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Predigten zu Römer 6,22

"Jetzt aber, von der Sünde freigemacht und Gottes Sklaven geworden, habt ihr eure Frucht zur Heiligkeit, als das Ende aber ewiges Leben."

Autor: Samuel Keller (* 15.03.1856; † 14.11.1924) deutscher protestantischer Theologe und Schriftsteller

"... Nun habt ihr eure Frucht, dass ihr heilig werdet."

Unser Charakter, unser inneres Werden, gilt vor dem Herrn viel mehr als unser Tun und Arbeiten. Ist das Innere erst zu einer bestimmten Höhe und Reife gekommen, dann wird das Tun als reife Frucht von selbst kommen. In unserem Text ist sogar das Heiligwerden als Frucht hingestellt. Frucht ist die Folge einer gesunden natürlichen Entwicklung des guten Samens, wenn keine besonderen Hemmungen und Hindernisse diese Entwicklung stören. Hat Jesus sein gutes Werk in uns begonnen, so zielt solches Werk aufs Fruchttragen - auf die Heiligung jetzt und die Heiligkeit in jenem Leben. Die erfahrene Vergebung der Sünden zielt auf das völlige Geschiedenwerden von der Sünde hin; der erfahrene Frieden auf den vollen Frieden der Seligkeit; die erfahrene Freude auf die Vollkommenheit der Freude. Wollen wir mit uns selbst Geduld haben und den jungen Baum nicht verdammen, wenn seine Früchte noch nicht so groß und so süss sind, wie sie sein werden, wenn die Sonne der Ewigkeit sie reift. Ihre Art erkennt man doch. Beim Ungläubigen wird die Frucht seines Lebens böser und bitterer mit den Jahren; bei uns umgekehrt.

Herr Jesu, du verlangst jetzt nicht mehr als möglich ist im Schattenlande des Stückwerks, und doch soll man deine Veredlungsarbeit aus unseren Früchten erkennen. Da bitten wir dich, hilf uns, segne unser Wachsen und Werden um deinetwillen. Amen.


Autor: Hermann Friedrich Kohlbrügge (* 15.08.1803; † 05.03.1875) niederländischer reformierter Theologe

Der Apostel bezeugt uns, dass wir frei geworden sind von der Sünde. Er bezeugt uns nicht etwa, dass wir von der Sünde frei gesprochen sind, als hange die ganze Seligkeit davon ab, dass wir uns nun weiter vor der Sünde, von welcher wir frei gesprochen worden sind, hüten; er bezeugt, dass wir von derselben frei geworden sind. Wozu dient diese Wahrheit? Sie dient zur Antwort auf die Frage: Wenn ich nun aber gerecht bin aus Glauben, muss ich alsdann das Gesetz nicht hinzunehmen, um nunmehr mit Gottes Hilfe die übriggebliebenen Sünden in mir zu töten und zu überwinden? oder wo bleibt sonst die Sünde? Du wirst doch wohl nicht lehren, dass, wenn ein Mensch nur glaubt, er selig werden kann, wenn er bei allem dem auch noch so viele Sünde tut? Darauf wird nun die Antwort gegeben: Nein, das lehre ich nicht. Nun wohlan, heißt es wiederum in dem Herzen, wenn du das nicht lehrst, wie kommt denn ein Mensch zur Heiligung? Denn wenn ich das auch alles glaube, so bin ich doch dabei nicht los von der Sünde; solches werde ich bei mir ja zu gut gewahr. Soll ich denn die Sünde bei mir austoben lassen, ihr zu Willen sein, und bei alledem sagen: Ich kehre mich daran nicht, ich bin gerecht, ich glaube? Nein, das geht doch nicht an; ich muss das Gesetz hinzunehmen; das kannst du mir nicht streitig machen. Freilich nicht als ein Gesetz der Werke, sondern als ein Gesetz der Heiligung durch die Kraft Christi und Hilfe des Geistes.

Such' wer da will, Nothelfer viel,
die uns doch nichts erworben:
Hier ist der Mann, der helfen kann,
bei dem nie was verdorben.
Uns wird das Heil durch ihn zuteil,
uns macht gerecht der treue Knecht,
der für uns ist gestorben.


Autor: Hermann Friedrich Kohlbrügge (* 15.08.1803; † 05.03.1875) niederländischer reformierter Theologe

Darauf ist die Antwort: Gott will den Glauben an Christum, darin ist ein Mensch gerecht; nicht an einen Christum, der nichts für uns getan hat und allein für sich selbst dasteht, sondern an Christum als an das neue Haupt der Menschheit, der nicht starb, weil er sterben musste, sondern welcher der Sünde starb ein für allemal; der auch nicht sich selbst lebt, sondern der, was er lebt, Gott lebt. Daraus könnt ihr folgenden Schluss ziehen: Ist er der Sünde gestorben, so seid auch ihr der Sünde gestorben. Gleichwie ihr in Adam der Sünde anheimgefallen seid und dem Tode, so seid ihr auch in dem andern Adam der Sünde gestorben, so seid ihr in dem neuen Haupte, Christo, von der Sünde freigemacht worden.

Wollet ihr noch ein Gesetz hinzunehmen, euch von der Sünde freizumachen und loszuarbeiten? Das wäre: Christum und die Arbeit seiner Seele verleugnen. Was ihr mit dem Gesetz fertig bringen wollt, werdet ihr nicht fertig bringen. Das ist keine Arbeit für uns Menschen; dazu brauchen wir einen Helden und Durchbrecher, den Menschen Christum Jesum, den wir anbeten als unseren Herrn und Gott. Christus, das will der Apostel sagen, hat in seinem Tode, da er der Sünde starb, uns völlig von der Sünde losgemacht. – Ich weiß wohl, dass es schwer hält, solches zu glauben, wo man nichts als Sünde sieht, weiß aber auch, weshalb es so schwer hält. Das Freigemachtsein von Sünden liegt nämlich nicht in der Stellvertretung allein, sondern auch in der Gemeinschaft des Glaubens.

O Durchbrecher aller Bande,
der du immer bei uns bist,
bei dem Schaden, Spott und Schande
lauter Lust und Himmel ist:
übe ferner dein Gerichte
wider unsern Adamssinn,
bis dein treues Angesichte
uns führt aus dem Kerker hin.


Autor: Hermann Friedrich Kohlbrügge (* 15.08.1803; † 05.03.1875) niederländischer reformierter Theologe

Der Apostel bezeugt, dass wir nunmehr von solchem Dienste unsere Frucht haben zur Heiligung. „Nun habt ihr eure Frucht, dass ihr heilig werdet.“ Diese Worte sind alle von hoher Bedeutung. Nun, schreibt der Apostel, das ist im Gegensatz gesagt zu einem ehemals. Ihr habt, schreibt er; also hatte man sie ehemals nicht. Eure Frucht, schreibt er, das ist die Frucht, welche euch zukommt und die nicht für einen Fremden ist. Zur Heiligung, schreibt der Apostel, und nicht wie Luther übersetzt, dass ihr heilig werdet. Das deutet auf eine frühere Heiligung, wovon wir keine Frucht hatten.

Wenn ihr euch dieser Wahrheit von Herzen unterwerft, so werdet ihr es wohl erfahren, was ein solches Evangelium mit sich bringt; denn es ist gar lieblich, ein Sklave des vollseligen Gottes zu sein; er ist ein guter Herr, selbst wo er züchtigt und stäupt. Die Seligkeit, die er hat, sollen seine Knechte auch haben; und wie die Herrlichkeit eines mächtigen Herrn auf seinen Dienern ruht, so ruht unseres Gottes Herrlichkeit noch in ganz anderer Weise auf uns, die ihm dienen. Wie ein mächtiger Herr darin seinen Stolz und seine Ehre setzt, dass seine Diener gut gekleidet sind und volle Genüge haben, so hat noch in ganz anderer Weise unser Gott darin seinen Stolz und seine Ehre, dass es seinen Dienern an nichts fehle, sondern dass sie Überfluss haben, wie er denn auch selbst seinen Boten befohlen: Predigt von den Gerechten, dass sie es gut haben (Jes. 3,10).

Du bist mein Herr! O Herr! ich bin dein Knecht,
Sohn deiner Magd, du hast mir beigestanden,
du machst mich frei, du lösest meine Banden,
du hast auf mich, den dir Erkauften, Recht.


Autor: Hermann Friedrich Kohlbrügge (* 15.08.1803; † 05.03.1875) niederländischer reformierter Theologe

Der Apostel bezeugt uns, dass wir frei geworden sind von der Sünde. Er bezeugt uns nicht etwa, dass wir von der Sünde frei gesprochen sind, als hange die ganze Seligkeit davon ab, dass wir uns nun weiter vor der Sünde, von welcher wir frei gesprochen worden sind, hüten; er bezeugt, dass wir von derselben frei geworden sind. Wozu dient diese Wahrheit? Sie dient zur Antwort auf die Frage: Wenn ich nun aber gerecht bin aus Glauben, muss ich alsdann das Gesetz nicht hinzunehmen, um nunmehr mit Gottes Hilfe die übriggebliebenen Sünden in mir •zu töten und zu überwinden? oder wo bleibt sonst die Sünde? Du wirst doch wohl nicht lehren, dass, wenn ein Mensch nur glaubt, er selig werden kann, wenn er bei allem dem auch noch so viele Sünde tut? Darauf wird nun die Antwort gegeben: Nein, das lehre ich nicht. Nun wohlan, heißt es wiederum in dem Herzen, wenn du das nicht lehrst, wie kommt denn ein Mensch zur Heiligung? Denn wenn ich das auch alles glaube, so bin ich doch dabei nicht los von der Sünde; solches werde ich bei mir ja zu gut gewahr. Soll ich denn die Sünde bei mir austoben lassen, ihr zu Willen sein, und bei alledem sagen: Ich kehre mich daran nicht, ich bin gerecht, ich glaube? Nein, das geht doch nicht an; ich muss das Gesetz hinzunehmen; das kannst du mir nicht streitig machen. Freilich nicht als ein Gesetz der Werke, sondern als ein Gesetz der Heiligung durch die Kraft Christi und Hilfe des Geistes.

Such' wer da will, Nothelfer viel,
die uns doch nichts erworben:
Hier ist der Mann, der helfen kann,
bei dem nie was verdorben.
Uns wird das Heil durch ihn zuteil,
uns macht gerecht der treue Knecht,
der für uns ist gestorben.


Autor: Hermann Friedrich Kohlbrügge (* 15.08.1803; † 05.03.1875) niederländischer reformierter Theologe

Darauf ist die Antwort: Gott will den Glauben an Christum, darin ist ein Mensch gerecht; nicht an einen Christum, der nichts für uns getan hat und allein für sich selbst dasteht, sondern an Christum als an das neue Haupt der Menschheit, der nicht starb, weil er sterben musste, sondern welcher der Sünde starb ein für allemal; der auch nicht sich selbst lebt, sondern der, was er lebt, Gott lebt. Daraus könnt ihr folgenden Schluss ziehen: Ist er der Sünde gestorben, so seid auch ihr der Sünde gestorben. Gleichwie ihr in Adam der Sünde anheimgefallen seid und dem Tode, so seid ihr auch in dem andern Adam der Sünde gestorben, so seid ihr in dem neuen Haupte, Christo, von der Sünde freigemacht worden. Wollet ihr noch ein Gesetz hinzunehmen, euch von der Sünde freizumachen und loszuarbeiten? Das wäre: Christum und die Arbeit seiner Seele verleugnen. Was ihr mit dem Gesetz fertig bringen wollt, werdet ihr nicht fertig bringen. Das ist keine Arbeit für uns Menschen; dazu brauchen wir einen Helden und Durchbrecher, den Menschen Christum Jesum, den wir anbeten als unseren Herrn und Gott. Christus, das will der Apostel sagen, hat in seinem Tode, da er der Sünde starb, uns völlig von der Sünde losgemacht. – Ich weiß wohl, dass es schwer hält, solches zu glauben, wo man nichts als Sünde sieht, weiß aber auch, weshalb es so schwer hält. Das Freigemachtsein von Sünden liegt nämlich nicht in der Stellvertretung allein, sondern auch in der Gemeinschaft des Glaubens.

O Durchbrecher aller Bande,
der du immer bei uns bist,
bei dem Schaden, Spott und Schande
lauter Lust und Himmel ist:
übe ferner dein Gerichte
wider unsern Adamssinn,
bis dein treues Angesichte
uns führt aus dem Kerker hin.


Autor: Hermann Friedrich Kohlbrügge (* 15.08.1803; † 05.03.1875) niederländischer reformierter Theologe

Der Apostel bezeugt, dass wir nunmehr von solchem Dienste unsere Frucht haben zur Heiligung. „Nun habt ihr eure Frucht, dass ihr heilig werdet.“ Diese Worte sind alle von hoher Bedeutung. Nun, schreibt der Apostel, das ist im Gegensatz gesagt zu einem ehemals. Ihr habt, schreibt er; also hatte man sie ehemals nicht. Eure Frucht, schreibt er, das ist die Frucht, welche euch zukommt und die nicht für einen Fremden ist. Zur Heiligung, schreibt der Apostel, und nicht wie Luther übersetzt, dass ihr heilig werdet. Das deutet auf eine frühere Heiligung, wovon wir keine Frucht hatten. Wenn ihr euch dieser Wahrheit von Herzen unterwerft, so werdet ihr es wohl erfahren, was ein solches Evangelium mit sich bringt; denn es ist gar lieblich, ein Sklave des vollseligen Gottes zu sein; er ist ein guter Herr, selbst wo er züchtigt und stäupt. Die Seligkeit, die er hat, sollen seine Knechte auch haben; und wie die Herrlichkeit eines mächtigen Herrn auf seinen Dienern ruht, so ruht unseres Gottes Herrlichkeit noch in ganz anderer Weise auf uns, die ihm dienen. Wie ein mächtiger Herr darin seinen Stolz und seine Ehre setzt, dass seine Diener gut gekleidet sind und volle Genüge haben, so hat noch in ganz anderer Weise unser Gott darin seinen Stolz und seine Ehre, dass es seinen Dienern an nichts fehle, sondern dass sie Überfluss haben, wie er denn auch selbst seinen Boten befohlen: Predigt von den Gerechten, dass sie es gut haben (Jes. 3,10).

Du bist mein Herr! O Herr! ich bin dein Knecht,
Sohn deiner Magd, du hast mir beigestanden,
du machst mich frei, du lösest meine Banden,
du hast auf mich, den dir Erkauften, Recht.


Autor: Aiden Wilson Tozer (* 21.04.1897; † 12.05.1963) US-amerikanischer evangelischer Pastor und Autor (besser bekannt als A. W. Tozer)
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Wahre Gläubige drücken sich nicht vor dem Gehorchen

In unseren Tagen wird völlig übersehen, dass der Glaube an Christus ein absoluter Gebieter ist! Er bestimmt die gesamte erlöste Persönlichkeit und beansprucht das Individuum so sehr, dass alle anderen Ansprüche ausgeschlossen bleiben. Oder genauer: Er schränkt alle legitimen Ansprüche ein und entscheidet ohne Zögern, welchen Platz jeder Anspruch im Gesamtbild einzunehmen hat. Der Akt der Hingabe an Christus bei der Bekehrung befreit den Gläubigen von der Sündenstrafe. Aber er befreit ihn nicht von der Verpflichtung, den Worten Christi Folge zu leisten. Vielmehr bringt er ihn unter die freudige Notwendigkeit, zu gehorchen! Seht euch die Briefe des Neuen Testaments an, und ihr erkennt, in wie starkem Maße und wie zweifelsfrei sie ermahnender Natur sind! Indem wir die Briefe in »lehrmäßige« und in »ermahnende« Teile zerlegten, haben wir uns selbst von der Notwendigkeit des Gehorsams befreit. Die lehrmäßigen Teile erfordern nichts von uns, als geglaubt zu werden. Die sogenannten ermahnenden Teile sind harmlos genug, schon wegen des Wortes, mit dem wir sie benennen, weil sie mehr als Rat und Ermunterung und viel weniger als Befehle aufgefasst werden, denen nachzukommen ist. Das ist offensichtlicher Irrtum. Die Ermahnungen sind als apostolische Forderungen zu verstehen, die das Gewicht der autoritativen Ansprüche des Hauptes der Gemeinde haben. Sie sind zu befolgen und nicht unserer Willkür überlassen. Wenn wir den Segen Gottes erfahren wollen, müssen wir mit dem Gehorchen anfangen!