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Predigten zu Römer 4,8

"Glückselig der Mann, dem der Herr Sünde nicht zurechnet!"

Autor: Carl Olof Rosenius (* 03.02.1816; † 24.02.1868) schwedischer Laienprediger und Initiator einer neuevangelischen schwedischen Erweckungsbewegung

"Selig ist der Mann, welchem Gott die Sünde nicht zurechnet."

Höre! "Der Mann, welchem Gott die Sünde nicht zurechnet." Gibt es einen solchen auf Erden? Und wo ist er? Hast Du ihn gesehen? Lasst uns bekennen, dass wir dem Wort Gottes nicht recht glauben. Einen so glücklichen Mann würde ich gern sehen wollen, der in einem solchen Bund mit Gott steht, dass Er ihm seine Sünde nie zurechnet. Wer ist der, der so glücklich ist? Es ist - so der Apostel - derselbe, "welchem Gott die Gerechtigkeit ohne Zutun der Werke zurechnet" und "dessen Ungerechtigkeiten vergeben und bedeckt sind". Wie aber ist ein so glücklicher Mensch gesinnt? fragst du. Welches sind die ihn auszeichnenden Züge, an denen ich ihn erkennen kann? Sollte vielleicht auch ich ein so glücklicher Mensch sein oder werden können?

Der Apostel sagt in Vers 5, dass es ein Mensch ist, der sich für gottlos ansieht und darum nicht mit den Werken umgehen kann, sondern "an den glaubt, der den Gottlosen gerecht macht". Dieselbe Beschreibung gibt auch David von diesem Mann, dem Gott keine Sünde zurechnet. David beschreibt ihn so, dass jene Falschheit im Geist, in der man vor dem Herrn seine Sünde verschweigt, nun gewichen ist, und dass er jetzt ein Mensch ist, der "dem Herrn seine Übertretungen bekennt." Daraus folgt erstens: Es ist kein stolzer, ungebrochener Mensch, der sich eigener Werke getrösten und vom Gnadenthron fernbleiben oder der ein so falsches Spiel vor Gott treiben kann, dass er Ihm seine Opfer schöner Werke - Andachtsübungen heiliger Wirksamkeit, Gebete usw. - darbringt, von seinen Sünden aber schweigt, da er entweder keine zu kennen meint, oder aber vorsätzlich dieser Begegnung aus dem Wege geht, um in den Sünden bleiben zu können - wie es bei David in jener Zeit der Fall gewesen zu sein scheint, als er "die Sünden vor dem Herrn verschwieg", was er dann später "eine Falschheit im Geiste" nannte. Dass diese Falschheit getilgt sei, ist das erste, was im "Bekennen vor dem Herrn" liegt. Zweitens liegt darin eine Zuversicht zur Gnade Gottes; denn, wer keinen Glauben an die Gnade Gottes hat, der flieht vor Gott und verschweigt die Sünde, der erscheint nicht vor Ihm mit seinem Bekenntnis. Dies erklärte Christus, als Er armen Sündern und Sünderinnen, die in ihrer Angst zu Ihm kamen, doch sagte: "Dein Glaube hat dir geholfen." Es findet sich also immer Glauben in dem Herzen, das nicht vom Gnadenthron fernbleiben kann, vielmehr in ihm seine Zuflucht sucht.

Ist nun dies deine Geschichte, lässt sich diese Beschreibung auf dich anwenden, der du dieses liest, dann bist gerade du dieser selige Mensch, dem Gott keine Sünden zurechnet. Wie gering, sündig und unwürdig du auch wärest, so bist du doch in einer beständigen Gnade und Freundschaft bei Gott, ein Gnadenkind, das Er nie nach dem Gesetz richten und dem Er nie die Sünden zurechnen wird. Er sieht sie wohl, aber Er sagt: "Ich rechne es dir nicht zu, da du an Meinen geliebten Sohn glaubst, den Ich zu einem Gnadenthron vorgestellt habe." Es bleibt bei der göttlichen Wahrheit, dass die Gläubigen ein Volk sind, dem Gott keine Sünden zurechnet. Wenn du darum noch so viele Sünden bei dir fühlst, vergiss nie, wie dieser Text lautet. Hier wird nicht gesagt: "Selig ist der Mann, bei welchem Gott keine Sünde findet", sondern: "Selig ist der Mann, dem Gott die Sünde nicht zurechnet." Hier wird gesagt: "Selig sind die, denen ihre Ungerechtigkeiten vergeben sind."

Aber hier gilt es nun, sich mit einem festen Glauben an das Wort zu halten und sich nicht von dem irreleiten zu lassen, was gesehen oder gefühlt wird. Alle niederdrückenden Erfahrungen von der Sünde und die schlimmsten Stürme inwendiger Nöte oder äußerlicher Heimsuchungen können die Gotteswahrheit nicht zunichte machen, dass Gott die Sünde vergibt und sie nicht zurechnet. Er behält Seine Gläubigen in ewiger Gnade. Blicke auf die Erfahrungen des Mannes, dessen Wort der Apostel hier anführt; blicke auf die Geschichte Davids! Welch hohe Gnade trotz aller jämmerlichen Erfahrungen! Blicke auf seinen hohen Beruf als Christi Vorbild und Stammvater, der vom Hirtenknaben zum Könige und Propheten Israels erhoben wurde! Betrachte die Zeugnisse Gottes über ihn (1. Sam. 13, 14) und die Ergüsse seines Herzens in den Psalmen! Welch eine hohe Gnade und welch ein brennendes Herz für den Herrn. Und dennoch, - welche grässlichen Sichtungen durch den Satan, welche schmählichen Sündenausbrüche, Sündenfälle und Übertretungen und welche Reue und Ängste vor Gott; sodann welche Heimsuchungen und bitteren Demütigungen und abermals welche Reue, welche Tränen vor dem Herrn, - "um meiner Sünde willen", wie David sagt. Und dennoch keine ganze Verwerfung von Gott! "Er hadert", sagt David, "aber nicht immer; Er zürnt, aber nicht ewiglich; denn so hoch der Himmel über der Erde ist, lässt Er Seine Gnade walten über die, so Ihn fürchten."

Die Vergebung meiner Sünd', O du Himmelsgabe wert, Die Vergebung meiner Sünd', Die du Frieden bringst der Erd', Du bist meines Herzens Gut, Gibst mir Freude, machst mir Mut! Preis sei Dir, O Jesu gut, Ich fand sie in Deinem Blut.


Autor: Aiden Wilson Tozer (* 21.04.1897; † 12.05.1963) US-amerikanischer evangelischer Pastor und Autor (besser bekannt als A. W. Tozer)
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Gott und der Einzelne

Als der ewige Sohn Gottes der Menschensohn wurde und über diese Erde ging, rief Er immer Einzelne an Seine Seite. Jesus kam nicht in diese Welt, um es mit Statistiken zu tun zu haben!

Er hat es mit Einzelnen zu tun, und deshalb lautet die biblische Botschaft bis heute so: »Gott liebt die Welt! Er liebt die Menschenmassen nur deshalb, weil sie aus Einzel- nen bestehen. Er liebt jeden einzelnen Menschen auf der Welt!«

Bei der großen humanistischen Welle unserer Zeit spielt der Einzelne kaum mehr eine Rolle. Wir werden dazu gedrängt, die Menschheit als ein einziges Stück Masse anzusehen. Wir werden geschult, über die Menschheit rein statistisch nachzudenken. In vielen Ländern ist der Staat alles, und der Einzelne gilt nichts. Dem Ansehen und der Macht dieser Art von Humanismus tritt die biblische Botschaft entgegen, die gute Nachricht von der Errettung. Sie strahlt, leuchtend hell mit der Zusage an jeden, der sie hört: »Du bist ein Einzelner, und Gott interessiert sich für dich! Seine Sache sind nicht die Gene und die Gattungen, sondern Ihm geht es um jeden Einzelnen, den Er erschaffen hat!«