbeisehnt wie die Seele das geistliche Zur-Ruhe-kommen. Der Psalmist erklärt, er könne nicht schweigen in seinem Verlangen, so begann er nach Gott und Seinem Haus zu rufen; er weinte, er seufzte, er flehte um das Vorrecht, kommen zu dürfen. Manche müssen zur Gemeinde geprügelt werden, während der Psalmist weinend nach ihr Ausschau hielt. Er brauchte nicht das Läuten der Glocken, ihr Herzurufen vom Kirchturm; er trug seine Glocke in seiner Brust: Heiliger Hunger ist besser als ein volles Geläut. Wenn man kommt und wieder geht, wird man erfrischt; aber am Ort des Gebets bleiben zu können, muss der Himmel auf Erden sein. Gottes Gast zu sein, als Hörer Seine Gaben zu empfangen, ein heiliges Werk verrichten zu dürfen, von der lauten Welt abgeschirmt zu sein und mit den heiligen Dingen vertraut gemacht zu werden – nun, das ist sicher das erlesenste Erbteil, das ein Menschensohn besitzen kann. Verbindung mit Gott ist die Mutter der Anbetung. Alle, die weit vom Herrn entfernt sind, versäumen es, Ihn zu preisen; doch die in Ihm wohnen, erheben Ihn allezeit.