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Predigten zu Römer 10,11

"Denn die Schrift sagt: "Jeder, der an ihn glaubt, wird nicht zu Schanden werden"."

Autor: Carl Olof Rosenius (* 03.02.1816; † 24.02.1868) schwedischer Laienprediger und Initiator einer neuevangelischen schwedischen Erweckungsbewegung

"Wer an Ihn glaubt, wird nicht zuschanden werden."

Höre! Du wirst in deiner Hoffnung auf die Seligkeit, die du bei Christus gesucht hast, nicht betrogen werden. Wie dunkel und wie zweifelhaft es während der Wanderung oft auch außehen mag, so wird das Ende doch stets deine Hoffnung krönen, wenn du nur im Glauben an Jesus Christus gelebt hast. Dies gilt es recht zu bedenken! Darum ist die Frage nach dem "nicht zuschanden werden" eine ewigkeitswichtige Frage. Sie wird dem einen zur Erweckung gereichen, dem anderen zum großen Trost dienen.

Die Hoffnung auf die ewige Seligkeit kann entweder wahr oder aber falsch sein. Die Gründe für diese letzte Hoffnung der Menschen sind sehr verschieden. Außer dem allgemeinen Grund, nämlich einer Vermischung der Barmherzigkeit Gottes und des eigenen Verdienstes, hat auch jeder Ungläubige gewöhnlich etwas Besonderes, wovon er hofft, dass es seine Schuld mindern oder gar ein Verdienst sein werde. Mag dies nun sein, was je erdacht oder genannt werden kann, so wird ihre Hoffnung am Jüngsten Tag zuschanden werden. Nur diejenigen, die im Sinne der Bibel "an den Sohn glauben", werden bei Seiner Ankunft mit Seligkeit gekrönt.

Nun sind es aber gerade diese, die während der Prüfungszeit so oft von der Furcht angefochten werden: "Ach, dass ich doch nur nicht nach meinem ganzen Glauben an den Herrn Jesus schließlich zuschanden werde!" So zahlreich und so schwer sind die Prüfungen der Gläubigen, so mächtig ist ihr innewohnendes Verderben, so beunruhigend sind ihre Mängel und Schwachheiten, so verwunderlich und so verborgen ist die Gnade ihres Herrn, so verschieden und so unbegreiflich ist Seine Regierung und so grausam sind schließlich die feurigen Pfeile des Satans, dass mancher Gläubige mit Unruhe gedacht hat: "Wer weiss, ob ich nicht doch in der Verdammnis ende, obwohl ich so lange geglaubt habe und noch glaube?"

Der eine hat seine ärgste Anfechtungsquelle in einer sehr hartnäckigen Versuchung, von der er trotz aller Gebete und aller anderen Gnadenmittel nie recht befreit wird, sondern mit der er noch immer kämpfen muss. Ein anderer sieht sein ganzes Leben so voller Sünde, voller Versäumnis und Untreue, dass er es nicht für möglich halten kann, dass der Geist Gottes in ihm wohne. Ein dritter leidet an einer so beunruhigenden Dürre und Kälte, einem so großen Mangel an Ernst, an Eifer, an Sündenreue und an Gebet, dass er befürchtet, ein eingeschlafener, geistlich toter Heuchler zu sein. Dann wird die Frage diese sein: "Sollte nur das eine, dass ich doch noch an Jesus glaube, Ihm anhange und Ihn nicht entbehren kann, mich vor aller Gefahr sichern?" Antwort: Wenn du durch den Glauben ein neuer Mensch geworden bist, der noch immer an Christus hängt, dann kann zwar noch vieles an dir zu strafen, zu beklagen und zu bessern sein, mit dem einen aber, dass du dennoch im Glauben an Christus lebst, bist du doch ein Gnadenkind und nimmst den Himmel ein. Wenn du auch einen noch so mächtigen Streit zwischen dem Fleisch und dem Geist erfahren musst, wie ihn der Apostel Röm. 7, 15-25 beschreibt, dass du mit dem Apostel ausrufen wirst: "Ich elender Mensch, wer wird mich erlösen von diesem Leibe des Todes?", kann dieses ganze Elend dennoch weder beweisen, dass der Glaube falsch sei, noch den ewigen Gnadenbund zunichtemachen, in welchem du nur durch den Glauben an Christus stehst, durch den alles Elend vergeben sein soll. Es ist doch "nichts Verdammliches an denen, die in Christus Jesus sind." Mit diesem einen, dass jemand "den Sohn Gottes hat", hat er das Leben.

Der Apostel sagt: Wenn jemand mit dem Glauben im Herzen auf dem alleinigen Grund, Christus, baut, ob er auch so schlecht baut, dass sein Werk verbrannt wird und er "Schaden leidet", dass er nämlich seinen Lohn für sein Bauen verliert, so wird er dennoch selbst selig werden - "doch so, wie durchs Feuer." Beachte! Wegen des einen Umstandes, dass er mit dem Glauben des Herzens auf dem rechten Grund baute, musste er doch selig werden, obwohl er sogar in der Lehre so schlecht baute. Vielmehr werden alle diese Mängel, die wir (nicht nur der wahren Lehre, sondern auch einem heiligen Sinn gemäss) selbst missbilligen, verdammen, beweinen und an uns selbst strafen, uns beständig vergeben sein - um des Verdienstes und der Fürsprache des Herrn Christus willen, an den wir glauben. Das wird überall in der Schrift bezeugt. Das sagt auch unser Spruch: "Jeder, der an Ihn glaubt, wird nicht zuschanden werden." Nur durch Ihn haben wir eine ewige Gnade, ja, ein Gnadenreich, das über alle jene Mängel und Gebrechen walten wird, die uns noch ankleben und bekümmern. Dazu ist er uns gegeben, dass Er ein wirklicher Heiland und Fürsprecher sein soll, und zwar nicht für einige nur gedachte und eingebildete, sondern für wirkliche Sünden. Gepriesen sei Sein Name! "Wer an Ihn glaubt, wird nicht zuschanden werden."

In Jesu hab ich meine Freud' In dieses Lebens Sorg und Streit, Trotz aller meiner Sünden. Ich suchte wohl erst andre Freud', Doch fand ich Sorg und Qual allzeit, Wohin ich mich auch wandte. Ich seh im Blute Jesu Christ, Wie doch die Gnade grösser ist Als alle meine Sünden, Wie Gott der Herr erbarmet sich, Wie inniglich Er liebet mich, Der ich doch Fluch verdiente.