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Predigten zu Psalm 89,39

"Du hast verworfen den Bund deines Knechtes, hast zu Boden entweiht seine Krone;"

Autor: Charles Haddon Spurgeon (* 19.06.1834; † 31.01.1892) englischer Baptistenpastor
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Der Herr hatte versprochen, den Samen Davids nicht zu verwerfen, und doch schien es, als habe Er es getan, und das in zornigster Weise, so, als verabscheue Er den König. Gottes Handlungsweisen mögen uns wie das Gegenteil von Seinen Verheißungen vorkommen, und dann ist es das Beste, im Gebet vor Ihm zu erscheinen und die Sache so vor Ihn zu bringen, wie wir sie wahrnehmen. Wir dürfen das tun, denn dieser heilige und inspirierte Mann machte es, ohne getadelt zu werden; doch müssen wir es demütig und im Glauben tun.

Israels König wurde nicht mehr vor den verleumderischen Angriffen niederträchtiger Zungen geschützt; die Ehrfurcht, die den königlichen Namen bewahren sollte, hatte aufgehört, ihn von seinen Genossen abzuheben. Die »Göttlichkeit, die den König umgibt« war gewichen. Bisher glich die königliche Familie einem Weinstock in einer hohen Umfriedung; aber dessen Mauern waren niedergerissen, und nichts schützte den Weinstock mehr. Es ist bedauerlicherweise wahr, dass an vielen Orten die Mauern der Gemeinde zerstört und die Demarkationslinien zwischen der Gemeinde und der Welt fast verschwunden sind und gottlose Menschen den geheiligten Dienst an sich gerissen haben. Ach HERR, unser Gott, soll es immer so bleiben? Wird Dein wahrer Weinstock durch Dich zerstört bleiben, Du großer Hausherr? Setze die Grenzen wieder neu fest, und bewahre Deine Gemeinde als einen für Dich reservierten Weinstock! Die Festungen des Landes waren niedergerissen und im Besitz der Feinde, die Verteidiger des Reiches waren überwunden. So wurden die kostbaren Wahrheiten, die Festungswerke der Gemeinde, durch Häresie zerstört, und die Festungen ge- sunder Lehre gingen an den Feind verloren. O Gott, wie kannst Du das dulden? Wirst Du als Gott der Wahrheit nicht aufstehen und alle Falschheit niedertreten?

Gott hat Seine Kraft, um zu Hause zu regieren und ringsumher alles zu erobern, nicht verloren. Nein, dies geschah aber den Königen aus Davids Stamm, und was viel trauriger ist, es geschieht heute dem sichtbaren Reich des Herrn Jesus. Wo ist die Herrlichkeit von Pfingsten? Wo ist die Majestät der Reformation? Wo erscheint Sein Reich unter den Söhnen der Menschen? Wehe uns; denn die Herrlichkeit ist gewichen, der Evangeliumsthron Jesu ist unseren Augen verborgen! In unseren Tagen müssen wir den Verlust an Kraft in der Religion beklagen – die heldischen Zeiten der Christenheit sind vorbei, ihre schwarzen Locken sind durchsetzt mit unzeitigem Grau. Entspricht das dem Bund? Lasst uns den gerechten Richter der ganzen Erde anflehen und Ihn bitten, Sein Wort zu erfüllen, in dem Er verheißen hat, die auf Ihn Wartenden mit neuer Kraft zu erfüllen.