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Predigten zu Psalm 99,6

"Mose und Aaron unter seinen Priestern, und Samuel unter denen, die seinen Namen anrufen, riefen zu Jehova, und er antwortete ihnen."

Autor: Charles Haddon Spurgeon (* 19.06.1834; † 31.01.1892) englischer Baptistenpastor
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Die drei hier erwähnten heiligen Männer standen alle in Seinen Vorhöfen und schauten Seine Heiligkeit, jeder nach seiner Ordnung. Mose sah, wie der Herr Sein vollkommenes Gesetz in feurigen Flammen offenbarte, Aaron beobachtete oft, wie das heilige Feuer das Sündopfer verzehrte, und Samuel war Zeuge des Herrn vor dem Haus Elis wegen dessen Verirrungen. Jeder von ihnen trat in den Riss, wenn Gottes Zorn ausbrach, weil man Seine Heiligkeit verletzt hatte. Sie handelten als Fürbitter, sie beschirmten das Volk vor dem großen und schrecklichen Gott, der sonst auf schreckliche Weise an Jakob Gericht ausgeübt hätte. Möchten diese Männer oder solche, die ihnen gleichen, uns in unseren Gebeten vorangehen, damit wir dem Gnadenthron Gottes so nahen, wie sie es taten; denn Er ist für uns so erreichbar wie für sie. Sie machten es sich zur Lebensaufgabe, Ihn anzurufen, und brachten auf diese Weise ungezählten Segen auf sich selbst und auf andere. Ruft der HERR uns auch, zu Ihm auf den Berg zu steigen oder mit Aaron ins Allerheiligste einzutreten? Hören auch wir, wie Er uns bei unserem Namen ruft wie Samuel? Und antworten auch wir: »Rede, HERR; denn Dein Knecht hört«?

Unser Bundesgott hörte Seine drei Knechte auf ganz besondere Weise, wenn sie für ihr Volk eintraten. Er vergab den Sündern, doch erschlug Er ihre Sünden. Wir glauben, dass sich Vers 8 auf das Volk bezieht, das durch das Eintreten dieser drei heiligen Männer verschont und doch wegen seiner Übertretungen schwer gezüchtigt wurde. Als Antwort auf das Rufen Moses kamen die Stämme nicht um, doch das damals lebende Volk durfte Kanaan nicht betreten. Aarons goldenes Kalb wurde zerbro- chen, trotzdem verzehrte das Feuer des Herrn das Volk nicht. Und Israel litt unter Sauls harschem Regiment; aber auf Samuels Bitte hin wurde es nicht mit Pest und Hungersnot geschlagen, obwohl es gegen die theokratische Herrschaft Gottes über ihre Väter gemurrt hatte. Somit besteht die besondere Herrlichkeit Gottes darin, gleichzeitig Sünden zu vergeben und Seinen Abscheu vor ihr auszudrücken. Das wird am deutlichsten bei der Versöhnung durch den Herrn Jesus sichtbar. Lieber Leser, bist du ein Gläubiger? Dann sind dir deine Sünden vergeben; aber so sicher, wie du ein Kind Gottes bist, wirst du die Rute väterlicher Züchtigung zu spüren bekommen, wenn du nicht in enger Verbindung mit Gott wandelst. »Nur euch habe Ich von allen Geschlechtern der Erde erkannt; darum werde Ich an euch alle eure Sünden heimsuchen.«


Autor: Frederick Brotherton Meyer (* 08.04.1847; † 28.03.1929) englischer Baptistenpastor

Samuel unter denen, die seinen Namen anrufen

Offenbar bilden solche, die den Namen Gottes anrufen, eine besondere Klasse. Es gibt Abteilungen von Propheten, von Hirten und Lehrern; und es gibt solche, die mächtiglich ringen mit Gott, deren Stimmen wohl bekannt sind in dem göttlichen Audienzzimmer. Es ist eine hohe Ehre, zu denen gezählt zu werden, die den Namen des Herrn anrufen. Passest du auch in keine andere Klasse, so doch vielleicht in diese. Es mag sein, dass du eine hervorragende Gabe des Gebets und der Fürbitte empfangen hast, die du bisher zu deinem eigenen und dem Schaden anderer, noch nicht recht angewandt hast. Warte nicht, bis der Engel göttlicher Vorsehung dich in ein einsames Kämmerlein einschließt, und du dort gezwungen wirst, deine große Gabe zu verwerten.

Samuels Gebete werden öfters betont. Zu Zeiten schrie er Nächte lang zu Gott. Er betrachtete es als Sünde, nicht mehr für sein Volk zu beten. Seine Gebete bewirkten die Niederlage der Philister; die ganze Nation flüchtete sich unter den Schutz seiner Fürbitte. Der Wert der Gebete eines gottseligen Menschen ist unschätzbar; sie erheben einen Mann wie Samuel, dem das Herrschertalent abging, zu der Stufe eines Moses.

In einer denkwürdigen Unterredung mit dem seligen Georg Müller, erzählte dieser mir einige seiner wunderbaren Erfahrungen, die ihm von dem Gebete – erhörenden Gott zu teil geworden waren. Kurz ehe er starb, hörte er von der Bekehrung eines alten Mannes, für den er fünfzig Jahre lang gebetet hatte. Wird nicht er und ihm verwandte Geister zu der heiligen Schar derer gerechnet werden, die des HErrn Namen anrufen? O dass wir dazu gehörten! Lasset uns jedoch nicht vergessen der dreimal betonten Botschaft dieses Psalms (Vers 3.5.9), dass unser Gott heilig ist. Nur insofern wir gereinigt sind von aller Befleckung des Fleisches und des Geistes, kann unsere Fürbitte angenommen werden.